Joseph Roth: April. Die Geschichte einer Liebe (1925).

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„Manchmal wusste ich, dass Anna zärtlich sein könnte. Ich liebte die Frauen, deren Güte wie ein verschütteter Quell, unsichtbar fruchtlos, aber unermüdlich, jedesmal gegen die Oberfläche anströmt und, weil ein Ausweg nicht möglich, nach der Tiefe gedrängt, verborgene Schächte gräbt und gräbt bis zum Versiegen. Ich liebte Anna. Ich konnte ihren Reichtum nicht lassen. Sie […]

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Frank Duwalds Liebesreigen der Literatur (2): Der englische Patient

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Michael Ondaatje – Der englische Patient (1992) Originaltitel: The English Patient Michael Ondaatje ist schon so ein Fall für sich. Ich denke, er weiß ganz genau, dass er mit seiner Zuckerbrot-und-Peitsche-Strategie die Emotionsreichen unter seinen Lesern ziemlich weit an ihre Grenzen bringt. Denn, wenn es in weiten Teilen dieses Romans ein Defizit gibt, dann ist […]

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Von der Eifersucht, dem grünäugigen Monster.

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Der Brief, den du geschrieben Der Brief, den du geschrieben, Er macht mich gar nicht bang: Du willst mich nicht mehr lieben, Aber dein Brief ist lang. Zwölf Seiten, eng und zierlich! Ein kleines Manuskript! Man schreibt nicht so ausführlich, Wenn man den Abschied gibt. Heinrich Heine Recht hat er, der gute Heine, wie meist, […]

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Monotonie in der Südsee, Alpträume mit Herrn Hund und alles das am Katzentisch.

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Ursprüngliche zweite Titelvariante: „Wovon wir reden, wenn wir vom Buchbloggen reden.“ Aber die Überschrift wäre schon mal grundfalsch. ICH müsste ich schreiben, denn hier äußere schreibend ICH mich. Für andere kann ICH nicht sprechen. Dieses angeblich in der Literaturkritik verpönte ICH, das immer dann herhalten muss, wenn im Feuilleton mal „was über Blogger“ veröffentlicht wird. Angeprangert […]

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Irmgard Keun und ihre Pippi Langstrumpf anno 1918

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  „Wenn sie meinen, ein Kind hätte keine Sorgen, dann ist das dumm von ihnen. Immer sagen sie: Ach, so eine sorglose Kindheit, nie kommt sie wieder. Aber ein Kind hat bestimmt viel mehr Sorgen als ein Erwachsener.“ Irmgard Keun, „Das Mädchen, mit dem die Kinder nicht verkehren durften“, 1936, Neuauflage 2016 bei Kiepenheuer & […]

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Very british – der Landhausroman.

Augsburg (206)

In einem älteren Beitrag spielte der Roman „Was vom Tage übrigblieb“, den Frank Duwald nun in seiner neuen Kolumne „Liebesreigen der Literatur“ vorstellte, bereits schon einmal eine Rolle. Allerdings unter einem anderen Schwerpunkt – im Fokus nicht die Liebe, sondern das Haus als eigentliches Thema des Romans. Hier der Beitrag aus dem Archiv: Was im […]

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Frank Duwalds Liebesreigen der Literatur (1): Was vom Tage übrigblieb

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Kazuo Ishiguro – Was vom Tage übrigblieb (1989) Originaltitel: The Remains of the Day Es gibt literarische Bilder, die man nie mehr vergisst. Eines davon ist für mich die weinende Haushälterin Miss Kenton in Kombination mit dem sich außen vor der Tür herumdrückenden Butler Mr. Stevens in Was vom Tage übrigblieb von Kazuo Ishiguro. Man […]

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Andreas Föhrs Buch „Eisenberg“: Viele Wendungen, falsche Fährten und ein dickes Ende

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Ein Gastbeitrag von Florian Pittroff, http://www.flo-job.de Die Tegernsee-Krimis von Andreas Föhr habe ich verschlungen und war deshalb anfänglich doch eher skeptisch – warum jetzt was Neues? Kommissar Wallner und sein ewig grantelnder Kollege, Polizeiobermeister Kreuthner kommen doch gut an. Lokalkolorit, Spaß und doch spannende Krimilektüre. Jetzt also Frau Dr. Rachel Eisenberg. Die Ermittlerin diesmal eine […]

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Zeitlose, nie endende Traurigkeit: Der Pfandleiher. Eine Wiederentdeckung.

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„Eine Winzigkeit, er wußte noch nicht, was es wohl wäre, würde ihn an diesem Tag entzweibrechen, und die dunkle Kraft dieses Wachsen in ihm würde ungehindert hervorbrechen und sich ihm in der Sekunde, bevor sie ihn zerstörte, zu erkennen geben. „Heute ist der Achtundzwanzigste … meine Jahrzeit, meine Jahrzeit“, sagte er, als er hinter dem […]

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Ein Debüt mit Schmackes: Dieser Roman macht Appetit auf mehr

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Bei diesem Buch habe ich mir keine Notizen gemacht, keine Zitate angemerkt, keine Lesezeichen eingelegt. Wäre auch gar nicht gegangen. Denn: Ich wollte einfach nur lesen. Und in den Lesepausen hatte ich Appetit auf leckeres Essen.   „Die Geheimnisse der Küche des mittleren Westens“ ist allerbeste Unterhaltung. Ein erstklassiges Flutschbuch – locker geschrieben, leicht und […]

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