Schlagwort: Sprache

#MeinKlassiker (3): Ilse Aichinger – poetischer Widerstand gegen eine Sprache der Lüge

Lyrik-Leser kennen ihn und tragen ihn bei sich: Den Lyrik-Taschenkalender des Wunderhorn Verlags. Sein Herausgeber ist der in Heidelberg lebende Literaturkritiker Michael Braun. Er veröffentlicht Essays zu Fragen einer zeitgenössischen Poetik. Aktuelle Veröffentlichungen sind unter anderem „Jean Krier: Eingriff, sternklar. Gedichte aus dem Nachlass“ (Hrsg., Poetenladen, Leipzig 2014) und „Der gelbe Akrobat 2. 50 deutsche Gedichte, kommentiert“ (Hrsg. zusammen

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Lyrik von Maike Bellmann

AM ENDE: ARGUMENTE Weil es so ist, Sagst du, Wenn nichts mehr so ist. Reine Ansichtssache, Sagst du, Und siehst mich nicht an. Alles eine Frage der Perspektive, Sagst du, Als ob wir eine hätten. Maike Bellmann Schon oft genug war ich nah daran, den einen oder anderen Social Media-Kanal, mit dem der Blog verlinkt

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Joseph Mitchell: Old Mr. Flood – Von Fischessen, Whiskey, Tod und Wiedergeburt (2015).

Mein Bekannter Mr. Hugh. G. Flood, ein zäher, dreiundneunzigjähriger ehemaliger Abbruchunternehmer mit schottisch-irischen Wurzeln, erklärt gerne, dass er felsenfest entschlossen ist, bis zum Nachmittag des 27. Juli 1965 zu leben, wenn er hundertfünfzehn Jahre alt wird. „Mehr will ich gar nicht“, sagt er. „Ich will nur hundertfünfzehn werden. Das reicht mir.“   Joseph Mitchell. „Old

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Julian Barnes: Eine Geschichte der Welt in 10 ½ Kapiteln (1989).

„Aber letztendlich, was können wir dafür, wir sind halt Holzwürmer.“ Julian Barnes, „Eine Geschichte der Welt in 10 ½ Kapiteln“ Und manches Mal sind Holzwürmer vielleicht sogar die besseren Menschen – auf diesen nihilistischen Gedanken könnte man durchaus kommen bei der Lektüre dieses wundersam-eigenartigen Buches. In zehn Kapiteln schreibt Julian Barnes über die Arche Noah,

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Treibt keinen Unfug mit der Sprache!

Immer, wenn wir Kinder eine halsbrecherische Aktion durchführten, ermahnte uns die Großmutter „Treibt keinen Unfug!“. Das war mitunter lästig. Heute vermisse ich die großmütterlichen Ermahnungen. Unfug treiben – das hat trotz des gestrengen Untertones so etwas Warmes, Zärtliches, Zugewandtes. Heute rufen die Mamas am Sandkasten ihren Kevins und Jacquelines zu: „Bau keinen Scheiß, du Göre!“.

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#VerschämteLektüren (21): Jutta Reichelt und der verdammt gute Roman

Vor etwa 25 Jahren wurde ich einmal von einer Muse geküßt. Am nächsten Morgen schrieb ich den ersten Satz meines immer noch unvollendeten Romans. Offenbar war jedoch ein Kuss nicht genug – bei dem einen Satz sollte es fortan bleiben. Wie das so ist mit den Musenküssen. Ob Schreiben-Können auch mit dem Viel-Schreiben kommt, was

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