Wir und Weimar: Eine „Literatour“ zurück

„Wo sind sie, die Romane, die sich nicht nur mit dieser Innerlichkeit des Individuums beschäftigen, als gebe es sonst nichts, worüber ein Nachdenken lohnt? Wo sind die Romane, die, seismografisch fast, aufnehmen, was in unserem Land gerade erodiert?“ Fragen, die Claudia auf dem Buchpreisblog in ihrer Polemik zum Deutschen Buchpreis 2016 stellt – sie stellt […]

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Irmgard Keun und ihre Pippi Langstrumpf anno 1918

  „Wenn sie meinen, ein Kind hätte keine Sorgen, dann ist das dumm von ihnen. Immer sagen sie: Ach, so eine sorglose Kindheit, nie kommt sie wieder. Aber ein Kind hat bestimmt viel mehr Sorgen als ein Erwachsener.“ Irmgard Keun, „Das Mädchen, mit dem die Kinder nicht verkehren durften“, 1936, Neuauflage 2016 bei Kiepenheuer & […]

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Irmgard Keun: Kind aller Länder (1938).

„Wir haben so viele Gefahren, das alles ist so schwer zu verstehen. Vor allem muss ich lernen, was ein Visum ist. Wir haben einen deutschen Pass, den hat uns die Polizei gegeben. Ein Pass ist ein kleines Heft mit Stempeln und der Beweis, dass man lebt. Wenn man den Pass verliert, ist man für die […]

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Irmgard Keun: Nach Mitternacht (1937).

„Natürlich ist mein Leben hier eine Hölle“, sagt Heini, ernst und ruhig, „aber was soll ich denn draußen? Ohne Geld, ohne Möglichkeit, Geld zu verdienen. Ohne Glaube an Gott, ohne Glaube an die Menschen, ohne Glaube an Kommunismus und Sozialismus, ohne Glaube an Änderung und Besserung in den nächsten Jahrzehnten. Ich habe die Menschen geliebt, […]

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Irmgard Keun: Das kunstseidene Mädchen (1932).

„Tilli sagt: Männer sind nichts als sinnlich und wollen nur das. Aber ich sage: Tilli, Frauen sind auch manchmal sinnlich und wollen auch manchmal nur das. Und das kommt dann auf eins raus“. Irmgard Keun, „Das kunstseidene Mädchen“, 1932. Sie vertrat die falschen Ansichten. Sie hatte eine Meinung. Und: Sie war selbstbewusst und frei. Alles, […]

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Volker Weidermann: Ostende. 1936, Sommer der Freundschaft.

Von Claudio Miller „In Zeiten, die Zeit hatten, hatte man an der Kunst etwas aufzulösen. In einer Zeit, die Zeitungen hat, sind Stoff und Form zu rascherem Verständnis getrennt. Weil wir keine Zeit haben, müssen uns die Autoren umständlich sagen, was sich knapp gestalten ließe.“ Karl Kraus, „Heinrich Heine und die Folgen“ Volker Weidermanns biographischer […]

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