Wilhelm Genazino: Tarzan am Main (2013).

„Wer in einem Flugzeug sitzt und sich langsam der Stadt Frankfurt am Main nähert, wird Opfer einer harmlosen Blendung. Etwa fünfzehn Minuten dauert der Sinkflug, und er spielt sich über schier endlosen Häusermeeren ab. In der Mitte des Panoramas erhebt sich machtvoll eine Wand von Hochhäusern, die zusammengewachsen scheinen. Wer die Geographie nicht kennt, hält […]

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Lesezeichen von: Paul Auster

„Also blieb ich bei meiner Schreibmaschine, und die achtziger Jahre gingen in die neunziger über. Einer nach dem anderen stiegen meine Freunde auf Mac oder IBM um. Allmählich kam ich mir vor wie ein Fortschrittsfeind, der letzte heidnische Posten in einer Welt voller digitalen Konvertiten. (…) Bis dahin hatte ich mich meiner Schreibmaschine nicht sonderlich […]

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Otto Dov Kulka: Landschaften der Metropole des Todes (2013). Aharon Appelfeld: Geschichte eines Lebens (1999).

Ringen um die Sprache. Ringen um die Erinnerung. „Damals baute das Vergessen sich seine tiefen Keller, und die nahmen wir später mit nach Israel. (…) Dieses Buch ist keine Zusammenfassung, sondern eher der – wenn man so will – verzweifelte Versuch, die verschiedenen Teile meines Lebens wieder mit einer Wurzel zu verbinden, aus der sie […]

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Albert Ostermaier: Seine Zeit zu sterben (2013).

„Und Ödon überwand seine Angst und ging die Stufen hinab in den feuchten Keller, wo die Äpfel lagerten, die sündigen Äpfel, wo der Wein an der Wand ruhte, Blut von meinem Blut, in den Gefriertruhen das Fleisch vom Eis wartete, wo die Schinken an der Decke hingen, überzogen mit Zeit, wo die Fallen aufgestellt waren, […]

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Brief und Geheimnis und Bloggerpost.

Liebe Leute, ein schöner Nebeneffekt des Bloggens ist: Ich bekomme seither viel mehr Post. Also ECHTE Post, nicht allein die digitale. Zum Leidwesen meiner Briefträgerin – dicke Verlagsvorschauen, unverlangt zugesandte Manuskripte (bitte nicht mehr schicken!), aber vor allem flutschen zwischen einigen Bloggern die Buchpakete hin und her. Ich finde das so einen erfreulichen Kreislauf – […]

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SchriftstellerInnnen im Netz … mühselig gesucht.

Das Internet ist voll? In einer Hinsicht wohl noch nicht. Ich wollte für einen Beitrag Internetauftritte von zeitgenössischen Autorinnen und Autoren zusammenstellen, die mehr zu bieten haben als einen Überblick über die eigenen Veröffentlichungen und die nächsten Lesungstermine. Aufhänger war die Homepage von Nora Gomringer – die macht Freude (die Internetseite, meine ich), und das […]

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F. Scott Fitzgerald: Die Liebe des letzten Tycoon (1940).

„Er grüßte zurück und winkte dem Menschenstrom zu, der in der Dunkelheit vorbeifloß, und ich denke mir, daß er dabei ein bißchen wie Napoleon vor seiner Alten Garde ausgesehen hat. Es gibt keine Welt, die ohne Helden auskommt, und Stahr war ein Held. Die meisten dieser Männer waren schon lange hier, und bereits in den […]

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Ernest Hemingway und F. Scott Fitzgerald: Wir sind verdammt lausige Akrobaten (2013).

„Und, Ernest, ich kann das nicht mal als eine literarische Fingerübung akzeptieren. Es scheint mir, das alles müsste sorgfältig gekürzt werden, sogar neu geschrieben. Unsere arme alte Freundschaft wird das kaum überleben, aber was lässt sich tun? Besser ich sage Dir das als irgend so ein Niemand von der Literaturkritik, der sich weder um Dich […]

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John Cheever: Ach, dieses Paradies (1969).

„Wenn er im Kino sah, wie sich ein Mann und eine Frau leidenschaftlich küssten, fragte er sich stets, ob das ein Land war, dass er schon am nächsten oder übernächsten Tag verlassen musste.“ John Cheever, „Ach, dieses Paradies“, erschienen 1969, in neuer Übersetzung 2013 bei DUMONT. Den letzten Roman des 1982 verstorbenen US-Amerikaners als ökologisches […]

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#VerschämteLektüren (21): Jutta Reichelt und der verdammt gute Roman

Vor etwa 25 Jahren wurde ich einmal von einer Muse geküßt. Am nächsten Morgen schrieb ich den ersten Satz meines immer noch unvollendeten Romans. Offenbar war jedoch ein Kuss nicht genug – bei dem einen Satz sollte es fortan bleiben. Wie das so ist mit den Musenküssen. Ob Schreiben-Können auch mit dem Viel-Schreiben kommt, was […]

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Sylvia Beach: Shakespeare and Company (1962).

Bild: Serge Melki from Indianapolis, USA, Famous Antique bookstore (3358404146), CC BY 2.0   „Die Subskribenten in Paris wurden dank der nahezu täglich in der Presse veröffentlichten Bulletins auf dem Laufenden gehalten. Meine Freunde bei der Zeitung betrachteten den Ulysses – mit vollem Recht – als ein Ereignis von weltweiter Bedeutung, geradezu als ein sportliches […]

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Charles Portis: True Grit (1968).

„Heutzutage glaubt kein Mensch mehr, dass ein vierzehnjähriges Mädchen mitten im Winter sein Elternhaus verlassen könnte, um den Mord an seinem Vater zu rächen; aber damals erschien einem das nicht so seltsam – wenn ich auch sagen muss, dass es sicher nicht alle Tage vorkommt.“ Charles Portis, „True Grit“, erstmals erschienen 1968, rororo-Taschenbuch 2010. Jeder […]

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