Kurz & knapp & bibliodivers – was für Augen, Ohr & Hirn

„Bibliodiversität basiert auf Respekt vor anderen, auf einem dynamischen Gleichgewicht der Gesellschaft und auf der Ablehnung von Monokulturen. Pornografie, Rassismus, Sexismus, Homophobie sowie auch die Diskriminierung aufgrund von Religion, Ethnie, (Nicht-)Behinderung, Alter, Kaste, Klasse und Sexualität entstehen durch fehlenden Respekt vor und – im schlimmsten Falle – Hass auf andere.“ Susan Hawthorne, „Bibliodiversität. Manifest für […]

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Vincent van Gogh, der Himmel und diese verdammte Hand

„Als ich eines Nachts keinen Schlaf finden konnte, öffnete ich das Fenster meines Zimmers, stützte die Ellbogen auf den Rahmen und betrachtete den Himmel über dem in Dunkelheit getauchten Garten. Der Himmel hatte die Farbe von Veilchen. Millionen von Sternen funkelten. Zum erstenmal wurde ich mir dieser gewaltigen Unendlichkeit bewußt, die ich mit den anrührenden […]

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Jérôme Ferrari: Predigt auf den Untergang Roms (2012).

„André wird bald nach Algerien abreisen, und Marcel  neidete seinem Schwager dessen abenteuerliches Leben, das so schmerzhaft im Gegensatz stand zu der Leere seines eigenen, er sah das Kolonialreich nicht zusammenbrechen, er hörte nicht einmal das dumpfe Knirschen seiner angeschlagenen Fundamente, denn er war vollständig auf das Zusammenbrechen seines eigenen Körpers konzentriert, den Afrika mit […]

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François Armanet: Bücher für die einsame Insel (2017)

„Wenn ich zwei Tage auf der Insel bleiben soll, würde es mir reichen, eine Ausgabe des Nouvel Obs mitzunehmen. Wenn ich so lange bleiben muss wie Robinson, bräuchte ich fünfzigtausend Bände aus der Bibliothek, die ich zu Hause habe. Deswegen würde ich das Telefonbuch mitnehmen. Mit all den Namen könnte ich unendlich viele Geschichten schreiben.“  […]

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Österreichische Melange mit Eva Menasse, Christoph Ransmayr, Lili Grün und Albert Drach

Die kluge Erzählerin: Eva Menasse Über Jahre hinweg hat Eva Menasse skurrile Tiermeldungen aus Zeitungen und Zeitschriften gesammelt. Von Igeln, die in Eisbechern ersticken, von Schmetterlingen, die die Tränen von Krokodilen trinken und Raupen, die sich, wenn sie fressen, zum Opfer machen. Ihren acht Erzählungen im neu erschienenen Band „Tiere für Fortgeschrittene“ stellt sie je […]

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#lithund: Nicola Förg und ihre scharfen Hunde – ein Alpenkrimi (2017)

Ehrlich gesagt war es mein erster Alpen-Krimi von Nicola Förg. Das Hauptpersonal: Hundewelpen, die aus einem umgestürzten Lkw krabbeln, drei Tote und die Ermittlerin Irmi Mangold samt ihrer Kollegin Kathi Reindl. Das ist der Plot, aus dem die „Scharfen Hunde“ sind. Nicola Förg greift ein hochbrisantes Thema auf: Hundehandel! Und es ist eine durchaus gute […]

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#blogbuster – Ein Autor auf Spuren seiner Figur: „Junge, fall nicht!“

Ich leide an extremer Höhenangst. An schlechten Tagen kann sogar eine Rolltreppe im Kaufhaus, ein gläserner Aufzug, ein Blick aus dem Fenster eine Herausforderung sein. Und doch würde ich es gern wissen, wie es wohl sein mag, auf den höchsten Dächern zu balancieren? Ein Gefühl grenzenloser Freiheit? Flucht vor der Bodenschwere? Daniel Faßbender, dessen Roman […]

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Arthur Rundt: Marylin (1928/2017)

„Marylin hatte in Chicago eine Fünfundzwanzig-Dollar-Stellung. Sie fuhr jeden Morgen mit dem gleichen Hochbahnzug in ihr Office, vom Nordwesten der Stadt bis zur Station an der Ecke der Wabash und Madison Street. Aber was half es Philip, daß er täglich diese selbe Linie benutzte, daß er täglich sechs Stationen vor Madison Street gerade diesen bestimmten […]

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Isaac B. Singer – Die Freiheit will Liebe.

„Die Bibel und der Talmud sind voll von Sex-Stories. Wenn diese Heiligen sich nicht dessen schämen, warum soll ich es tun, ich bin doch kein Heiliger? Wenn es einen Gott gibt, so stelle ich ihn mir als einen Liebhaber vor. Gemäß der Kabbala lieben alle Seelen im Himmel.“ Isaac B. Singer Hadern mit Gott, ringen […]

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Isaac B. Singer: Feinde, die Geschichte einer Liebe (1966).

„Ich schäme mich nicht zu gestehen, daß ich zu jenen zähle, die sich einbilden, Literatur könne neue Horizonte und Perspektiven erschließen – philosophische, religiöse, ästhetische und auch soziale. Die Geschichte der alten jüdischen Literatur kannte keinen Unterschied zwischen Dichter und Propheten. Nicht selten wurde unsere alte Dichtung zum Gesetz, zum Leben selbst.“ Dies sagte Isaac […]

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#meinebücherei (5): „Irgendjemand will, dass wir schlau sind“ – die Stadtbücherei Bad Harzburg

Ich war am vergangenen Freitag in der Augsburger Stadtbibliothek, um Wilhelm Genazino zu lauschen – wunderbar, wie der „Tarzan am Main“ mit trockenem, leisen Humor über das Schreiben plauderte. Neben der Lesung aus Genazinos jüngstem Roman umfasste der Abend ein „Literarisches Quartett“ mit Journalisten, einem Buchhändler und meinem Augsburger Bloggerkollegen Marius Müller, dessen Blog ich […]

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Sag mal an Daniel: Roofen oder Schreiben – was ist Fiktion, was Realität?

Daniel Faßbender hat mich mit „Die weltbeste Geschichte vom Fallen“ begeistert. Das Manuskript um einen jungen Mann, der sich in der Roofer-Szene bewegt, hatte es mir vom ersten Satz an angetan – und so wurde dieser Roman mein Favorit für den Literaturpreis Blogbuster. Weil der Text selbst von einer so ungewöhnlichen Szene erzählt, haben Daniel […]

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Lindau: Hölderlins geweihete Pforte

Freilich wohl! das Geburtsland ists, der Boden der Heimat, Was du suchest, es ist nahe, begegnet dir schon. Und umsonst nicht steht, wie ein Sohn, am wellenumrauschten Tor‘ und siehet und sucht liebende Namen für dich, Mit Gesang ein wandernder Mann, glückseliges Lindau! Eine der gastlichen Pforten des Landes ist dies, Reizend hinauszugehn in die […]

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Lesezeichen von: Gotthold Ephraim Lessing

  Die Sinngedichte an den Leser Wer wird nicht einen Klopstock loben? Doch wird ihn jeder lesen? – Nein. Wir wollen weniger erhoben, Und fleißiger gelesen sein.

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