Schlagwort: Film

Lesezeichen von: Helmut Dietl

Vor etwas mehr als einem Jahr ist er verstorben: Helmut Dietl, der ewige Stenz. Der personifizierte „Monaco Franze“. Der das gute Leben liebte, feines Essen, schnelle Autos und die Frauen sowieso. Aber vor allem ein Besessener war, wenn es um seine Lebensleidenschaft ging: Das Filmemachen. Das Literaturhaus München ehrt Dietl – ohne den die berühmte

Weiterlesen

Mrs. Highsmith und Mr. Ripley. Mörderisches Traumpaar.

„Aber er fühlte sich einsam. Es war anders als der Eindruck, allein und doch nicht allein zu sein, den er in Paris gehabt hatte. Er hatte sich ausgemalt, daß er einen fröhlichen neuen Freundeskreis erwerben und ein neues Leben beginnen würde, ein Leben voller neuer Ansichten, Haltungen und Gewohnheiten, die denen, die er sein ganzes

Weiterlesen

Alfred Polgar: Marlene. Bild einer berühmten Zeitgenossin (1938/2015).

„Es war die zweite von links, die, im kritischen Augenblick, den Revolver hob und die Kanaille niederschoss. Sie schoss von einer Treppe herab, die im Hintergrund sich wendelte, sie blieb dort stehen, als die Tat getan war, und sah auf das Opfer mit einem Blick, in dem Uninteressiertheit, kindliche Neugier, Müdigkeit und Gefühl schicksalhaften Unvermögens

Weiterlesen

F. Scott Fitzgerald: Die Liebe des letzten Tycoon (1940).

„Er grüßte zurück und winkte dem Menschenstrom zu, der in der Dunkelheit vorbeifloß, und ich denke mir, daß er dabei ein bißchen wie Napoleon vor seiner Alten Garde ausgesehen hat. Es gibt keine Welt, die ohne Helden auskommt, und Stahr war ein Held. Die meisten dieser Männer waren schon lange hier, und bereits in den

Weiterlesen

Magda Szabó: Hinter der Tür (1987).

„Unsere wechselseitige Zuneigung war fast so etwas wie Liebe, obwohl wir enorm viele Zugeständnisse machen mußten, um uns gegenseitig zu akzeptieren. Jede Arbeit, die nicht mit den Händen und dem Einsatz körperlicher Kraft verbunden war, kam Emerenc wie Nichtstun vor, ja sogar wie ein Schwindel. Ich meinerseits habe die Leistung körperlicher Arbeit immer anerkannt, konnte

Weiterlesen

Philipp Meyer: Der erste Sohn (2013). James Dean lässt grüßen.

Rezension von Claudio Miller Manchmal beginnt man ein Buch zu lesen und hat von Beginn an dazu Bilder im Kopf. So erging es mir beim Lesen der Familiensaga „Der erste Sohn“ von Philipp Meyer. Eintauchend in die Geschichte der Familie McCullough, die sich im Lauf von zwei Jahrhunderten und über mehrere Generationen hinweg ein sattes

Weiterlesen

Cormac McCarthy: Ein Kind Gottes (1973).

Ein Beitrag von Claudio Miller Mein Einstieg in den harten, düsteren Kosmos des Cormac McCarthy begann, wie vielleicht bei vielen anderen deutschen Lesern auch, mit einem Film: „No Country for Old Men“, natürlich geprägt durch die Handschrift der Coen-Brüder, nachhaltig in Erinnerung durch Javier Bardem in der Rolle des Killers Chigurh. Die wohl seltsamste Frisur

Weiterlesen

#VerschämteLektüren (14): Nebelschwaden wabern über dem grauen Sofa

Claudia ist eine passionierte Leserin – davon spricht ihr Blog „DASGRAUESOFA“ Bände. Bei der Auswahl zeitgenössischer Literatur verlasse ich mich gerne auf die Tipps, die sie zu bieten hat: Ihr Urteil hat Hand und Fuss, sie zeigt Stärken und Schwächen von Büchern auf, die ich nachvollziehen kann, selbst wenn ich das Buch „anders“ lese. Kurzum:

Weiterlesen

Peter Wawerzinek: Schluckspecht (2014).

„Nichts dagegen zu sagen gibt es zum Film mit Nicholson in der Irrenanstalt. Der gefällt ihr ausnehmend gut. Den kann sie sich immer wieder ansehen. Der hat so viel mit dem Leben zu tun, seiner zeitweiligen Vergeblichkeit. Dass man nicht aufhören darf, an die Flucht zu glauben. Die sanften Berge. Das schöne Licht der Sonne,

Weiterlesen

Dashiell Hammett: Der dünne Mann (1934).

„Ich kann mir nicht vorstellen, wie ein Detektiv jemals zurechtkommen soll, ohne mit dir verheiratet zu sein, aber übertreiben tust du`s deswegen doch. Studsy, der Morelli anstößt, das ist genau meine Vorstellung von etwas, worüber man sich lange Zeit keine Gedanken zu machen braucht. Eher würde ich mir schon Gedanken darüber machen, ob sie Sparrow

Weiterlesen

Luigi Bartolini: Fahrraddiebe (1946).

„Man weiss, dass Verlaine die Diebe liebte. Weil er zusammen mit ihnen im Gefängnis sass, deshalb liebte er sie. Und er nannte sie „die lieben Diebe“. Und was Mörder angeht, so nannte er sie „die süssen Mörder“. Aber das war für ihn lediglich eine Frage des Reims, höchstens eine Frage von Worten, der klingelnden Worte

Weiterlesen