Die „Zeit“ meint: Diese Bücher überdauern die Zeit.

43 Kommentare

2015-10-24 09.39.36

Da behaupte noch mal einer, auf „die Blogger“ höre niemand: Kaum tauschen Maren und ich uns aus über die Frage, ob es auch für jüngere Leser (Mitt-Dreißiger und drunter) so etwas wie einen literarischen Kanon gibt (nachzulesen ist das „Gespräch“ unter den „Lese-Omas“ bei meinen zehn Fragen zu Büchern), da startet die ehrwürdige Zeit dieses Projekt: In einer Serie werden die wichtigsten Romane der jungen Literatur vorgestellt. Man habe die Weltliteratur durchforstet, leidenschaftlich diskutiert und sich für 15 Romane dieses Jahrhunderts entschieden, die die Redaktion für die besten hält, „für Meisterwerke, die bleiben werden und nicht mit dem Tag vergehen.“ Die Redaktion ruft ausdrücklich zu Widerspruch und Diskussion auf – und weist fürsorglich darauf hin, dass „Unendlicher Spaß“ bereits 1996 erschien.

PS: Das mit der Zeit war natürlich reiner Zufall. Seit wann hört die schon auf Lese-Omas?

Und das sind die ersten elf Titel auf der Liste:

  1. Jonathan Franzen – Die Korrekturen. Jan Brandt schreibt: „Wenn es einen Einwand gegen Franzen gibt, dann ist es diese ästhetische Rückwärtsgewandtheit: Er ist ein reaktionärer Idealist, der einen Feldzug gegen die Verlockungen des Informationszeitalters führt.“
    Beitrag: „Der analoge Triumph“
  2. Jennifer Egan – Look at me. Der Roman erschien kurz vor 9/11 und handelt von einem geplanten Terrorakt in New York. „Mir kam der furchtbare Gedanke, dass ich eine Komplizin war“, äußert Jennifer Egan im Interview mit Susanne Mayer.
    Beitrag: „Ahnen, was passieren wird“
  3. Orhan Pamuk – Schnee. „Orhan Pamuk hat sein Meisterwerk Schnee vor den Attentaten von 9/11 geschrieben, der Roman spielt in den 1990er Jahren, erschienen ist er 2002, und er nimmt vorweg, was seit dem Einsturz des World Trade Center die globalisierte Welt aus den Fugen hebt: dass der Fundamentalismus im Namen des Islams in die westliche Modernisierung eingewoben ist, noch im abgelegensten Nest der Provinz und dass der Staat kaum Antworten auf die Gewalt kennt, außer seinerseits durch Gewalt, Militär, Überwachung zu reagieren“, schreibt Elisabeth von Tadden.
    Beitrag: „K wie Kristall“
  4. Daniel Kehlmann – Die Vermessung der Welt. Ulrich Greiner nimmt Stellung für das Buch: „Nein, Kehlmann war nicht dabei, und dies ist kein historischer Roman, sondern ein virtuoses Spiel mit Dichtung und Wahrheit. Die historischen Fehler, die dem Buch vorgeworfen werden, hat Kehlmann in poetischer Freiheit absichtsvoll eingebaut.“
    Beitrag: „Ein virtuoses ironisches Spiel“
  5. Marie NDiaye – Drei starke Frauen. „Als ich das Buch vor acht Jahren schrieb, sprach noch niemand von den Flüchtlingen. Für mich waren sie Helden“, äußert die Schriftstellerin im Gespräch mit Iris Radisch. Heute würde sie dieses Buch nicht mehr so schreiben – auch wenn sie hofft, „dass seine Geschichten wahr bleiben.“
    Beitrag: „Eine Chiffre für das Fremdsein“
  6. Péter Nádas – Parallelgeschichten. „Es gibt keinen anderen Autor, der mit dieser obsessiven Insistenz jede Pore der Epidermis untersucht hat, die dünne Membran zwischen innen und außen“, meint Michael Krüger. Und sagt: „Vielleicht lesen künftige Generationen dieses Buch als düstere Prophetie dessen, womit sie sich herumzuschlagen haben. Sie werden es nicht bereuen.“
    Beitrag: „Die Haut und das Ich“
  7. Haruki Murakami – 1Q84. „Japanische Literatur wirkt auf den Außenseiter so klar und so verschlossen wie ein Zengarten, der bei aller Übersichtlichkeit doch einen Sinn hat, der sich ihm nicht erschließt“: Burkhard Müller versucht dem Sinn, im „Opus Magnum“ des japanischen Starautors nachzuspüren.
    Beitrag: „Waisenkinder dieser Zeit“
  8. Herta Müller – Atemschaukel. „Das Besondere an diesem Buch ist die Sprache, in der das Schicksal von Leopold Auberg, dem Alter Ego Pastiors, in 64 kurzen Kapiteln erzählt wird“, meint Alexander Cammann. „Denn Müller poetisiert das Grauen.“
    Beitrag: „Die Schönheit der Wörter, das Grauen der Lager“
  9. Vladimir Sorokin – Der Schneesturm. Stefanie Schlamm sprach mit Sorokin über dieses Werk. Auf ihre Frage „Sie selbst werden gerne als moderner Klassiker bezeichnet. Doch sind Sie nicht eher ein düsterer Romantiker?“ antwortet Sorokin ganz lapidar: „Dazu möchte ich nichts sagen.“
    Beitrag: „Das eisige Drama der Provinz“
  10. Michel Houellebecq – Karte und Gebiet. Für den Kunsthistoriker Wolfgang Ullrich ist der im Roman portraitierte Künstler, „der, gerade weil er als solcher unfasslich bleibt, viel provokanter als die Künstlerfiguren anderer Romane der letzten Jahre.“
    Beitrag: „Der Wahnwitz des Betriebs“
  11. John M. Coetzee – Tagebuch eines schlimmen Jahres. „In Coetzees Tagebuch eines schlimmen Jahres kehren die früheren Möglichkeiten des Romans zurück. Der Ruhm des Nobelpreisträgers macht sie auf der großen literarischen Bühne salonfähig“, urteilt Stephan Wackwitz.
    Beitrag: „Die erneuerte Tradition“

Am kommenden Donnerstag werden die letzten vier Bücher in diesem „Kanon des jungen Jahrhunderts“ in der Zeit vorgestellt. Und was haltet ihr von der Liste? Welche Romane könntet ihr euch auf den letzten vier Plätzen vorstellen, welches der vorgestellten Werke haltet ihr für fehlplatziert, welches Buch wird überschätzt, welches vermisst?

Nachtrag zur Komplettierung der Liste:

12. Chimamanda Ngozi Adichie – Americanah. „Es passiert viel in diesem Roman, der auf drei Kontinenten spielt, doch es werden diese Blogeinträge sein, die Americanah seinen Nachhall bescheren. Sie sind ein Zeitdokument der Ära Obama, sie sind erhellend und unterhaltsam, ernüchternd und brutal“, urteilt Jackie Thomae.
Beitrag: „Was Sie schon immer über Farben wissen wollten“

13. Karl Ove Knausgård – Sterben/Lieben/Spielen/Leben/Träumen. „Aber ich wollte mich mit Min Kamp auch befreien von diesen stilistischen Erwartungen. Ob es gut oder schlecht geschrieben ist, finde ich uninteressant. Interessant ist, was darin zum Ausdruck kommt. Also versuchte ich, schnell zu schreiben und unterhalb meiner eigenen Standards, dafür näher am Leben.“ Der Norweger im Interview zu seinem Mammut-Schreib-Projekt.
Beitrag: „Ein Bedürfnis nach Revanche“

14. Rainald Goetz – Klage. In diesem Buch, meint David Hugendick, lärmt die Gegenwart so oft, „dass es bisweilen kaum auszuhalten ist.“ Aber der aktuelle Büchner-Preisträger lärmt halt besonders gut. AMORE!
Beitrag: „Tiefenamputiertheit“

15. Roberto Bolaño – 2666. „Aber oh Wunder: Bolaño lesen, das gilt auch für das von Christian Hansen bewunderungswürdig übersetzte 2666, ist ganz leicht. Er verzichtet auf hochtrabende Stilistik und geht seinen Lesern nie mit überlegener Besserwisserei auf die Nerven“, meint Heinrich von Berenberg. D`accord!
Beitrag: „Ästhet und Folterknecht“

43 comments on “Die „Zeit“ meint: Diese Bücher überdauern die Zeit.”

  1. Wie jede Auswahl so auch diese nur eine Spur unter den vielen anderen. Ein Hinweis ein mögliches. Es mag so sein für den einen für den anderen anderst. Da mein Herz für Dichtung schlägt findet es hier wenig Nahrung. Ich bedaure das.

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    1. Ich finde das auch sehr gewagt…das Jahrhundert ist so alt schließlich noch nicht :-). Allerdings habe ich doch auf eine kleine Diskussion gehofft über die bislang von der Zeit aufgestellten Bücher.
      Und – auch wenn ich jetzt haue kriege – mit Murakami kann ich wenig anfangen, bei Houllebecq hätte ich eher auf sein jüngstes gesetzt und mit Pamuk tue ich mir furchtbar schwer (wobei ich Schnee nicht gelesen habe): Er ist mir zu zäh…

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      1. Also, diskutieren wir inhaltlich. Bei Murakami teile ich Deine Meinung. Bei Houellebecq ist Karte und Gebiet durchaus akzeptabel. Es ist literarisch besser als das aktuelle Werk, zweiteres politisch natürlich brisanter. Korrekturen ist das einzige Buch, das ich von Franzen wirklich gut finde. Nadas‘ Paralellgeschichten sind tatsächlich ein Jahrhundertwerk, im wahrsten Sinne des Wortes. Kehlmanns Vermessung? Nönönö. Sorokin wird von einigen überschätzt; in und für Russland ist er schon wichtig. Herta Müller hat den Literaturnobelpreis bekommen, ist damit geadelt, aber automatisch sakrosankt? Bin bei ihr immer hin- und hergerissen. Zu Pamuk ernthalte ich mich … und einige andere Titel der Liste habe ich noch gar nie gelesen, ergo schweige ich auch dort. lg_jochen

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      2. Pffffffffffffffft:-) Ich nehme nichts zurück. ..Wir fechten das beim nächsten Oktoberfest aus :-). Jetzt aber im Ernst: Naokos Lächeln und die Gefährliche Geliebte – beim ersten Lesen fand ich es okay, Beim Wiederlesen Jahre später nur noch mau…irgendwie so Zeitgeist (in meinen Augen). Aua! Aua! Bitte aufhören! 😄

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  2. Nachdem ich es jetzt auch gelesen habe, erst gestern nach vielen Atempausen beendet und noch sehr benommen bin: mir fehlt Cormac McCarthy „Die Straße“. Wenn es um das literarisch mögliche Ausloten eines Genres geht, hier Endzeit-Literatur, dann ist dieser Roman m. E. schon heute ein Klassiker.

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  3. Ich sehe gerade einer fehlt, einer der größten für mich. David Foster Wallace muss mit „Unendlicher Spaß“ zwingend auf die Liste (und sein kongenialer Übersetzer Ulrich Blumenbach wird bitte immer mitgenannt). lg_jochen

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  4. Liebe Birgit, mir fällt gerade auf, wie wenig moderne Literatur ich lese. Die meisten Bücher, die ich lese, müssen erstmal gut „abgestanden“ sein 😉 Naja, ich hab wohl auch eher einen Hang zu Klassikern, also den alten und und nicht denen, die erst noch welche werden wollen. Seit ich Bücherblogs lese, habe ich meinen Horizont glücklicherweise etwas erweitert. Da die ich die meisten Bücher auf der Liste nicht kenne, kann ich nicht viel dazu sagen, aber im Gegensatz zu Dir finde ich Pamuk sehr lesenswert. Bei Murakami hat mir „Kafka on the shore“ besser gefallen. Und mit Endzeitliteratur kann ich nicht viel anfangen. Dafür bin ich zu optimistisch, auch als „Leseoma“ 😉

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    1. Liebe Peggy, willkommen im Club der Klassiker lesenden Lese-Omas. Als wilde Querbeet- Leserin kenne ich von der Liste doch schon einige. Aber die Frage ist wirklich, welche bleiben davon noch bekannt in sagen wir mal Jahr 2025? Oder 2125? Was hat Bestand? Da hätte ich gerne eine Zukunftsbrille. Von Pamuk las ich Mein Name ist Rot und das Museum der ???…Aber ich fand, er brauchte ewig, um seine Geschichten zu entwickeln…LG Birgit

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      1. Da Klassiker ja häufig ein Bild von Gesellschaft zeigen, in der der Autor gelebt hat, werden wahrscheinlich auch solche Bücher, die unsere Gesellschaft charakterisieren, zu Klassikern. Es gibt ja da so experimentelle Bücher, die Geschichten in Facebook-Post-Format schreiben. Wie wäre es denn mit so etwas? Ach nein, lieber nicht. Da finde ich Pamuks „Schnee“ schon besser gelungen und am Puls unserer Zeit. Du hast Recht, seine Geschichten sind nicht gerade actionreich. Aber ich finde sie gut erzählt. Nun haben wir auch beide unterschiedliche Übersetzungen gelesen – Du die deutsche und ich die englische. Das kann gerade bei solchen Büchern einen großen Unterschied machen. Mir ist übrigens noch ein Buch eingefallen, dass gut unsere gegenwärtige Gesellschaft widerspiegelt und etwas rasanter und humoristischer geschrieben ist: „The Beggar and the Hare“ von Tuomas Kyrö, keine Ahnung, ob es das auch in deutscher Übersetzung gibt, was ja wahrscheinlich Voraussetzung wäre, um auf die Liste der Zeit zu kommen. Liebe Grüße und einen schönen Sonntagabend, Peggy

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      2. Liebe Peggy,
        da wirfst da eine gute Frage auf – was kennzeichnet einen Klassiker. Es kann ja nicht nur die gelungene Abbildung gesellschaftlicher gegenwärtiger Bezüge sein, sondern da gehört sicher mehr dazu: So sind ja die Liebesgeschichten von Madame Bovary und Anna Karenina heute nicht mehr so zeitgemäß, da ein Seitensprung heute gesellschaftlich keinen mehr aufregt (für den/die Einzelnen ist es dagegen sicher noch dramatisch). Und ein Ehebruch nicht unbedingt zu gesellschaftlicher Ächtung führt. Aber wie die Figuren psychologisch gezeichnet sind, wie der Autor mit der Sprache spielt und wie dann eben ein Buch im Kern zeitlos wird – das zeichnet die Klassiker aus, denke ich. Und wir werden sehen, was in 100 Jahren von dieser Zeit-Liste noch Bestand hat. Von Tuomas Kyrö lese ich bei Dir zum ersten Mal – ist das ein Finne? LG Birgit

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      3. Ja, ein Finne, und das Buch gehört bei mir zu meinen besten Entdeckungen des Jahres. Ich werde wahrscheinlich zum Jahresende wieder einen Bücherrückblick machen, dann werde ich noch etwas mehr darüber schreiben. 😉

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  5. Liebe Birgit, du weisst ja, wie langsam und umständlich ich Fragen zu Büchern nur beantworten kann – ich bin ja gedanklich noch mit den vorletzten deiner Fragen beschäftigt, aber ich möchte die Gelegenheit gerne nutzen auf ein schmales Buch von Marie NDiaye hinzuweisen, das mir sehr, sehr gut gefallen hat: Selbstportrait in grün! Damit grüße ich herzlich in die debattierende Runde 😉

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      1. Dann wird dir dieses bestimmt gefallen! Ich interessiere mich ja aus unterschiedlichen Gründen (mein eigenes Schreiben, meine „Kurse“) für die unterschiedlichen Formen autobiographischen Schreibens und das ist ein Text, der mich ungewöhnlich begeistert hat – durch seine Originalität, seine „Stärke“ (ich finde gerade kein anderes Wort) und seinen subtilen Humor …

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  6. Oha, da habt ihr Beiden ja was angestoßen bei der Zeit, und ja, ich bemerke auch, dass sich Gebloggtes in Zeitungs- bzw. TV-Besprechungen gerne mal wiederfindet.
    Mir sind die Auswahlkriterien für den Zugang zum Zeit-Kanon nicht ganz klar geworden. Sollen wir, die Zeit-Leserinnen und -Leser, diese Kriterien jetzt selbst entwickeln und dann nachträglich als Legitimation für die Zeit-Auswahl, oder wie?

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  7. Ist wahrscheinlich ein bißchen schwierig und fragwürdig aus all der Bücherflut ein paar Bücher auszuwählen und dazu, Sätze zu schreiben, wie, daß sie das Jahrhundert überdauern werden. Denn es ist ja nur eine Auswahl, eine Schätzung aus dem Kritikergeschmack. Ein paar der erwähnten Titel habe ich gelesen und denke es ist wichtige Bücher, es gibt aber noch so viel anderes. Aber man kann über diese Titel herrlich streiten, sich dafür interessieren und dann sie oder auch anderes lesen und das ist wahrscheinlich der Sinn der Sache, über Bücher zu diskutieren. Dann sollte man noch auf das Lesen, dieser oder anderer nicht vergessen, denn es kann und sollte sich ja jeder sein eigenes Ranking machen.

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  8. Hm, mir fallen erst mal auch nur Bücher auf, die wieder rausmüssten – jedenfalls wenn ich in der Jury säße. Murakami auch bei mir als erster, dann auch Kehlmann. Statt dessen? Muss ich drüber nachdenken – Katja Petrowskaja steht auf meiner persönlichen Liste. Hier geht es um Erinnerung, um sentimentlose Erinnerung, die durchaus den Sprung ins Burleske wagt (und damit gewinnt), d.h. um eine eigene und sicher formulierte Sicht der Dinge – sicher noch keine Weltliteratur, aber es ging ja ums Überdauern.

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  9. Finde die Liste bisher sehr nachvollziehbar, tatsächlich habe ich viele der Bücher selbst gelesen, wenn ich auch nicht allen Klassikerstatus zusprechen würde. Freue mich v. a., Péter Nádas gewürdigt zu sehen. Die „Parallelgeschichten“ werden auch noch in 50 Jahren gelesen werden!

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  10. „Korrekturen“ habe ich damals abgebrochen, genauso wie „Karte und Gebiet“, das ich vollkommen schrecklich fand, langweilig und selbstverliebt. Sorokins „Schneesturm“ ist ordentlich, sein neustes Werk „Telluria“ ist dafür literarisch weitaus interessanter und in meinen Augen ein Meisterwerk. „Schneesturm“ sollte deshalb unbedingt mit „Telluria“ tauschen! 🙂

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    1. Danke für den Hinweis auf „Telluria“, das machte mich schon bei den Rezensionen neugierig. Korrekturen fand ich so schlecht nicht, ist aber einige Zeit her. Nur die weiteren Romane und Interviews von Franzen sind irgendwie eine ewige Variation seiner rückwärtsgewandten Kritik an der digitalen Welt – und das ist auf Dauer etwas öde. Selbst hier: https://saetzeundschaetze.com/2015/03/03/jonathan-franzen-kraus-projekt-2013/

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  11. Man sieht’s schon an den bisherigen Antworten: Solche Listen oder gar Kanons sind offenbar nie vollständig oder für alle nachvollziehbar. Ich hatte das auch in der Zeit gesehen, die Titel überflogen und eher desinteressiert weiter geblättert ; ) Mit einigen der Autoren werde ich wohl nie warm, einige kenne ich nicht, und dass in der Mehrzahl Männer klassikerverdächtig schreiben, wage ich mal stark zu bezweifeln. Aber das ist ja auch nur eine weitere Meinung unter vielen, vielen anderen : )

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    1. Liebe Petra, besser eine weitere Meinung als gar keine. Auf die Frauen habe ich gar nicht so geachtet, da ich schon begeistert war, Herta Müller zu finden – aber Du hast recht. So fehlt z.B. Zadie Smith. Aber es sind ja eh nur Momentaufnahmen – in zehn Jahren sieht so eine Liste wieder anders aus (außer die Redaktöre wollen partout Recht behalten…)

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  12. Mir gehts wie Tobi, habe nur ein Buch gelesen von der Liste und das war Die Vermessung der Welt, welche mir Gauß und Humboldt, aber nicht Kehlmann näher brachte.
    Ansonsten bin ich mehr der Phantastik verhaftet und siebe ebenfalls bei den Klassikern. Mein Weltliteraturklassiker dieses Jahrhunderts ist Gegen den Tag von Thomas Pynchon, in die Nähe kommen nur noch die Amerika-Plakate.
    Aber meine Sinne sind nicht verklebt und ich lese in Literaturblogs, da sollte sich noch mehr finden lassen.

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