Ingeborg Gleichauf: Poesie und Gewalt. Das Leben der Gudrun Ensslin (2017)

Auf den ersten Seiten der Biografie von Ingeborg Gleichauf heißt es irgendwann: “Die junge Gudrun Ensslin hat nichts Eigenbrötlerisches, Strenges oder gar Verbissenes. Ihr Hauptcharakterzug scheint in der Tat eine große Aufgeschlossenheit (…) zu sein.“ Und am Ende des Buches steht dann: “Im Gefängnis und während des Prozesses sind ihr die Worte, deren unendliche Möglichkeiten […]

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#lithund: Der einzige Hund mit Stammbaum am schiefen Turm von Pisa

„In London konnte er kaum bis zum Briefkasten trotten, ohne einem Mops, Retriever, einer Bulldogge, einem Mastiff, einem Collie, Neufundländer, Bernhardiner, Foxterrier oder einer der sieben berühmten Familien vom Stamme der Spaniels zu begegnen. Jedem gab er einen anderen Namen und jedem einen anderen Rang. Hier in Pisa hingegen gab es, obwohl es von Hunden […]

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Mark Twain: Ist Shakespeare tot? (1909/2016).

„Als Shakespeare 1616 starb, verfügte die Londoner Welt über großartige literarische Produktionen, die ihm zugeschrieben wurden und die seit vierundzwanzig Jahren höchstes Ansehen genossen. Doch sein Tod war kein Ereignis. Er sorge nicht für Betroffenheit, er erregte keine Aufmerksamkeit.“ Mark Twain, „Ist Shakespeare tot?“, Piper Verlag, 2016. Heutzutage ist das anders: Von den wenigen biographischen […]

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Alfred Polgar: Marlene. Bild einer berühmten Zeitgenossin (1938/2015).

„Es war die zweite von links, die, im kritischen Augenblick, den Revolver hob und die Kanaille niederschoss. Sie schoss von einer Treppe herab, die im Hintergrund sich wendelte, sie blieb dort stehen, als die Tat getan war, und sah auf das Opfer mit einem Blick, in dem Uninteressiertheit, kindliche Neugier, Müdigkeit und Gefühl schicksalhaften Unvermögens […]

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Volker Weidermann: Ostende. 1936, Sommer der Freundschaft.

Von Claudio Miller „In Zeiten, die Zeit hatten, hatte man an der Kunst etwas aufzulösen. In einer Zeit, die Zeitungen hat, sind Stoff und Form zu rascherem Verständnis getrennt. Weil wir keine Zeit haben, müssen uns die Autoren umständlich sagen, was sich knapp gestalten ließe.“ Karl Kraus, „Heinrich Heine und die Folgen“ Volker Weidermanns biographischer […]

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Alexander Kluy: Joachim Ringelnatz. Die Biographie (2015).

Ich komme und gehe wieder, Ich, der Matrose Ringelnatz. Die Wellen des Meeres auf und nieder Tragen mich und meine Lieder Von Hafenplatz zu Hafenplatz. Ihr kennt meine lange Nase, Mein vom Sturm zerknittertes Gesicht. Daß ich so gerne spaße Nach der harten Arbeit draußen, Versteht ihr daß?    Oder nicht? Aus den im Nachlass […]

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Hilmar Klute: War einmal ein Bumerang. Das Leben des Joachim Ringelnatz (2015).

Erstaunlich: Beinahe jeder – jedes Kind – kennt einen Vers von Ringelnatz. In Hamburg lebten zwei Ameisen, die würden sich ohne Bedenken eine Kachel aus meinem Ofen schenken, aber ich bin so knallvergnügt erwacht, doch: Warte nur balde Kängurst auch Du… Man könnte dies unendlich fortsetzen, verknüpft mit dem Hinweis, dass Humor der Knopf ist, […]

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George Plimpton: Truman Capotes turbulentes Leben (2014).

„Ich habe vor Jahren schon gesagt, dass Truman in unserer Generation derjenige mit dem besten Stilgefühl war. Er hatte ein wunderbares Ohr für Poesie. Aber er hatte nicht sonderlich viel Verstand. Ich weiß nicht, ob er sich jemals auch nur eine Minute lang mit einer größeren Idee beschäftigt hat. Er schrieb zwar sehr poetisch, aber […]

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