Schlagwort: Joseph Roth

Mit Friedrich Torberg auf einen Café …

„Vom Kaffeehaus war schon so oft und ausgiebig die Rede, daß es sich fast erübrigt, ihm ein eigenes Kapitel zu widmen. Im Grunde ist ja dieses ganze Buch ein Buch vom Kaffeehaus. Kaum eine der auftretenden Personen wäre ohne das Kaffeehaus denkbar. Kaum eine der von ihnen handelnden Geschichten, auch wenn sie anderswo spielen, wäre

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Lina Loos – Die silberne Dame der Kaffeehausliteraten

„Ich bin Österreicherin durch und durch; im Zentrum der Stadt Wien geboren und in der Stephanskirche getauft. Das Leben hat mich später etwas an die Peripherie der Stadt abgedrängt, aber sonst geht es mir ganz gut. Ich hatte die Ehre, viele berühmte Wiener während meines schon etwas länger dauernden Lebens kennenzulernen, ja, es gab sogar

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Joseph Roth: April. Die Geschichte einer Liebe (1925).

„Manchmal wusste ich, dass Anna zärtlich sein könnte. Ich liebte die Frauen, deren Güte wie ein verschütteter Quell, unsichtbar fruchtlos, aber unermüdlich, jedesmal gegen die Oberfläche anströmt und, weil ein Ausweg nicht möglich, nach der Tiefe gedrängt, verborgene Schächte gräbt und gräbt bis zum Versiegen. Ich liebte Anna. Ich konnte ihren Reichtum nicht lassen. Sie

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Irmgard Keun: Kind aller Länder (1938).

„Wir haben so viele Gefahren, das alles ist so schwer zu verstehen. Vor allem muss ich lernen, was ein Visum ist. Wir haben einen deutschen Pass, den hat uns die Polizei gegeben. Ein Pass ist ein kleines Heft mit Stempeln und der Beweis, dass man lebt. Wenn man den Pass verliert, ist man für die

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Alfred Polgar: Marlene. Bild einer berühmten Zeitgenossin (1938/2015).

„Es war die zweite von links, die, im kritischen Augenblick, den Revolver hob und die Kanaille niederschoss. Sie schoss von einer Treppe herab, die im Hintergrund sich wendelte, sie blieb dort stehen, als die Tat getan war, und sah auf das Opfer mit einem Blick, in dem Uninteressiertheit, kindliche Neugier, Müdigkeit und Gefühl schicksalhaften Unvermögens

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Kurt Tucholsky: Deutschland, Deutschland über alles (1929).

„Ein Bild sagt mehr als viele Worte“: Tucholsky war schon früh begeistert von dem Medium der Photographie als Mittel des Ausdrucks und der Satire. 1929 verwirklichte er das Vorhaben eines „Bildbandes“, aber Tucholsky wäre eben nicht Tucholsky gewesen, wäre dies ein „Photoalbum, das man auf den Geburtstagstisch legt“. 1929 erschien „Deutschland, Deutschland über alles“: Ein

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Ulrich Becher: Murmeljagd (1969). Berg- und Talfahrt im Exil – Fix Laudon!

Ein Beitrag von Claudio Miller Dieses Buch haut einen um wie eine Naturgewalt. Es macht atemlos. Und zunächst auch sprachlos. Als ich es zur Seite legte, war ich mir nicht sicher, ob ich überhaupt eine halbwegs anständige Besprechung dazu zustande bekäme. Sicher bin ich mir immer noch nicht. Aber es sollte, ja, es muss vorgestellt

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Volker Weidermann: Ostende. 1936, Sommer der Freundschaft.

Von Claudio Miller „In Zeiten, die Zeit hatten, hatte man an der Kunst etwas aufzulösen. In einer Zeit, die Zeitungen hat, sind Stoff und Form zu rascherem Verständnis getrennt. Weil wir keine Zeit haben, müssen uns die Autoren umständlich sagen, was sich knapp gestalten ließe.“ Karl Kraus, „Heinrich Heine und die Folgen“ Volker Weidermanns biographischer

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