Felix Austria: Die Leichtigkeit des Schreibens mit Menasse, Haas und Seethaler

„Österreichische Identität – dieser Begriff hat etwas von einem dunklen und muffigen Zimmer, in dem man, wenn man aus irgendeinem Grund eintritt, sofort die Vorhänge beiseite schieben und das Fenster öffnen möchte, um etwas Luft und Licht hereinzulassen. Doch wenn das Fenster keine Aussicht hat und sich der Raum daher nur wenig erhellen will?“ Robert […]

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Mukoma wa Ngugi: Black Star Nairobi (2013)

„Überlegt doch mal, meine Freunde, wir haben Katastrophenprogramme für fast alles: Epidemien, Überschwemmungen, Hurrikans, Flächenbrände – aber nicht für politische Katastrophen. Menschen verhungern infolge schlechter Politik, die Malaria ist nicht ausgerottet wegen schlechter Regierungsarbeit, und dann gibt es diesen Krieg. Deswegen greifen wir ein. Wir kümmern uns um politische Desaster, bevor sie stattfinden“, sagte er […]

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#MeinKlassiker (28): Gunnar und sein kriminell guter Klassiker von Eric Ambler

„Genreliteratur“: Was eigentlich nur die inhaltliche Klassifikation erleichtern sollte, dient leider oft genug auch als Qualitätsaussage. Wo Genre draufsteht, kann keine gute Literatur drin sein – so lautet häufig der Kurzschluss hierzulande. Das trifft alle Genres – auch die Kriminalliteratur, die oftmals in die reine Unterhaltungsecke gesteckt wird. Dabei gab und gibt es hochklassige (Krimi-)Autorinnen und Autoren, […]

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Song Dog & Steam Pig: Kriminell gut, entlarvend düster – südafrikanischer Thrill

„Einer sagte, Captain Bronkhorst fürchte wohl, schlecht dazustehen, falls er die Person nicht dingfest machen konnte, die für die Explosion verantwortlich war. Aber später sagte Mtetwa, der Bantu-Sergeant, nein, das sei es nicht. Er hätte mit einem früheren CID-Kollegen in Trekkersburg gesprochen und gehört, Captain Bronkhorst sei mit einer sehr wichtigen Ermittlung betraut und müsse […]

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Andreas Föhr: Eisenberg (2016)

Ein Gastbeitrag von Florian Pittroff, http://www.flo-job.de Die Tegernsee-Krimis von Andreas Föhr habe ich verschlungen und war deshalb anfänglich doch eher skeptisch – warum jetzt was Neues? Kommissar Wallner und sein ewig grantelnder Kollege, Polizeiobermeister Kreuthner kommen doch gut an. Lokalkolorit, Spaß und doch spannende Krimilektüre. Jetzt also Frau Dr. Rachel Eisenberg. Die Ermittlerin diesmal eine […]

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Miroslav Nemec: Die Toten von der Falkneralm (2016)

Miroslav Nemec, den viele als Ivo Batic aus dem Münchner „Tatort“ kennen, hat einen Krimi geschrieben. Dass er sich nun – ganz als er selbst – zur Hauptfigur seines Romans macht und dabei natürlich in Sachen Mord ermittelt, entbehrt nicht einer gewissen Komik. Nemec soll bei einem „Mörderischen Wochenende“ aus einem Krimi von Henning Mankell […]

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Donald Ray Pollock: Das Handwerk des Teufels (2012).

– Ein Gastbeitrag von Bernd Hohlen – Arvin Russels Vater Willard gibt seinem Sohn zwei Sätze mit auf den Weg. Der Erste: »Wenn  das nächste Mal einer mit dem Mist anfängt, dann will ich, dass du es zu Ende bringst«. Der Zweite: »Du musst nur den richtigen Augenblick abwarten«. Um diese zwei Aussagen zu beherzigen, […]

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Mrs. Highsmith und Mr. Ripley. Mörderisches Traumpaar.

„Aber er fühlte sich einsam. Es war anders als der Eindruck, allein und doch nicht allein zu sein, den er in Paris gehabt hatte. Er hatte sich ausgemalt, daß er einen fröhlichen neuen Freundeskreis erwerben und ein neues Leben beginnen würde, ein Leben voller neuer Ansichten, Haltungen und Gewohnheiten, die denen, die er sein ganzes […]

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Friedrich Ani: Der einsame Engel (2016)

Friedrich Ani bei „Literatur im Biergarten“ in Augsburg im Sommer 2015. © flo-job büro Ein Beitrag von Florian Pittroff Den Deutschen Krimi Preis gewinnt Friedrich Ani in Serie – so wie zuletzt im Januar mit dem Roman „Der namenlose Tag“, erschienen bei Suhrkamp. „Wie war dein Wochenende?“, fragte sie, und obwohl sie keine Antwort erwartete, […]

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Niederlande erlesen (2).

Starke Frauen „Sie fangen immer mit Bach an. ‚Kunst der Fuge‘. Alle Stimmen gleichwertig, wenig Unterschied in der Dynamik, kein übertriebener Ausdruck. Sorgfältig und sauber muss es sein. Einer nach dem anderen setzt ein, das Stimmengeflecht wird zusehends verschlagener. Man muss sich zurücknehmen, wenn ein neuer Einsatz kommt, das Thema hat Vorrang. … Die Bratsche […]

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William S. Burroughs und Jack Kerouac: Und die Nilpferde kochten in ihren Becken (2010).

 „Der Barkeeper hatte das Radio an. Ein Nachrichtensprecher brachte eine Meldung über einen Brand in einem Zirkus und sagte: „Und die Nilpferde kochten in ihren Becken zu Tode.“ Er brachte diese Details mit dem für Nachrichtensprecher typischen salbungsvollen Genuss.“ William S. Burroughs/ Jack Kerouac, „Und die Nilpferde kochten in ihren Becken“, Verlag Nagel & Kimche, […]

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Jutta Reichelt: Wiederholte Verdächtigungen (2015).

Die gute Nachricht ist: Christoph ist nicht mehr länger verschwunden. Und der Roman, der Aufklärung bietet, ist endlich da. Und die zweite gute Nachricht ist: Am liebsten würde man Christoph ein zweites Mal verschwinden lassen, um das Buch nochmals von vorne beginnen zu können. Und das ist auch gut möglich. Denn wenn auch der Verlag […]

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Karim Miské: Arab Jazz (2012).

Wer etwas über die innere Befindlichkeit einer Gesellschaft erfahren möchte, ist mit Kriminalliteratur nicht schlecht bedient. Wenn sie denn auch noch so hervorragend flüssig geschrieben ist wie das Romandebüt des Journalisten und Filmemachers Karim Miské. Bereits ab 2006 arbeitete der Pariser, Sohn eines Mauretaniers und einer Französisin, an „Arab Jazz“ (was den deutschen Verlag dazu […]

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#VerschämteLektüren (20): Der Krimiblogger mag es auch mal cozy – Ludger Menke und Inspector Jury.

Allen meinen Leserinnen und Lesern hier wünsche ich ein SUPERGUTES NEUES JAHR!!! Ich hoffe, Ihr seid gut gerutscht, hattet einen guten Start in 2015 und seid auch bereit für eine neue Runde an verschämten Lektüren. Zum Start in 2015 wird es spannend mit Ludger Menke alias Krimiblogger. Ludger schreibt über Kriminalliteratur auf mehreren social media-Kanälen […]

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#VerschämteLektüren (17): Eine Spannungsautorin mit Hang zu ulkigen Weihnachtsmännern

„Wieder rammten sich Rasierklingen durch seine Trommelfelle. Eine Türklingel, schrill und fordernd. Jemand klopfte mit der Faust. Rüttelte an einer Tür. Rief Tareks Namen – er solle endlich aufmachen!“ Das ist ein Zitat aus dem Schlusskapitel in „Für Immer Mein“ von Ellen Dunne. Es ist ihr zweiter Roman nach „Wie Du Mir“, einem Krimi, der […]

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