Schlagwort: Kunst

Beat it like Karlsruhe – Ausstellung zu Kerouac, Ginsberg, Burroughs & Co.

Wer träumt manchmal nicht davon, sich einfach in ein Auto oder den nächsten Zug zu setzen und auf und davon zu brausen? Ohne Ziel, sehen, wohin einen die Straße bringt. Alle Grenzen sprengen, Konventionen hinter sich lassen – frei sein von Terminen, Zwängen, Druck, Anforderungen. Ich jedenfalls schon. Wenn die Mühlen des Alltags sehr, sehr

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Elfriede Lohse-Wächtler: Kunst ohne Kompromiss

“Ich glaube, ich bin wirklich wieder einmal verrückt. Und da man diese blödsinnige Briefschreiberei multiplizieren oder auch addieren und zum Schluss korrigieren kann. Zu deutsch: durchteilen. So kommt als Resultat heraus wie Schreibmaschinendamen zu Dichterinnen werden können. Oder wieso Dichter nicht dichten können. Schmeiße nunmehr den Papiersalat in einen Topf, rühre dreimal gut um, stampfe

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Paul Klee und der Sturz des Ikarus.

„Je schreckensvoller die Welt ist, desto abstrakter die Kunst, während eine glückliche Welt eine diesseitige Kunst hervorbringt.“ Dichter malen mit Worten. Maler schreiben mit Bildern. Manche können beides. So Paul Klee (1879-1940), der dichtende Maler, malende Dichter, Dichtermaler. Er wirkt nicht nur durch sein bildnerisches Werk. Auch durch seine Tagebücher. Vor allem jedoch durch seine

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Joachim Ringelnatz – Reisegeldgedicht

282 Straßenschilder aus Ost-Berlin zeigt die Wandinstallation von Raffael Rheinsberg im Eingangsbereich des Germanischen Nationalmuseums – auch ein Teil deutscher Geschichte, vom Verschwinden und Vergessen bewahrt. Es gibt der Worte nicht genug, Um Heim und Heimat laut zu preisen. Um zehn Uhr vierzig geht mein Zug. Adieu! Adieu! Ich muß verreisen. Mein Reisekoffer, frisch entstaubt, Folgt

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Berliner Bloggertour: Anders müde als Ringelnatz

Müde in Berlin Wenn die Gedanken sich zerstreut Aus dir entfernen, So, daß kein schönes Bein dich freut, Und eine trübe Feuchtigkeit Hängt über dir, unter den Sternen, — Wo willst du hin um solche Zeit? Schön ist zum Beispiel die Peltzer-Bar. Aber müde Menschen sind undankbar. Geh heim und lege dich zur Ruh. Du

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Bummeleien: Bernried, Buchheim und das Boot

Ich muss zugeben, ich habe noch nie ein Buch von Lothar-Günther Buchheim gelesen. „Das Boot“ (veröffentlicht 1973) steht zwar in meinem Regal, seit ich den Film (1981) gesehen habe, aber unbeachtet. Es ist einfach nicht mein „Genre“. Über den Maler, Fotografen und Verleger sowie Autoren, der temperamentvoll und klug über Kunst schrieb, vor allem die

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Ein Bumerang kehrt zurück: Der talentierte Herr Ringelnatz

  Malerstunde Mich juckt`s, Doch ich kann mich nicht jucken, Weil meine Finger voller Farbe sind. Dabei habe ich den Schlucken. Wenn ich den Pinsel – – Hupp schluckt`s. In meinem Fliegenspind Summt eine Fliege grollend, Eingesperrt, hinauswollend. Keine Fliege lebt von Worcester-Sauce. Ach, Hunger tut weh. Aber er schont die Hose Und macht sie

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Die mehrfach talentierte Mrs. Highsmith

„Warum sollte es erstaunlich sein, daß viele Schriftsteller gerne zeichnen oder bildhauern? Vielleicht versuchen sich einige hie und da auch im Komponieren. Alle Künste sind eins, und jede Kunst – auch das Ballett – ist ein Mittel, Geschichten zu erzählen.“ Patricia Highsmith, „Zeichnungen“, 1995, Diogenes Verlag „Sie war nicht nett“: Mit diesem Satz beginnt die

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Lesezeichen von: Paul Auster

„Also blieb ich bei meiner Schreibmaschine, und die achtziger Jahre gingen in die neunziger über. Einer nach dem anderen stiegen meine Freunde auf Mac oder IBM um. Allmählich kam ich mir vor wie ein Fortschrittsfeind, der letzte heidnische Posten in einer Welt voller digitalen Konvertiten. (…) Bis dahin hatte ich mich meiner Schreibmaschine nicht sonderlich

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Lesezeichen von: René Descartes

„Um die Wahrheit zu finden, muss einmal im Leben an allem, soweit es möglich ist, gezweifelt werden.“ René Descartes (1596 – 1650). Ich gehöre noch zu den altmodischen Leuten, die ihre Termine nicht allein in ein Smartphone oder den PC tippen, sondern tatsächlich noch zusätzlich einen echten Papierkalender führen. Umso neugieriger wurde ich, als Susanne Haun,

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Bummeleien: Weimarer Wandwanderungen

  Wer da nicht schon alles da war. Ein „Who`s Who“ an Häuserwänden. In Weimar findet sich an jeder zweiten Ecke eine Gedenktafel – zu Zeiten der „Weimarer Klassik“ war das Prominentengucken vielleicht ein Sport wie heutzutage in Beverly Hills. Schön, dass man aber nicht nur an Dichter&Denker dabei dachte, sondern auch an das leibliche Wohl

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Das Nashorn schreibt der Tigerin

Was weiß man schon vom Innenleben eines Paares? Selbst wenn es öffentlich erscheint? Was weiß man schon davon, was zwei zusammenhält? Ein wenig lässt es sich erahnen, was Friedrich Dürrenmatt und Charlotte Kerr verband, sieht man die gemalten Zärtlichkeitsbeweise, die das Nashorn seiner Tigerin hinterließ.   Als Dürrenmatt Charlotte Kerr kennenlernte, war er der ältere

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Best Buddys: Ringelnatz, Sintenis und der Bär

BÄR AUS DEM KÄFIG ENTKOMMEN Was ist nun jetzt? Wo sind auf einmal die Stangen, an denen die wünschende Nase sich wetzt? Was soll er nun anfangen? Er schnuppert neugierig und scheu. Wie ist das alles vor ihm so weit Und so wunderschön neu! Aber wie schrecklich die Menschheit schreit! Und er nähert sich geduckt

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Ulrich Becher: Murmeljagd (1969). Berg- und Talfahrt im Exil – Fix Laudon!

Ein Beitrag von Claudio Miller Dieses Buch haut einen um wie eine Naturgewalt. Es macht atemlos. Und zunächst auch sprachlos. Als ich es zur Seite legte, war ich mir nicht sicher, ob ich überhaupt eine halbwegs anständige Besprechung dazu zustande bekäme. Sicher bin ich mir immer noch nicht. Aber es sollte, ja, es muss vorgestellt

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