Jérôme Ferrari: Predigt auf den Untergang Roms (2012).

„André wird bald nach Algerien abreisen, und Marcel  neidete seinem Schwager dessen abenteuerliches Leben, das so schmerzhaft im Gegensatz stand zu der Leere seines eigenen, er sah das Kolonialreich nicht zusammenbrechen, er hörte nicht einmal das dumpfe Knirschen seiner angeschlagenen Fundamente, denn er war vollständig auf das Zusammenbrechen seines eigenen Körpers konzentriert, den Afrika mit […]

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Österreichische Melange mit Eva Menasse, Christoph Ransmayr, Lili Grün und Albert Drach

Die kluge Erzählerin: Eva Menasse Über Jahre hinweg hat Eva Menasse skurrile Tiermeldungen aus Zeitungen und Zeitschriften gesammelt. Von Igeln, die in Eisbechern ersticken, von Schmetterlingen, die die Tränen von Krokodilen trinken und Raupen, die sich, wenn sie fressen, zum Opfer machen. Ihren acht Erzählungen im neu erschienenen Band „Tiere für Fortgeschrittene“ stellt sie je […]

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#lithund: Nicola Förg und ihre scharfen Hunde – ein Alpenkrimi (2017)

Ehrlich gesagt war es mein erster Alpen-Krimi von Nicola Förg. Das Hauptpersonal: Hundewelpen, die aus einem umgestürzten Lkw krabbeln, drei Tote und die Ermittlerin Irmi Mangold samt ihrer Kollegin Kathi Reindl. Das ist der Plot, aus dem die „Scharfen Hunde“ sind. Nicola Förg greift ein hochbrisantes Thema auf: Hundehandel! Und es ist eine durchaus gute […]

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#MeinKlassiker (35): Herbert liest … Lady Chatterley – Erosion, Emotion und Erotik

Für mich war dies einer der ersten Blogs, denen ich „begegnet“ bin: Herbert zählt für mich zu den „Urgesteinen“ in der Blogosphäre. Er betreibt das Schreiben über Literatur mit wahrer Leidenschaft: Seine Leseinteressen sind vielfältig, seine Besprechungen mannigfaltig. Der Blog aus.gelesen ist eine wirkliche Fundgrube für alle wilden Leser: Da findet man Rezensionen zu Klassikern, zu […]

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Isaac B. Singer – Die Freiheit will Liebe.

„Die Bibel und der Talmud sind voll von Sex-Stories. Wenn diese Heiligen sich nicht dessen schämen, warum soll ich es tun, ich bin doch kein Heiliger? Wenn es einen Gott gibt, so stelle ich ihn mir als einen Liebhaber vor. Gemäß der Kabbala lieben alle Seelen im Himmel.“ Isaac B. Singer Hadern mit Gott, ringen […]

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Isaac B. Singer: Feinde, die Geschichte einer Liebe (1966).

„Ich schäme mich nicht zu gestehen, daß ich zu jenen zähle, die sich einbilden, Literatur könne neue Horizonte und Perspektiven erschließen – philosophische, religiöse, ästhetische und auch soziale. Die Geschichte der alten jüdischen Literatur kannte keinen Unterschied zwischen Dichter und Propheten. Nicht selten wurde unsere alte Dichtung zum Gesetz, zum Leben selbst.“ Dies sagte Isaac […]

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#lithund: Sándor Márai und sein Hund mit Charakter

Cave canem! Achtung, werter Leser! Hier folgt eine Hundegeschichte. Eigentlich müßte man in Erfahrung bringen, welche Art von Schwäche es ist, die Schriftsteller, selbst die anspruchvollsten unter ihnen, im Laufe ihres Schaffens gelegentlich dazu verleitet, dem Menschen, ihrem ewigen und erhabenen Modell, den Rücken zu kehren und die Aufmerksamkeit den weiter unten angesiedelten Statisten der […]

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#MeinKlassiker (32): Michael Kohlhaas – nach 200 Jahren noch brandaktuell

Mit „Das siebte Kreuz“ von Anna Seghers hat Dagmar Eger-Offel bereits einmal in der Reihe #MeinKlassiker einen Roman vorgestellt, der nichts von seiner politischer Aktualität verloren hat. Ich freue mich, dass sie sich mit einem zweiten Beitrag an der Serie beteiligt – wieder mit einem ausgesprochen politischen Werk der Literatur: „Michael Kohlhaas“ von Heinrich von […]

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Stephan Thome: Grenzgang (2009)

“Die Kuppen ihrer Finger streifen über seine Handflächen, bevor sie sich mit den anderen Fingern verschränken. So stehen sie still für einen Moment, ein Zwei-Personen-Rahmen für den enger werdenden Raum zwischen ihren Körpern. Spielraum.“ Stephan Thome, “Grenzgang”, 2009, Suhrkamp Verlag. Eine Frau, ein Mann. Mitte 40. Lebensentwürfe gescheitert. Gestrandet in der Provinz. Treffen einander. Irrungen […]

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#Blogbuster: Die weltbeste Geschichte vom Fallen. Und von allen.

„Fallen ist sterben. Und nein, da fehlt kein wie. Fallen ist nicht wie sterben. Fallen ist sterben.“ Wieviel von den ersten Sätzen abhängt. Sie sind es, die den Leser fesseln müssen, die seine Aufmerksamkeit einfangen müssen. Hätte man mich vor Tagen noch gefragt, was ich von Roofern, Lockpicking, vom Tindern und von Hoodies weiß, ich […]

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#lithund – Das Rudel wird größer

Es ist schon erstaunlich, in wie vielen Büchern Hunde eine mehr oder weniger große Rolle spielen. Seit Claudia, Sabine und ich diese lose Blogtour zum „Hund in der Literatur“ angekündigt haben, kommen beinahe täglich von weiteren Leserinnen und Lesern Buchtipps. Dafür erst einmal ein herzhaftes Wuff! Was noch überwältigender ist: Einige haben schon eigene Blogbeiträge […]

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Arnold Zweig: Der Streit um den Sergeanten Grischa (1927)

Mit einer Art erschöpften Stimme begann Posnanski, während der alte Herr seinen Kaffee, schwarz, stark gesüßt, ausnippte: „Wir sind keine Jünglinge. Unsre Gefühle haben die Pflicht, den Weg über Einsicht und Erwägung zu nehmen, bevor sie in die Entschlußsphäre münden…Uns ist vollkommen klar, in einer Zeit wie dieser sieht Schieffenzahn das Leben eines Einzelnen so […]

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Louis Begley: Lügen in Zeiten des Krieges (1991). Jerzy Kosinski: Der bemalte Vogel (1965).

“Die Universitätsbibliothek bekam einen Treffer und ging in Flammen auf; noch Tage danach fielen mit dem nicht endend wollenden Aschenregen, an den wir inzwischen gewöhnt waren, ganze, noch glühende Buchseiten vom Himmel; manche waren von der Hitze so zusammengebacken, dass sie nicht zerfielen, wenn sie auf dem Boden aufkamen, man konnte noch zusammenhängende Textstücke lesen.” […]

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Song Dog & Steam Pig: Kriminell gut, entlarvend düster – südafrikanischer Thrill

„Einer sagte, Captain Bronkhorst fürchte wohl, schlecht dazustehen, falls er die Person nicht dingfest machen konnte, die für die Explosion verantwortlich war. Aber später sagte Mtetwa, der Bantu-Sergeant, nein, das sei es nicht. Er hätte mit einem früheren CID-Kollegen in Trekkersburg gesprochen und gehört, Captain Bronkhorst sei mit einer sehr wichtigen Ermittlung betraut und müsse […]

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Anila Wilms: Das albanische Öl oder Mord auf der Straße des Nordens (2012).

„Du hast mich gefragt, wie denn die Albaner so seien“, sagte er zu Dan Marvin, als Gibraltar nicht mehr weit vor ihnen lag. „Nun, wenn die Sprache zu herausragenden Werken fähig ist, so auch die Menschen, die sie sprechen. Wie könntet ihr an seinen Ufern vorbeifahren, ohne dieses Land sehen zu wollen? Wollt ihr nicht […]

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