Schlagwort: Erster Weltkrieg

Paul Klee und der Sturz des Ikarus.

„Je schreckensvoller die Welt ist, desto abstrakter die Kunst, während eine glückliche Welt eine diesseitige Kunst hervorbringt.“ Dichter malen mit Worten. Maler schreiben mit Bildern. Manche können beides. So Paul Klee (1879-1940), der dichtende Maler, malende Dichter, Dichtermaler. Er wirkt nicht nur durch sein bildnerisches Werk. Auch durch seine Tagebücher. Vor allem jedoch durch seine

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Kurz&knapp: Neuerscheinungen 3/2016

Ich möchte noch drei „Nachzügler“ kurz und knapp vorstellen, die mich Ende des Jahres 2016 stark beschäftigt haben – drei ganz unterschiedliche Bücher, drei, die mich, jedes auf seine Weise, beeindruckt haben. Nicht unbedingt die literarisch stärksten Bücher, die ich im vergangenen Jahr las, aber Bücher, die in meiner Gehirnbibliothek haften bleiben werden. Bohuslav Kokoschka, „Ketten

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Peter Rosegger – ein Mann für alle Fälle?

Bildnachweis: By Herzi Pinki (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)%5D, via Wikimedia Commons   „Hadrian Hausler war mit seiner That überaus zufrieden. Jetzt hing er nicht mehr in der Luft, jetzt stand er fest auf der Scholle. (…) Welch eine Aufgabe! Sie, die heute noch lachen über den durchgebrannten Kompagnon Hausler, werden mir noch ein

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Irmgard Keun und ihre Pippi Langstrumpf anno 1918

  „Wenn sie meinen, ein Kind hätte keine Sorgen, dann ist das dumm von ihnen. Immer sagen sie: Ach, so eine sorglose Kindheit, nie kommt sie wieder. Aber ein Kind hat bestimmt viel mehr Sorgen als ein Erwachsener.“ Irmgard Keun, „Das Mädchen, mit dem die Kinder nicht verkehren durften“, 1936, Neuauflage 2016 bei Kiepenheuer &

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Thomas Lang: Immer nach Hause (2016).

„Er verspürt kein Bedürfnis, seine stehen gebliebene Welt wieder aufzuziehen. Deshalb begegnet ihm auch nicht die Frage, ob er überhaupt den Schlüssel dazu besitzt. Ab und zu weht ein Hauch von der wärmeren Welt hinter den sieben Bergen herein, die er wieder verliert. Leichter Föhn, der den Wachsmann nicht zum Schmelzen bringen kann, ihn höchstens

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Georg Fink: Mich hungert (1929).

„Unterernährung – das war der Trumpf, den die Gesellschaft ausspielte. Nicht gegen den Krieg, aber gegen die Feinde. O, Krieg ist Krieg. Macht dem Krieg ein Ende, und es gibt keine Feinde! Die Ursache wolltet ihr bestehen lassen, und ihr empörtet euch moralisch über ihre Folgen. Unterernährung – Wir kannten sie von jeher. Man hat

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Tod und Amüsement in Davos und München

Lebewohl, Hans Castorp, des Lebens treuherziges Sorgenkind! Deine Geschichte ist aus. Zu Ende haben wir sie erzählt; sie war weder kurzweilig noch langweilig, es war eine hermetische Geschichte. Wir haben sie erzählt um ihretwillen, nicht deinethalben, denn du warst simpel. Aber zuletzt war es deine Geschichte; da sie dir zustieß, mußtest du`s wohl irgend wohl

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Steffen Kopetzky: Risiko (2015)

„Das erste große Geschäft, das die Welt revolutioniert hat, war …nun?“ Zickler dachte nach, was Helphand zuvor gesagt hatte. Religion – Zucker fürs Volk. (…) „Aber Zucker wurde immer billiger. Das nächste große Geschäft musste her.“ Jetzt wusste Zickler natürlich schon, worauf es hinauslief: Opium. (…) Mittlerweile, so führte Helphand aus, habe sich die Industrie

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