Isaac B. Singer: Feinde, die Geschichte einer Liebe (1966).

„Ich schäme mich nicht zu gestehen, daß ich zu jenen zähle, die sich einbilden, Literatur könne neue Horizonte und Perspektiven erschließen – philosophische, religiöse, ästhetische und auch soziale. Die Geschichte der alten jüdischen Literatur kannte keinen Unterschied zwischen Dichter und Propheten. Nicht selten wurde unsere alte Dichtung zum Gesetz, zum Leben selbst.“ Dies sagte Isaac […]

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#Blogbuster: Ein Interview über den Dächern von Köln

Daniel Faßbender und ich waren uns ziemlich schnell einig: Für sein ungewöhnliches Manuskript wollten wir auch ein außergewöhnliches Interview. Wie „Die weltbeste Geschichte vom Fallen“ am besten vorstellen? Daniel tat das, worum es im Buch unter anderem geht: Roofen. Er kletterte in Köln auf ein ziemlich hohes Dach und beantwortete von dort meine Fragen. Weil […]

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#lithund: Sándor Márai und sein Hund mit Charakter

Cave canem! Achtung, werter Leser! Hier folgt eine Hundegeschichte. Eigentlich müßte man in Erfahrung bringen, welche Art von Schwäche es ist, die Schriftsteller, selbst die anspruchvollsten unter ihnen, im Laufe ihres Schaffens gelegentlich dazu verleitet, dem Menschen, ihrem ewigen und erhabenen Modell, den Rücken zu kehren und die Aufmerksamkeit den weiter unten angesiedelten Statisten der […]

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Stephan Thome: Grenzgang (2009)

“Die Kuppen ihrer Finger streifen über seine Handflächen, bevor sie sich mit den anderen Fingern verschränken. So stehen sie still für einen Moment, ein Zwei-Personen-Rahmen für den enger werdenden Raum zwischen ihren Körpern. Spielraum.“ Stephan Thome, “Grenzgang”, 2009, Suhrkamp Verlag. Eine Frau, ein Mann. Mitte 40. Lebensentwürfe gescheitert. Gestrandet in der Provinz. Treffen einander. Irrungen […]

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#MeinKlassiker (30): Ein Besuch mit Wolfgang Schiffer bei Halldór Laxness

Wolfgang Schiffer bringt mich mit seinem Blog immer wieder zum Erstaunen: Ich hatte offen gestand wenig Ahnung von isländischer Literatur, schon gar nicht von ihrer Vielfalt und Qualität. Auf seinem Blog „Wortspiele“ entfaltet sich diese reichhaltige literarische Landschaft uns Lesern – auch weil Wolfgang Schiffer sie uns durch seine Aktivitäten als Übersetzer und Herausgeber zugänglich macht. Dass […]

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Mukoma wa Ngugi: Black Star Nairobi (2013)

„Überlegt doch mal, meine Freunde, wir haben Katastrophenprogramme für fast alles: Epidemien, Überschwemmungen, Hurrikans, Flächenbrände – aber nicht für politische Katastrophen. Menschen verhungern infolge schlechter Politik, die Malaria ist nicht ausgerottet wegen schlechter Regierungsarbeit, und dann gibt es diesen Krieg. Deswegen greifen wir ein. Wir kümmern uns um politische Desaster, bevor sie stattfinden“, sagte er […]

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Ursula Krechel: Landgericht (2012)

„Ja, Kornitzer hatte es sich genau überlegt. Er war kein Spieler, auch kein Utopist. Die Würde des Richteramtes und der Eid, den er bei seiner Ernennung geschworen hatte, Gehorsam der Verfassung, den Gesetzen und meinen Vorgesetzten und die Treue meinem Volk, Achtung gegenüber dem Willen der Volksvertretung, all das band ihn. Aber auch das Hervortreten […]

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Arnold Zweig: Der Streit um den Sergeanten Grischa (1927)

Mit einer Art erschöpften Stimme begann Posnanski, während der alte Herr seinen Kaffee, schwarz, stark gesüßt, ausnippte: „Wir sind keine Jünglinge. Unsre Gefühle haben die Pflicht, den Weg über Einsicht und Erwägung zu nehmen, bevor sie in die Entschlußsphäre münden…Uns ist vollkommen klar, in einer Zeit wie dieser sieht Schieffenzahn das Leben eines Einzelnen so […]

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Lily Brett: The Auschwitz Poems (1986)

„Darf man nach Auschwitz noch Gedichte schreiben? Oder vielmehr, darf man über Auschwitz Gedichte schreiben? Die Antwort ist verdächtig (und wahrscheinlich unvermeidlich:) dialektisch. Nein, über Auschwitz kann nichts geschrieben werden. Doch, ja, man kann über die verschiedenen Formen des Schweigens schreiben, die Auschwitz umgeben: das Schweigen der Schuld, der Scham, des Schreckens und der Sinnlosigkeit. […]

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Louis Begley: Lügen in Zeiten des Krieges (1991). Jerzy Kosinski: Der bemalte Vogel (1965).

“Die Universitätsbibliothek bekam einen Treffer und ging in Flammen auf; noch Tage danach fielen mit dem nicht endend wollenden Aschenregen, an den wir inzwischen gewöhnt waren, ganze, noch glühende Buchseiten vom Himmel; manche waren von der Hitze so zusammengebacken, dass sie nicht zerfielen, wenn sie auf dem Boden aufkamen, man konnte noch zusammenhängende Textstücke lesen.” […]

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