Der Hund in der Literatur – oder wie drei Bloggerinnen auf den Hund kamen

42 Kommentare

hundEs begann ja ganz harmlos, schon vor ein paar Monaten: Als ich auf meinem Blog hier „Das Scheusal“ vorstellte, das Buch, das Alice Herdan-Zuckmayer ihrem Hund namens Mucki widmete, waren einige bloggende und lesende Hundebesitzerinnen recht angetan. Insbesondere Claudia von „Das graue Sofa“, die ja ab und an auch einen ihrer Vierbeiner ein Buch rezensieren lässt sowie Sabine von „Binge Reading & More“, deren Hund wir öfter auf den Beitragsbildern bewundern dürfen.

„Das Scheusal“ namens Mucki brachte uns – drei Bloggerinnen und Hundebesitzerinnen (bzw. ehemalige Hundebesitzerin, ich kann leider keinen mehr halten) – auf die Idee, eine literarisch-animalische Spurensuche zu starten: Wir wollen einmal genauer schauen, wie der Hund Einzug gefunden hat in die Literatur. Was lässt sich lernen aus der Literatur über das Verhältnis von Hund und Mensch? Hat sich das im Laufe der Zeit verändert, ist es bei Thomas Mann anders als bei Gerbrand Bakker, und wie ist das Zusammenleben Mensch und Hund in der Wildnis Russlands oder Amerikas, heute oder zu Zeiten des Goldrauschs?

Hat der Hund, der ja immer schon ein wichtiger Partner der Menschen gewesen ist als Wach- und Hütehund, als Jagdbegleiter und Zug- und Transporttier und natürlich auch als der sprichwörtliche treue Begleiter, vielleicht auch als Motiv Einzug gehalten in die Literatur? Und wie sieht es aus mit dem Hund als Gruseltier oder gar als literarische Hauptfigur?

Beiträge zu unserer kleinen Reihe werden in loser Reihenfolge auf unseren Blogs erscheinen, sind immer aber immer erkennbar am Logo (s.o.). Und das stammt von Sabine von www.bingereader.org.  Wir jedenfalls freuen uns und sind gespannt, was herauskommt bei unserer Reise mit dem Hund durch die Literatur. Und die Reise wird, das wollen wir hier auch nicht verschweigen, völlig zufällig sein, rein subjektiv und ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit. Dabei stehen uns natürlich unsere vierbeinigen Experten zwar nicht so sehr mit Rat und Tat, auf jeden Fall aber mit zustimmendem oder ablehnendem Geknorzel aus ihren Körbchen zur Seite.

Und wenn noch jemand weiteres literarisch auf den Hund kommen möchte – herzlich gerne, wir würden uns freuen!

42 comments on “Der Hund in der Literatur – oder wie drei Bloggerinnen auf den Hund kamen”

    1. Schön! Kinder- und Jugendromane hatten wir noch gar nicht im Fokus … da gibt es wahrscheinlich noch viel mehr mit Hund, wobei ich mich da nicht so gut auskenne, was empfehlenswert ist und was nicht. Daher danke für den Tipp!

      Gefällt mir

  1. Unvergessen auch der Hund in Sven Regeners „Herr Lehmann“.
    Die ganze Geschichte spielt natürlich in Kreuzberg süd-ost und die Sequenz mit dem Hund ist nicht beosnders lang, doch dafür umso einprägsamer.

    Gefällt mir

  2. Am kommenden Wochenende holen wir unseren Familienzuwachs ab. Mal sehen, ob „Scotty“ auch Einzug in meinen Blog erhält. Den Hund nicht lieblich oder verklärt zu einem literarischen Protagonisten zu machen, ist Sun-Mi Hwang mit ihrem zweiten auf Deutsch erschienen Buch „Der Hund, der zu träumen wagte“ sehr lesenswert gelungen: https://thomasbrasch.wordpress.com/2016/12/15/auf-den-hund-gekommen/.

    Als nächstes werde ich dann doch mal „Timbuktu“ von Paul Auster lesen. Wenn mich das dann auch überzeugt, melde ich mich noch mal und Reihe mich ein in die schöne Idee.

    Gefällt 2 Personen

    1. Ach, wie schön … das ist immer spannend und eine aufregende Zeit, wenn ein Hund in eine Familie kommt – ich wünsch euch viel Freude dabei (und hoffentlich wenig Mühe beim „trockenlegen“). Timbuktu wollte ich in nächster Zeit einmal wiederlesen – aber wenn Du Lust und Zeit dazu hast, trete ich gerne zurück. Ich glaube, auch Sabine wollte es sich anschauen, aber das ist ja auch schön spannend, wenn das Buch aus mehreren Perspektiven betrachtet wird.

      Gefällt mir

  3. ein prima projekt!
    bin sehr gespannt auf kommende beiträge!

    (will selber seit langem schon ein lyrisches bestiarium anlegen, also gedichte sammeln, die von tieren handeln bzw. ein tier als metapher benutzen. konnte ich bislang nur in zartesten ansätzen realisieren, leider …)

    Gefällt mir

    1. Danke Dir … das freut uns drei (und eventuell dazukommende Mitstreiter – ab und an ein Hund in der Lyrik? Wäre doch schön?)
      Mit dem Bestiarium hast Du Dir ja wirklich was Großes vorgenommen: Ich hab mal nur in Sachen Mops recherchiert und war schon baff erstaunt, wie oft dieser Hund in der Lyrik vorkommt – Anstoß gab natürlich Jandl.

      Gefällt 1 Person

      1. Mein Blogartikel zu „Edgar Sawtelle“ wäre jetzt fertig. Darf ich das Logo übernehmen und den hashtag #lithund übernehmen? oder soll ich Euch lieber den Artikel vorher zuschicken? Wie hättet ihr es denn gerne?
        Liebe Grüße
        Erika

        Gefällt 1 Person

      2. Liebe Erika, würde uns freuen, wenn Du das Logo übernimmst und den Hashtag – das ist ja großartig. Mach einfach, wie Du das möchtest! Auch das Timing ist toll – ich werde die nächsten Tage mal einen Sammelartikel bringen, in dem ich auf alle Beiträge (sprich das ganze Rudel) verlinke!

        Gefällt 1 Person

  4. Also mir fällt da Hobbes ein. Der geliebte Pitbull von Julius Winsome in dem wunderbaren und gerade jahreszeitlich sehr passendem Buch „Winter in Maine“. Ich habe es schon vor einer Weile gehört und ich habe selten so geheult und mir eigentlich geschworen es nie mehr anzuhören. Für euch würde ich mein Versprechen brechen und neue Taschentücher besorgen 😉

    Gefällt 1 Person

  5. „Ich möchte zu Beginn die Feststellung machen, daß Eltern, Ehemänner, Kinder, Liebende und Freunde zwar alle durchaus ihr Gutes haben, aber sie sind keine Hunde.“ Erster Satz aus dem als Roman bezeichneten Buch ‚Alle meine Hunde‘ von Elizabeth von Arnim.

    Gefällt 1 Person

  6. Ein feines, ambitioniertes Vorhaben. Freut mich sehr, dass Ihr auf dieser Spur seid.

    Für das Blog meines Terrier-Mixes Lotta-Filipa hatte ich, quer durch alle Genres, ähnliches vor. Final: eine literarisch erlesene Hundebibliothek im Sinn. Ich bin kläglich gescheitert: https://lottafilipa.wordpress.com/category/herrchen-hat-gelesen/

    Abgesehen von einigen Klassikern hat mich weniges überzeugt. Vieles, was ich gelesen habe, bereitete mir Unbehagen, manches machte mich ärgerlich. Möglicherweise liegt das an meiner Beziehung zu Lotta-Filipa, die mich in den vergangenen dreieinhalb Jahren gelehrt hat, wie ein Hund tickt. Zugegeben: wie ein Hund tickt, der in einem Singelhaushalt in einer Großstadt lebt.

    So wie vielfach dargestellt, jedenfalls nicht. Na klar: sie ist zugewandt, nimmt Notiz von meinen Stimmungen, freut sich wie Bolle, wenn ich nach Hause komme. Letztlich aber ist sie sich selbst genug. Wichtig sind die Hundekumpels und das Fressen. Die Moral? Die kommt bei Hunden nicht nach, sondern vor dem Fressen. Nicht zu fassen, wie lange es Lotta-Filipa brav im „sitz“ aushält, währenddessen ihr Futter zubereitet wird. Danach? Kein Halten mehr. „Sitzt“. Nie gehört. Was ist das?

    Der Hund als Projektionsfläche menschlicher Sehnsüchte? Der Hund als Held? Der Hund als besserer Mensch?

    Wie gesagt, weniges hat mich angesprochen, manches enttäuscht. Vieles verärgert, was in jüngeren Zeiten, zu denen mit Hundehaltung Milliardengeschäfte gemacht werden, von den Verlagen auf den Markt geworfen wird, um daran zu partizipieren.

    Nun denn, lange Rede: Mein Highlight bisher nach allerlei Lesefrust:
    Bettina Balaka: Unter uns, Wien: Heymon Verlag 2014

    Und noch ein Hinweis: „Beautiful Joe. Der Hund, der die Menschen verändert hat“. Das Buch erschien erstmals 1893 unter männlichem Pseudonym und soll wesentlich dazu beigetragen haben, den Tierschutz zu verbreiten. Geschrieben, wie neuerdings verbürgt ist, hat es eine Frau. – Habe es jüngst antiquarisch erstanden.

    Gefällt 1 Person

    1. Danke für den Kommentar, aus dem die Seele einer Hundebesitzerin spricht 🙂 Nun, wir werden sehen, wohin unser gemeinsames Hundeliteraturprojekt noch führt – und inwieweit wir da aus unseren eigenen Erfahrungen den einzelnen Werken als Hundehalterinnen und Leserinnen Kritik oder Zustimmung geben können. Erstaunlich ist schon einmal, wie oft der Hund in der Literatur eine Rolle spielt – und wie viele Autorinnen und Autoren auf den Hund gekommen sind. Ich beschäftige mich derzeit eher mit der Literatur, die autobiographisch vom Leben mit dem Hund erzählt: Thomas Mann, Sandor Marai, Virginia Woolf … aber das wird noch etwas dauern, bis daraus ein Beitrag resultiert. Einstweilen herzlichen Dank für die zusätzlichen Lesetipps!

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s