Schlagwort: Lyrik

Lili Grün: Mädchenhimmel! (2014)

Geliebter Freund (Auszug) Zum Schluß meinst du, ich soll dir Antwort schreiben, Natürlich nur in dein Geschäft, Denn deine junge Frau, sie könnte drunter leiden, Und wenn sie meinen Brief erwischt, Dann ging`s Dir schlecht. Geliebter Freund, ich hab` dir nichts zu sagen; Denn du bist fremd und fern und alles ist vorbei. Ich hab`

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Lindau: Hölderlins geweihete Pforte

Freilich wohl! das Geburtsland ists, der Boden der Heimat, Was du suchest, es ist nahe, begegnet dir schon. Und umsonst nicht steht, wie ein Sohn, am wellenumrauschten Tor‘ und siehet und sucht liebende Namen für dich, Mit Gesang ein wandernder Mann, glückseliges Lindau! Eine der gastlichen Pforten des Landes ist dies, Reizend hinauszugehn in die

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Marco Kerler: Volkslyrik (2016)

Befürchtung (Für mich) Ich träumte von einer Messe auf der ich einen Stand hatte Und Leute in Scharen kamen damit ich ihnen Gedichte schreibe Nun sitze ich alleine hier kleiner Stand auf einer Messe und schreibe keine Gedichte damit ich mehr von Ihnen träume Marco Kerler, aus: „Volkslyrik“, edition dreiklein, 2016 Über den türkischen Schriftsteller

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Lydia Daher: Kleine Satelliten (2016)

»(Das ist leicht zu verstehen und leicht auszuhalten. Aber niemand kann es verstehen und niemand kann es aushalten.) (Which is easy to comprehend and easy to cope with. Yet no-one seems to be able to understand or cope.)« Alle Zitate und Abbildungen aus: Kleine Satelliten, Lydia Daher / Warren Craghead III, MaroVerlag 2016. Manchmal muss man

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Tobias Premper: Mississippi Orangeneis Blues (2016)

MISSISSIPPI ORANGENEIS BLUES Wenn das Leben nur dies sein könnte: Eine Fahrt mit dir und dem Kleinen auf dem Mississippi, wir füttern uns gegenseitig mit Orangeneis und irgendwer spielt den Blues. Tobias Premper, „Mississippi Orangeneis Blues“, 2016, Steidl Verlag Wenn ein Buch nur dies sein kann: Du blätterst es auf, an einer beliebigen Stelle, Bilder

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Lily Brett: The Auschwitz Poems (1986)

„Darf man nach Auschwitz noch Gedichte schreiben? Oder vielmehr, darf man über Auschwitz Gedichte schreiben? Die Antwort ist verdächtig (und wahrscheinlich unvermeidlich:) dialektisch. Nein, über Auschwitz kann nichts geschrieben werden. Doch, ja, man kann über die verschiedenen Formen des Schweigens schreiben, die Auschwitz umgeben: das Schweigen der Schuld, der Scham, des Schreckens und der Sinnlosigkeit.

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Paul Klee und der Sturz des Ikarus.

„Je schreckensvoller die Welt ist, desto abstrakter die Kunst, während eine glückliche Welt eine diesseitige Kunst hervorbringt.“ Dichter malen mit Worten. Maler schreiben mit Bildern. Manche können beides. So Paul Klee (1879-1940), der dichtende Maler, malende Dichter, Dichtermaler. Er wirkt nicht nur durch sein bildnerisches Werk. Auch durch seine Tagebücher. Vor allem jedoch durch seine

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Sylvia Plath und ihr Spaßwunderbett

Gelesen wird sie immerzu, doch durch den aktuellen Roman von Connie Palmen, „Du sagst es“ ist sie wieder einmal mehr in aller Munde: Sylvia Plath. Wer sich der amerikanischen Schriftstellerin vor allem über ihre bekannteren Werke „Die Glasglocke“ und „Ariel“ nähert, der lernt vor allem die verzweifelte, melancholische Stimme dieser Frau kennen, die an sich

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Joachim Ringelnatz – Herbstliche Wege

  Des Sommers weiße Wolkengrüße zieh`n  stumm den Vogelschwärmen nach, die letzte Beere gärt voll Süße, zärtliches Wort liegt wieder brach.   Und Schatten folgt den langen Wegen aus Bäumen, die das Licht verfärbt, der Himmel wächst, in Wind und Regen stirbt Laub, verdorrt und braun gegerbt. Der Duft der Blume ist vergessen, Frucht birgt

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Georg Trakl – Verklärter Herbst

      Verklärter Herbst Gewaltig endet so das Jahr Mit goldnem Wein und Frucht der Gärten. Rund schweigen Wälder wunderbar Und sind des Einsamen Gefährten. Da sagt der Landmann: Es ist gut. Ihr Abendglocken lang und leise Gebt noch zum Ende frohen Mut. Ein Vogelzug grüßt auf der Reise. Es ist der Liebe milde

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Eduard Mörike – Gebet

Gebet Herr! schicke, was Du willst, Ein Liebes oder Leides; Ich bin vergnügt, daß Beides Aus Deinen Händen quillt. Wolltest mit Freuden Und wolltest mit Leiden Mich nicht überschütten! Doch in der Mitten Liegt holdes Bescheiden. Eduard Mörike, 1867 „Die Welt im Rücken, werde ich nicht aufgeben. Die Hoffnung heißt: nie wieder manisch werden. Aber

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