Schlagwort: Pulitzerpreis

Amerikanische Tragödien – Sex, Geld und Macht einerseits, Nestbeschmutzer andererseits.

„Bis vor ein oder zwei Jahren waren auf den Schlachthöfen auch Pferde geschlachtet worden, angeblich zur Herstellung von Düngemitteln; aber nach langer Agitation hatte die Presse der Öffentlichkeit klarmachen können, dass die Pferde in die Fleischkonserven wanderten. Jetzt war es daher gesetzlich verboten, in Packingtown Pferde zu schlachten, und dieses Gesetz wurde sogar befolgt –

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Adam Johnson: Das geraubte Leben des Waisen Jun Do (2012).

„Der Kapitän mit der Tätowierung seiner Frau auf der uralten Brust tauchte vor seinem inneren Auge auf – wie bläulich verwaschen die ursprünglich schwarze Tinte geworden war. Sie war unter der Haut des alten Mannes verlaufen, und das gestochen scharfe Bild war zum Aquarell verschwommen – zu einem bloßen Schatten der geliebten Frau.“ Adam Johnson,

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Harper Lee: Gehe hin, stelle einen Wächter (2015).

„Dr. Finch streckte die Beine aus. „Es ist ziemlich kompliziert“, sagte er, „und ich möchte nicht, dass du dem leidigen Irrtum verfällst, dir auf deine Komplexe etwas einzubilden – du würdest uns damit bis ans Ende unserer Tage langweilen, also lassen wir die Finger davon. Die Insel eines jeden Menschen, Jean Louise, der Wächter eines

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Anthony Doerr: Alles Licht, das wir nicht sehen (2014)

Ich nenne es eine Pulitzer-Preis-Verschwörung: Es muss in der Jury in den vergangenen Jahren insgeheim die Entscheidung gefallen sein, im Bereich Belletristik vor allem Bücher auszuzeichnen, die durch ihr Volumen bestechen. Seitenmasse vor literarischer Klasse. Nun haben sie wieder zugeschlagen, die Liebhaber des dicken Buches – die jüngste Auszeichnung ging an Anthony Doerr, dessen Roman

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Donna Tartt: Der Distelfink (2013).

„Sorge! Was für eine Zeitverschwendung. Alle heiligen Schriften hatten recht. „Sorge“ war ganz offensichtlich das Kennzeichen einer primitiven und spirituell unterentwickelten Persönlichkeit. Wie hieß noch die Zeile bei Yeats, über die heiteren chinesischen Weisen? Alles fällt und wird wieder gebaut. Alte glitzernde Augen. Das war Weisheit. Jahrhundertelang hatten die Menschen gewütet und geweint und Dinge

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