Isaac B. Singer – Die Freiheit will Liebe.

„Die Bibel und der Talmud sind voll von Sex-Stories. Wenn diese Heiligen sich nicht dessen schämen, warum soll ich es tun, ich bin doch kein Heiliger? Wenn es einen Gott gibt, so stelle ich ihn mir als einen Liebhaber vor. Gemäß der Kabbala lieben alle Seelen im Himmel.“ Isaac B. Singer Hadern mit Gott, ringen […]

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Isaac B. Singer: Feinde, die Geschichte einer Liebe (1966).

„Ich schäme mich nicht zu gestehen, daß ich zu jenen zähle, die sich einbilden, Literatur könne neue Horizonte und Perspektiven erschließen – philosophische, religiöse, ästhetische und auch soziale. Die Geschichte der alten jüdischen Literatur kannte keinen Unterschied zwischen Dichter und Propheten. Nicht selten wurde unsere alte Dichtung zum Gesetz, zum Leben selbst.“ Dies sagte Isaac […]

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Lily Brett: The Auschwitz Poems (1986)

„Darf man nach Auschwitz noch Gedichte schreiben? Oder vielmehr, darf man über Auschwitz Gedichte schreiben? Die Antwort ist verdächtig (und wahrscheinlich unvermeidlich:) dialektisch. Nein, über Auschwitz kann nichts geschrieben werden. Doch, ja, man kann über die verschiedenen Formen des Schweigens schreiben, die Auschwitz umgeben: das Schweigen der Schuld, der Scham, des Schreckens und der Sinnlosigkeit. […]

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Louis Begley: Lügen in Zeiten des Krieges (1991). Jerzy Kosinski: Der bemalte Vogel (1965).

“Die Universitätsbibliothek bekam einen Treffer und ging in Flammen auf; noch Tage danach fielen mit dem nicht endend wollenden Aschenregen, an den wir inzwischen gewöhnt waren, ganze, noch glühende Buchseiten vom Himmel; manche waren von der Hitze so zusammengebacken, dass sie nicht zerfielen, wenn sie auf dem Boden aufkamen, man konnte noch zusammenhängende Textstücke lesen.” […]

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Kurz&knapp: Neuerscheinungen 3/2016

Ich möchte noch drei „Nachzügler“ kurz und knapp vorstellen, die mich Ende des Jahres 2016 stark beschäftigt haben – drei ganz unterschiedliche Bücher, drei, die mich, jedes auf seine Weise, beeindruckt haben. Nicht unbedingt die literarisch stärksten Bücher, die ich im vergangenen Jahr las, aber Bücher, die in meiner Gehirnbibliothek haften bleiben werden. Bohuslav Kokoschka, „Ketten […]

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Edward Lewis Wallant: Der Pfandleiher (1961).

„Eine Winzigkeit, er wußte noch nicht, was es wohl wäre, würde ihn an diesem Tag entzweibrechen, und die dunkle Kraft dieses Wachsen in ihm würde ungehindert hervorbrechen und sich ihm in der Sekunde, bevor sie ihn zerstörte, zu erkennen geben. „Heute ist der Achtundzwanzigste … meine Jahrzeit, meine Jahrzeit“, sagte er, als er hinter dem […]

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Otto Dov Kulka: Landschaften der Metropole des Todes (2013). Aharon Appelfeld: Geschichte eines Lebens (1999).

Ringen um die Sprache. Ringen um die Erinnerung. „Damals baute das Vergessen sich seine tiefen Keller, und die nahmen wir später mit nach Israel. (…) Dieses Buch ist keine Zusammenfassung, sondern eher der – wenn man so will – verzweifelte Versuch, die verschiedenen Teile meines Lebens wieder mit einer Wurzel zu verbinden, aus der sie […]

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Tadeusz Borowski: Bei uns in Auschwitz, Erzählungen (1946 – 1951)

„Ich schaue sie mir an. Vor mir steht ein Mädchen mit wunderschönem hellen Haar, mit hübschen Brüsten unter einem sommerlichen Batistblüschen, mit einem klugen, reifen Blick. Sie steht da, schaut mir direkt in die Augen und wartet. Was soll ich ihr sagen? Daß dort die Gaskammer ist: der gemeinsame Tod, widerlich und häßlich? Und dort […]

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Harald Roth: Was hat der Holocaust mit mir zu tun? (2014).

November 2015: Als ich im Januar 2014 erstmals auf dieses Buch aufmerksam machte, sah die Welt noch anders aus. Ja, man wußte zwar, der Schoß war fruchtbar noch. Man wusste, dass dieses Gedankengut weiter schwelte. Inzwischen aber wird ein Tabu nach dem anderen gebrochen. Was stillschweigend vor sich hin gärte, darf nun laut rausgeschrien und […]

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Ruth Klüger: unterwegs verloren (2008).

„Die Überlebenden der KZ, mit Ausnahme von einigen, die man zu Märtyrern gestempelt hat, sind allen frei gebliebenen Menschen ein Dorn im Auge. Gelitten zu haben ist eine Schande, außer wenn man daran und dafür gestorben ist.“ Ruth Klüger, „unterwegs verloren“, 2008 Ruth Klüger ist 61 Jahre alt, als 1992 im Literarischen Quartett ihre Erinnerungen […]

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Joachim Sartorius: Niemals eine Atempause (2014).

Und die Geschichte ist auch nicht der zerstörerische Bulldozer wie behauptet wird. Sie hinterlässt Unterführungen, Grüfte, Löcher und Verstecke. Manche überleben. Aus: „Die Geschichte, II.“ von Eugenio Montale Das Gedicht des italienischen Nobelpreisträgers für Literatur ist in voller Länge und in der deutschen Übertragung durch Michael von Killisch-Horn dieser Anthologie vorangestellt: „Niemals eine Atempause“, Handbuch […]

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Robert Domes: Nebel im August (2008).

„Er schließt die Augen und versucht, sein aufgeregtes Herz zu beruhigen. Die Stimme seiner Mutter klingt aus einer fernen Zeit zu ihm her. Nach Sonnenuntergang beginnt die Stunde der Engel, hat sie immer gesagt. Er stellt sich vor, ein Engel geht durch die Station, vorbei an den Krüppeln und Idioten, an den Gelähmten und Blinden, […]

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