Schlagwort: Rainer Maria Rilke

Rainer Maria Rilke – Einmal nahm ich

Einmal nahm ich zwischen meine Hände dein Gesicht. Der Mond fiel darauf ein. Unbegreiflichster der Gegenstände unter überfließendem Gewein. Wie ein williges, das still besteht, beinah war es wie ein Ding zu halten. Und doch war kein Wesen in der kalten Nacht, das mir unendlicher entgeht. O da strömen wir zu diesen Stellen, drängen in

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Rilke und die schoßgeblendete Rakete

Schwindende du kennst die Türme nicht. Doch nun sollst Du einen Turm gewahren mit dem wunderbaren Raum in dir. Verschließ dein Angesicht. Aufgerichtet hast du ihn ahnungslos mit Blick und Wink und Wendung. Plötzlich starrt er von Vollendung, und ich, Seliger, darf ihn beziehn. Ach wie bin ich eng darin. Schmeichle mir, zur Kuppel auszutreten:

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Post von Rilke: „Solche Menschen gehen durch alle Stürme gemeinsam.“

Aus meinem Tag soll ich Dir noch erzählen: er ist arm, denn Du bist fern; er ist reich, denn Deine Güte liegt leuchtend über seinen Dingen. Ich spreche viel zu Dir und mit allem von Dir. Lebe leider mitten unter Menschen die mit ihrem Lautsein meine Träume stören, natürlich kenne ich keinen. Es sind Menschen,

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Rainer Maria Rilke: Briefe an einen jungen Dichter (1908).

Geduld Und ich möchte dich, so gut ich kann bitten, Geduld zu haben gegen alles Ungelöste in deinem Herzen, und zu verstehen. Die Fragen selbst liebzuhaben wie verschlossene Stuben und wie Bücher, die in einer fremden Sprache geschrieben sind. Forsche jetzt nicht nach Antworten, die dir nicht gegeben werden können, weil du sie nicht leben

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