Kategorie: Literatur-Orte

Da hab ich ein Leben lang Angst vor dem Sterben gehabt, und jetzt das!

Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit. „Und plötzlich schweifte mein Auge ab, vorn in der ersten Reihe saß noch einer, den hatte ich bisher nicht bemerkt, und das war: ER. Ein zaundürrer, langer Geselle, mit stakigen, spitzen Don-Quichotte-Beinen, mit winkligen, spitzigen Knien, einem Löchlein in der Hose, mit blankem, abgeschabtem Anzug. Sein Löchlein in

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Ossip Mandelstam: Wort und Schicksal.

War niemands Zeitgenosse, wars in keiner Weise, solch Ehre ist zu hoch für mich. Ein Greul, wer da so heißt, wie sie mich heißen, das war ein andrer, war nicht ich. Ossip Mandelstam in der Übertragung von Paul Celan (1959, Quelle: „Gedichte“, Fischer Taschenbuch Verlag, Ausgabe 1983). Kein Zeitgenosse wollte er sein – und wurde

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Die gute Stube von Goethe, Schiller, Herder und Wieland

Zu gerne hätte ich da einmal ein Gespräch belauscht, wenn sich Goethe, Schiller, Herder und Wieland in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar zum plaudern und philosophieren getroffen haben. Ging es wirklich immer hochgeistig zu unter dem „Vierergestirn der Weimarer Klassik“? Oder wurde auch mal was ganz Profanes besprochen? So etwa: Goethe: „Jungs, mir

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Salve, Lotte! Der Junge hat`s doch schön bekommen …

„Da war der unregelmäßige Kleinstadt-Platz, auf dessen Katzenköpfen die Räder rasselten, die Seifengasse, das gestreckte Haus mit leicht abbiegenden Seitenflügeln, an dem Charlotte mit Amalie Ridel schon mehrmals vorübergegangen war: Parterre, Bel-Etage und Mansardenfenster im mäßig hohen Dach, mit gelb gestreiften Einfahrtthoren in den Flügeln und flachen Stufen zur mittleren Hausthür hinauf.“   „Charlotte hörte

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Johann Wolfgang von Goethe – Mayfest

Wie herrlich leuchtet Mir die Natur! Wie glänzt die Sonne! Wie lacht die Flur! Es dringen Blüten Aus iedem Zweig, Und tausend Stimmen Aus dem Gesträuch, Und Freud und Wonne Aus ieder Brust. O Erd o Sonne O Glück o Lust! O Lieb’ o Liebe, So golden schön, Wie Morgenwolken Auf ienen Höhn; Du segnest

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Dada manifestiert sich

„Ich verkünde die Opposition aller kosmischen Eigenschaften gegen die Gonorrhoe dieser faulenden Sonne, die aus den Fabriken des philosophischen Gedankens kommt, den erbitterten Kampf mit allen Mitteln des dadaistischen Ekels. Jedes Erzeugnis des Ekels, das Negation der Familie zu werden vermag, ist Dada; Protest mit den Fäusten, seines ganzen Wesens in Zerstörungshandlung: Dada; Kenntnis aller

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Zürich: Dada war da, bevor ich da war.

„Eine in meinem Lokal … verkehrende Gesellschaft junger Künstler und Literaten ist mir der Bitte an mich herangetreten, den meiner Weinstube angegliederten Saal … als Künstlerkneipe einzurichten. (…) Sie möchten in diesem Saale aus ihren eigenen Werken vorlesen, zur gegenseitigen Unterhaltung beitragende Vorträge veranstalten, kurz einen Treffpunkt des künstlerisch interessierten Publikums Zürichs einrichten. Es soll

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Unterwegs mit Mörike: Schön blau. Und lau.

’S leit a Klötzle Blei glei bei Blaubeira, glei bei Blaubeira leit a Klötzle Blei. Nun, da der Frühling erste zartesblaueste Bändchen flattern lässt, ganz, ganz zarteralszartblaue noch, zog es mich in die Natur. Sämtliche Mutterbusen-Metaphern erspare ich mir und den Lesern: Dafür ist die Schwäbische Alb viel zu harsch und herb gebaut. Kindheitsgefühle werden

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Klosterbibliothek Wiblingen: Lost in Rokoko

Es ist schon ein wenig eine Überforderung für die Augen, wenn man den Bibliothekssaal in der ehemaligen Benediktinerabtei Wiblingen (bei Ulm) betritt: Erschlagen vom Rokoko. Zugegeben, meine Art der Hausbibliothek wäre das nicht – zu viele Staubfänger, hier vornehmer Allegorien genannt. Und zudem ist die Geschichte solcher Prestigebauten ebenso erdrückend wie ihr erster Anblick: Die

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Kloster Maulbronn: Hier kam Hermann Hesse unters Rad.

„Im Nordwesten des Landes liegt zwischen waldigen Hügeln und kleinen stillen Seen das große Zisterzienserkloster Maulbronn. Weitläufig, fest und wohl erhalten stehen die schönen alten Bauten und wären ein verlockender Wohnsitz, denn sie sind prächtig, von innen und außen, und sind in den Jahrhunderten mit ihrer ruhig schönen, grünen Umgebung innig zusammengewachsen. Wer das Kloster

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Literarische Orte: Hier entstanden die Buckower Elegien

Von Angelika Felber In ihrem Gastbeitrag berichtet Angelika Felber von einem Besuch im Brecht-Weigel-Haus in Buckow am Scharmützelsee: Mitten in der hügelig, wald- und seenreichen Landschaft der Märkischen Schweiz fand Bertolt Brecht 1952 ein Refugium, wo er ungestört arbeiten und Gesprächspartner empfangen konnte. Dort schrieb er im Sommer 1953 die Buckower Elegien, in denen er

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Literarische Orte: Hermann Hesse im Tessin

Kennst du das auch, dass manchesmal Inmitten einer lauten Lust, Bei einem Fest, in einem frohen Saal, Du plötzlich schweigen und hinweggehen musst? Ein fotografischer Gastbeitrag von Rose Böttcher. 1919 fand Hermann Hesse für sich einen Rückzugsort: Montagnola im Tessin. Seit einigen Jahren gibt es nahe bei der Casa Camuzzi, in der Hesse bis 1931

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#meinebücherei (4): Die Stadtbibliothek in Rosenheim – Lesen in einem wunderbaren Ambiente

Ist das nicht herrlich? Wir geben uns einem faulen Lenz hin und genießen eine dekadent lange Sommerpause – und derweil erreichen uns im süßen Nichtstun Gastbeiträge. Die zudem die etwas darniederliegende Reihe über #meinebücherei mit neuem Leben erfüllen. Elisabeth Gröger berichtet in Wort und Bild von der Stadtbibliothek Rosenheim. Also, liebe Leut`, bislang haben wir

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Essen mit Oskar Maria Graf: Niemand kann allein sein.

Wer in München unter dem Stichwort „Oskar Maria Graf-Denkmal“ nach einer Statue sucht, wird vergeblich suchen. Die Münchner haben dem Schriftsteller, der eng mit ihrer Stadt verbunden ist, ein ganz eigenes, ihm angemessenes Andenken gesetzt – sozusagen ein ganzes Kaffeehaus als Kulturort und Denkmal zugleich. Das hätte Graf, bayerisches Urgestein und Weltbürger zugleich, der den

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