Joachim Ringelnatz – Herbstliche Wege

  Des Sommers weiße Wolkengrüße zieh`n  stumm den Vogelschwärmen nach, die letzte Beere gärt voll Süße, zärtliches Wort liegt wieder brach.   Und Schatten folgt den langen Wegen aus Bäumen, die das Licht verfärbt, der Himmel wächst, in Wind und Regen stirbt Laub, verdorrt und braun gegerbt. Der Duft der Blume ist vergessen, Frucht birgt […]

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Joachim Ringelnatz – Reisegeldgedicht

282 Straßenschilder aus Ost-Berlin zeigt die Wandinstallation von Raffael Rheinsberg im Eingangsbereich des Germanischen Nationalmuseums – auch ein Teil deutscher Geschichte, vom Verschwinden und Vergessen bewahrt. Es gibt der Worte nicht genug, Um Heim und Heimat laut zu preisen. Um zehn Uhr vierzig geht mein Zug. Adieu! Adieu! Ich muß verreisen. Mein Reisekoffer, frisch entstaubt, Folgt […]

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Berliner Bloggertour: Anders müde als Ringelnatz

Müde in Berlin Wenn die Gedanken sich zerstreut Aus dir entfernen, So, daß kein schönes Bein dich freut, Und eine trübe Feuchtigkeit Hängt über dir, unter den Sternen, — Wo willst du hin um solche Zeit? Schön ist zum Beispiel die Peltzer-Bar. Aber müde Menschen sind undankbar. Geh heim und lege dich zur Ruh. Du […]

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Joachim Ringelnatz – Sommerfrische

Zupf dir ein Wölkchen aus dem Wolkenweiß, Das durch den sonnigen Himmel schreitet. Und schmücke den Hut, der dich begleitet, Mit einem grünen Reis. Verstecke dich faul in der Fülle der Gräser. Weil`s wohltut, weil`s frommt. Und bist du ein Mundharmonikabläser Und hast eine bei dir, dann spiel, was dir kommt. Und lass deine Melodien […]

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Joachim Ringelnatz und das Lied vom 3. Juli

Ein Lied, das der berühmte Philosoph Haeckel am 3. Juli 1911 vormittags auf einer Gartenpromenade vor sich hinsang (Von einem Ohrenzeugen) Wimmbamm Bumm Wimm Bammbumm Wimm Bamm Bumm Wimm Bammbumm Wimm Bamm Bumm Wimmbamm Bumm Wimm Bamm Bumm Wimmbamm Bumm Wimm Bammbumm. Joachim Ringelnatz    

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Ein Bumerang kehrt zurück: Der talentierte Herr Ringelnatz

  Malerstunde Mich juckt`s, Doch ich kann mich nicht jucken, Weil meine Finger voller Farbe sind. Dabei habe ich den Schlucken. Wenn ich den Pinsel – – Hupp schluckt`s. In meinem Fliegenspind Summt eine Fliege grollend, Eingesperrt, hinauswollend. Keine Fliege lebt von Worcester-Sauce. Ach, Hunger tut weh. Aber er schont die Hose Und macht sie […]

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Joachim Ringelnatz – Morgenwonne

  Ich bin so knallvergnügt erwacht. Ich klatsche meine Hüften. Das Wasser lockt. Die Seife lacht. Es dürstet mich nach Lüften. Ein schmuckes Laken macht einen Knicks Und gratuliert mir zum Baden. Zwei schwarze Schuhe in blankem Wichs Betiteln mich „Euer Gnaden“. Aus meiner tiefsten Seele zieht Mit Nasenflügelbeben Ein ungeheurer Appetit Nach Frühstück und […]

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Joachim Ringelnatz – Ostern

Wenn die Schokolade keimt, Wenn nach langem Druck bei Dichterlingen „Glockenklingen“ sich auf „Lenzesschwingen“ Endlich reimt, Und der Osterhase hinten auch schon preßt, Dann kommt bald das Osterfest. Und wenn wirklich dann mit Glockenklingen Ostern naht auf Lenzesschwingen, – – – Dann mit jenen Dichterlingen Und mit deren jugendlichen Bräuten Draußen schwelgen mit berauschten Händen […]

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Joachim Ringelnatz – Tropensehnsucht

Nashornida nannte ich die Kleine. Eigentlich klingt das so mild. Nashornida hatte Trampelbeine Und war wild. Nashornida hat mir einen Knochen, Alle Gläser, Porzellan und die Linke Wand vom Kleiderschrank zerbrochen. Doch sie hat nach Afrika gerochen, Und das reizte meine Phantasie. Joachim Ringelnatz  

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Best Buddys: Ringelnatz, Sintenis und der Bär

BÄR AUS DEM KÄFIG ENTKOMMEN Was ist nun jetzt? Wo sind auf einmal die Stangen, an denen die wünschende Nase sich wetzt? Was soll er nun anfangen? Er schnuppert neugierig und scheu. Wie ist das alles vor ihm so weit Und so wunderschön neu! Aber wie schrecklich die Menschheit schreit! Und er nähert sich geduckt […]

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