Schlagwort: Paris

Beat it like Karlsruhe – Ausstellung zu Kerouac, Ginsberg, Burroughs & Co.

Wer träumt manchmal nicht davon, sich einfach in ein Auto oder den nächsten Zug zu setzen und auf und davon zu brausen? Ohne Ziel, sehen, wohin einen die Straße bringt. Alle Grenzen sprengen, Konventionen hinter sich lassen – frei sein von Terminen, Zwängen, Druck, Anforderungen. Ich jedenfalls schon. Wenn die Mühlen des Alltags sehr, sehr

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Henry James: Die Europäer (1878). Die Gesandten (1903)

Es mag ein Zufall gewesen sein, aber zum 100. Todestag von Henry James veröffentlichten zwei Verlage zwei Romane in neuer Übersetzung, die am Anfang und Ende seines Schaffens stehen – und einen thematischen Kreis schließen. Zu Beginn seiner Karriere lässt Henry James die Europäer in die Vereinigten Staaten kommen – gegen Ende suchen die Amerikaner

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Frank Duwalds Liebesreigen der Literatur (3): Frost, Erna Piaf und der Heilige

Richard Lorenz – Frost, Erna Piaf und der Heilige (2016) Dass auch Penner in den Himmel kommen, ist eine der vielen Erkenntnisse, die man aus Richard Lorenz‘ melancholischen Roman Frost, Erna Piaf und der Heilige ziehen kann. Denn für Richard Lorenz sind es die Gestrauchelten, für die sein Herz schlägt, die Obdachlosen, die für die

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Ernest Hemingway: Paris, ein Fest fürs Leben (1964).

„Paris hat kein Ende, und die Erinnerung eines jeden Menschen, der dort gelebt hat, ist von der jedes anderen verschieden. Wir kehrten immer wieder dorthin zurück, ganz gleich, wer wir waren oder wie es sich verändert hatte, oder unter welchen Schwierigkeiten oder mit welcher Mühelosigkeit man hingelangen konnte. Paris war es immer wert, und man

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Anna Seghers: Transit (1944).

„All diese alten, schönen Städte wimmelten von verwilderten Menschen. Doch es war eine andere Art von Verwilderung, als ich geträumt hatte. Eine Art Stadtbann beherrschte diese Städte, eine Art mittelalterliches Stadtrecht, jede ein anderes. Eine unermüdliche Schar von Beamten war Tag und Nacht unterwegs wie Hundefänger, um verdächtige Menschen aus den durchziehenden Haufen herauszufangen, sie

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Gnusch im Fadechörbli oder Haikus in Prosa: Peter Bichsel

„In Langnau im Emmental gab es ein Warenhaus. Das hieß Zur Stadt Paris. Ob das eine Geschichte ist?“ Peter Bichsel, „Zur Stadt Paris“, 1993, Suhrkamp Verlag Das ist die kürzeste Geschichte der kurzen Geschichten, die Peter Bichsel in „Zur Stadt Paris“ veröffentlichte. Etwas stereotyp wird der Schweizer immer wieder als „großer Meister der kleinen Form“

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Heinrich Heine: Das Buch der Lieder (1827).

„Ich weiß nicht, was soll es bedeuten; Daß ich so traurig bin; Ein Märchen aus alten Zeiten, Das kommt mir nicht aus dem Sinn. Heinrich Heine (1797 – 1856) Es gibt Gedichte, die sind irgendwie immer da. Es gibt Bücher, die begleiten einen durch das ganze Leben. Und es gibt Stimmen, die summen immer wieder

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Edmund de Waal: Der Hase mit den Bernsteinaugen (2011).

„Und Viktor saß auf einem Stuhl neben dem Küchenherd, der einzige Platz im Haus, wo es warm war. Jeden Tag verfolgte er in der Times die Nachrichten über den Krieg, an Donnerstagen las er die Kentish Gazette. Er las Ovid, besonders die „Tristia“, die Gedichte aus dem Exil. Beim Lesen strich er sich mit der

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Ernest Hemingway und F. Scott Fitzgerald: Wir sind verdammt lausige Akrobaten (2013).

„Und, Ernest, ich kann das nicht mal als eine literarische Fingerübung akzeptieren. Es scheint mir, das alles müsste sorgfältig gekürzt werden, sogar neu geschrieben. Unsere arme alte Freundschaft wird das kaum überleben, aber was lässt sich tun? Besser ich sage Dir das als irgend so ein Niemand von der Literaturkritik, der sich weder um Dich

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Jonathan Franzen: „Das Kraus-Projekt“ (2013).

Das Fräulein stand am Meere Und seufzte lang und bang, Es rührte sie so sehre Der Sonnenuntergang. Mein Fräulein! seyn Sie munter, Das ist ein altes Stück; Hier vorne geht sie unter Und kehrt von hinten zurück. Heinrich Heine Expansion `nen Platz an der Sonne erlangen? Nicht leicht. Denn wenn er erreicht, ist sie untergegangen.

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Karim Miské: Arab Jazz (2012).

Wer etwas über die innere Befindlichkeit einer Gesellschaft erfahren möchte, ist mit Kriminalliteratur nicht schlecht bedient. Wenn sie denn auch noch so hervorragend flüssig geschrieben ist wie das Romandebüt des Journalisten und Filmemachers Karim Miské. Bereits ab 2006 arbeitete der Pariser, Sohn eines Mauretaniers und einer Französisin, an „Arab Jazz“ (was den deutschen Verlag dazu

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Florian Illies: 1913 – Der Sommer des Jahrhunderts (2012).

„1913 – Der Sommer des Jahrhunderts“: Mit leichter Hand zeichnet Florian Illies das Bild eines kunsthistorisch bedeutenden Jahres. Locker&lesbar.