Schlagwort: Deutsche Literatur

Hans Fallada/Hans-Jürgen Gaudeck: Ich weiß ein Haus am Wasser (2017)

„Ich war mit dem damals wohl knapp Vierjährigen über den kleinen in den großen Mahlendorfer See gerudert, und dort hatten wir auf einer jener kleinen, buschigen Inseln angelegt, die das ganze Jahr hindurch fast nie eines Menschen Fuß betritt. Ich liebe solche Inseln, sie erinnern mich immer an die Robinson-Träume meiner Knabenjahre. Wurde damals eine

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#MeinKlassiker (34): Die Buddenbrooks – eine Familie verfällt und lebt doch für immer weiter

Unzählige Male wieder aufgelegt, gelesen und besprochen, mehrfach verfilmt, aber auch immer wieder als „überholt“ und „überschätzt“ geschmäht – und dennoch: Die „Buddenbrooks“ ist einer der großen Romane der deutschen Literatur. Und es ist schön, dass er – und mit diesem, seinem ersten Roman – nun auch Thomas Mann in der Reihe #MeinKlassiker angekommen ist.

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Hans Fallada: Kleiner Mann, mit Größe gescheitert. Zwei neue Biographien.

„Rudolf Ditzen nannte sich Fallada nach dem höchst unheimlichen Märchen, darin der abgehauene, an der Wand hängende Kopf eines Pferdes namens Fallada zu sprechen beginnt. Märchenleser erinnern sich gewiss der Zeile „Oh Fallada, da du hangest“ als einer der erschreckendsten und mysteriösesten Klagen des Märchengutes. Die Wahl des geisterhaften Pseudonyms erscheint mir als typisch für

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#MeinKlassiker (33): Die Entdeckung der Empfindsamkeit mit „Anton Reiser“

Bei Ludger Menke – hier sein Beitrag zu den #VerschämtenLektüren – war ich wegen seines Alias „Krimiblogger“ und seiner Vorliebe für englische Literatur auf alles gefasst. Ja, eigentlich hätte ich auf Charles Dickens getippt. Und wieder wurde ich ziemlich überrascht – mit einem Klassiker aus der Feder von Karl Philipp Moritz. Als mich Birgit Boellinger

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#MeinKlassiker (32): Michael Kohlhaas – nach 200 Jahren noch brandaktuell

Mit „Das siebte Kreuz“ von Anna Seghers hat Dagmar Eger-Offel bereits einmal in der Reihe #MeinKlassiker einen Roman vorgestellt, der nichts von seiner politischer Aktualität verloren hat. Ich freue mich, dass sie sich mit einem zweiten Beitrag an der Serie beteiligt – wieder mit einem ausgesprochen politischen Werk der Literatur: „Michael Kohlhaas“ von Heinrich von

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Stephan Thome: Grenzgang (2009)

“Die Kuppen ihrer Finger streifen über seine Handflächen, bevor sie sich mit den anderen Fingern verschränken. So stehen sie still für einen Moment, ein Zwei-Personen-Rahmen für den enger werdenden Raum zwischen ihren Körpern. Spielraum.“ Stephan Thome, “Grenzgang”, 2009, Suhrkamp Verlag. Eine Frau, ein Mann. Mitte 40. Lebensentwürfe gescheitert. Gestrandet in der Provinz. Treffen einander. Irrungen

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Tobias Premper: Mississippi Orangeneis Blues (2016)

MISSISSIPPI ORANGENEIS BLUES Wenn das Leben nur dies sein könnte: Eine Fahrt mit dir und dem Kleinen auf dem Mississippi, wir füttern uns gegenseitig mit Orangeneis und irgendwer spielt den Blues. Tobias Premper, „Mississippi Orangeneis Blues“, 2016, Steidl Verlag Wenn ein Buch nur dies sein kann: Du blätterst es auf, an einer beliebigen Stelle, Bilder

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Ursula Krechel: Landgericht (2012)

„Ja, Kornitzer hatte es sich genau überlegt. Er war kein Spieler, auch kein Utopist. Die Würde des Richteramtes und der Eid, den er bei seiner Ernennung geschworen hatte, Gehorsam der Verfassung, den Gesetzen und meinen Vorgesetzten und die Treue meinem Volk, Achtung gegenüber dem Willen der Volksvertretung, all das band ihn. Aber auch das Hervortreten

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#MeinKlassiker (24): Wolfgang Borchert und ein eindringlicher Appell an die Leser heute

Als mich Birgit von Sätze&Schätze fragte, ob ich nicht auch einen Beitrag schreiben wolle, war ich zunächst ratlos. Ich hatte schon hin und wieder überlegt, welchen Klassiker ich wählen würde, bin aber nicht so recht einig mit mir geworden. Auch schien mir die Messlatte der vorgestellten Beiträge zu hoch, als dass ich da mithalten könnte.

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#MeinKlassiker (22): Für Peter Brunner ist das #MeinBüchner

Bildquelle: By Kurkai (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)%5D, via Wikimedia Commons Dass der Autor und Blogger Peter Brunner für die Reihe #MeinKlassiker etwas über ein Werk Büchners schreiben würde, war naheliegend – schließlich ist der Mitbegründer des Hessischen Literaturrates ein profunder Büchner-Kenner, der sich insbesondere der Erforschung der Büchner-Familie gewidmet hat. „Neues aus dem Büchnerland“

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#MeinKlassiker (21): Norman Weiss ist für Kabale und Liebe

Norman Weiss berichtet auf seinem Blog Notizhefte über Bücher, Museen, Ausstellungen, Theaterbesuche und alles sonst, was das Leben bereichert. Eine Kulturwebsite im besten Sinne also. Dass bei ihm die Klassiker in vielerlei Form lebendig sind und gepflegt werden, sieht man an seiner Buchauswahl. Norman war einer der ersten Blogger, der von sich aus signalisierte, er

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#MeinKlassiker (20): Für Claudia Pütz waren Lessing und Nathan der Weise eine Offenbarung

Bei Claudia Pütz sagt der Untertitel des Blogs „Das graue Sofa“, was Programm ist: Das Lesen zeitgenössischer Literatur. Aber Claudia liest durchaus „anders“: Überwiegend Bücher, die politisch relevante oder gesellschaftlich wichtige Fragen aufgreifen, Literatur, die einen Blick auf unsere Welt wirft und zu Diskussionen anregt. Dafür schätze ich „Das graue Sofa“ sehr – einfach ein

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#MeinKlassiker (16): Florian L. Arnold reist in die Gelehrtenrepublik

Florian L. Arnold ist ein Multitalent. Zu seinen Fähigkeiten gehören: Zeichnung & Illustration, Satire, Schriftstellerei, Selbstausbeutung, fruchtloses Jammern und Ignorieren der herrschenden Verhältnisse. Wer nun meint, ich stellte meinen Gastautoren etwas gröblich vor – Florian charakterisiert sich so auf seiner Homepage selbst: http://www.florianarnold.de/ Ich kenne ihn nicht fruchtlos jammernd, sondern äußerst anpackend: Unter anderem als Initiator der

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#MeinKlassiker (12): Das siebte Kreuz – ein Roman von aktueller Brisanz

Literatur im Fenster ist ein eingetragener Verein, der seit 2009 vielerlei Veranstaltungen im Bereich     Erwachsenenbildung organisiert. Das Projekt „Frauenakademie“ und das Projekt „Studium Generale“ sind Unterrichtsprogramme vom Baden-Württembergischen bzw. Bayrischen Volkshochschulverband. Darüber hinaus werden von dem Verein auch Schreibwerkstätten angeregt, Formate des offenen digitalen Lernens angeboten, und vieles mehr. Auf dem Blog des Vereins veröffentlicht dessen Vorsitzende, Dagmar Eger-Offel,

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