#meinebücherei (5): „Irgendjemand will, dass wir schlau sind“ – die Stadtbücherei Bad Harzburg

Ich war am vergangenen Freitag in der Augsburger Stadtbibliothek, um Wilhelm Genazino zu lauschen – wunderbar, wie der „Tarzan am Main“ mit trockenem, leisen Humor über das Schreiben plauderte. Neben der Lesung aus Genazinos jüngstem Roman umfasste der Abend ein „Literarisches Quartett“ mit Journalisten, einem Buchhändler und meinem Augsburger Bloggerkollegen Marius Müller, dessen Blog ich […]

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Wilhelm Genazino: Außer uns spricht niemand über uns (2016).

„Ein wenig Hoffnung schöpfte ich, als ich zu einem Sommerfest eingeladen wurde. Auf dem Sommerfest würden bestimmt ein paar in Frage kommenden Frauen herumflirren und Nachtfalterblicke aussenden. Ich fürchtete mich vor meinen humoristisch gemeinten Reden, die sich bei solchen Anlässen unangenehm in den Vordergrund schoben. Ich hörte mich schon jetzt, wie ich zu einer alkoholisierten […]

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Wilhelm Genazino: Tarzan am Main (2013).

„Wer in einem Flugzeug sitzt und sich langsam der Stadt Frankfurt am Main nähert, wird Opfer einer harmlosen Blendung. Etwa fünfzehn Minuten dauert der Sinkflug, und er spielt sich über schier endlosen Häusermeeren ab. In der Mitte des Panoramas erhebt sich machtvoll eine Wand von Hochhäusern, die zusammengewachsen scheinen. Wer die Geographie nicht kennt, hält […]

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Kai Weyand: Applaus für Bronikowski (2015)

„Hallo, Ihr sorgenvollen Lebenstraumerfüllte, Um mich müsst Ihr euch keine Sorgen machen. Ich lebe meinen Traum. Ich arbeite mit Abraham Lincoln zusammen, und ich halte ihn für echt. Er ist ein Untoter. Früher kämpfte er gegen die Starrköpfigkeit der Südstaaten, heute gegen die Leichenstarre der Toten. Ich helfe ihm, sie wieder geschmeidig zu machen. Eine […]

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#dbp15 Vor dem Buchpreis ist nach dem Buchpreis

Ich gebe es zu. Auch ich bin ein Marketingopfer. Bin völlig konsumorientiert, kritiklos, bedenkenlos mit dem Schwarm geschwommen. Und habe es getan, jawoll. Einfach so. Brav bin ich Jahr für Jahr nach der Bekanntgabe des Deutschen Buchpreisträgers in meine Buchhandlung vor Ort gedackelt und habe mir das preisgekrönte Werk gekauft. Und habe es sogar gelesen, […]

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Wilhelm Genazino – Aus der Ferne. Auf der Kippe (2012).

„Wenn dieses Bild aufscheint, am Ende von „Modern Times“, sind die Zuschauer erleichtert, daß Charlie und die schöne junge Frau endlich zusammengefunden haben. Nach hundert Fehlschlägen leuchtet ihnen die Utopie des Glücks, der sie nun, auf einer von allen Niederlagen gereinigten Straße, entgegengehen. In unserer Begeisterung übersehen wir, daß sich in diesem Schlußbild noch eine […]

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Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal (2014).

Du duckst dich gern weg, sagte sie überraschend. Ich ahnte nur ungenau, was sie meinte, aber ich wollte entgegenkommend sein und sagte nur: Ja, geb` ich zu. Fühlst du dich wohl dabei? Schwer zu sagen, antwortete ich. Deine Rückzugsgefechte führen nicht zu einem eigenen Leben, sondern höchstens zu einer Eigenbrötlerei. Mir war nicht klar, wie […]

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