Mit Friedrich Torberg auf einen Café …

„Vom Kaffeehaus war schon so oft und ausgiebig die Rede, daß es sich fast erübrigt, ihm ein eigenes Kapitel zu widmen. Im Grunde ist ja dieses ganze Buch ein Buch vom Kaffeehaus. Kaum eine der auftretenden Personen wäre ohne das Kaffeehaus denkbar. Kaum eine der von ihnen handelnden Geschichten, auch wenn sie anderswo spielen, wäre […]

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Lina Loos – Die silberne Dame der Kaffeehausliteraten

„Ich bin Österreicherin durch und durch; im Zentrum der Stadt Wien geboren und in der Stephanskirche getauft. Das Leben hat mich später etwas an die Peripherie der Stadt abgedrängt, aber sonst geht es mir ganz gut. Ich hatte die Ehre, viele berühmte Wiener während meines schon etwas länger dauernden Lebens kennenzulernen, ja, es gab sogar […]

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Kunst für Alle – Farbholzschnitt der Wiener Secession

Hugo Henneberg, Der Blaue Weiher, um 1904, Linolschnitt in vier Platten (Blau, Violett, Schwarz, Braun) auf Japanpapier, 29,4 cm x 29,8 cm, Privatbesitz (Courtesy Natter Fine Arts Wien) Über das Werk von HAP Grieshaber lernte ich die Kunst des Holzschneidens schätzen (als Betrachterin, nicht als Ausführende, dafür fehlt mir die Begabung). Die oft „einfach“ und […]

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Alfred Polgar: Marlene. Bild einer berühmten Zeitgenossin (1938/2015).

„Es war die zweite von links, die, im kritischen Augenblick, den Revolver hob und die Kanaille niederschoss. Sie schoss von einer Treppe herab, die im Hintergrund sich wendelte, sie blieb dort stehen, als die Tat getan war, und sah auf das Opfer mit einem Blick, in dem Uninteressiertheit, kindliche Neugier, Müdigkeit und Gefühl schicksalhaften Unvermögens […]

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Peter Altenberg: Im Volksgarten (1896).

»Ich möchte einen blauen Ballon haben! Einen blauen Ballon möchte ich haben!« »Da hast du einen blauen Ballon, Rosamunde!« Man erklärte ihr nun, daß darinnen ein Gas sich befände, leichter als die atmosphärische Luft, infolgedessen etc. etc. »Ich möchte ihn auslassen – – –«, sagte sie einfach. »Willst du ihn nicht lieber diesem armen Mäderl dort schenken?!?« »Nein, […]

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Edmund de Waal: Der Hase mit den Bernsteinaugen (2011).

„Und Viktor saß auf einem Stuhl neben dem Küchenherd, der einzige Platz im Haus, wo es warm war. Jeden Tag verfolgte er in der Times die Nachrichten über den Krieg, an Donnerstagen las er die Kentish Gazette. Er las Ovid, besonders die „Tristia“, die Gedichte aus dem Exil. Beim Lesen strich er sich mit der […]

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Vicki Baum: Menschen im Hotel (1929).

„Es ist eine dumme Fabel, daß Hotelstubenmädchen durch die Schlüssellöcher schauen. Hotelstubenmädchen haben gar kein Interesse an den Leuten, die hinter Schlüssellöchern wohnen. Hotelstubenmädchen haben viel zu tun und sind angestrengt und müde und alle ein wenig resigniert, und sie sind vollauf beschäftigt mit ihren eigenen Angelegenheiten. Kein Mensch kümmert sich um den anderen Menschen […]

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Robert Seethaler: Der Trafikant (2012).

„Franz` sexuelle Erlösung bedeutete nicht gleichzeitig eine Besserung seines Gesamtzustandes. Das Feuer, das jetzt zwischen seinen Schenkeln entzündet war, brannte lichterloh und würde nie mehr zu löschen sein, so viel war ihm klar. Dabei – und auch das war ihm auf schmerzhafte Weise bewusst geworden – gab es noch so viel zu lernen. Zu kurz […]

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Florian Illies: 1913 – Der Sommer des Jahrhunderts (2012).

November „Adolf Loos sagt, dass das Ornament ein Verbrechen sei, und baut Häuser und Schneidersalons voll Klarheit. Alles ist aus zwischen Else Lasker-Schüler und Dr. Gottfried Benn – sie ist verzweifelt, woraufhin ihr Dr. Alfred Döblin, der gerade Ernst Ludwig Kirchner Modell sitzt, Morphium spritzt. Prousts „In Swanns Welt“, der erste Band von „Auf der […]

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