Schlagwort: Judentum

Arnold Zweig: Der Streit um den Sergeanten Grischa (1927)

Mit einer Art erschöpften Stimme begann Posnanski, während der alte Herr seinen Kaffee, schwarz, stark gesüßt, ausnippte: „Wir sind keine Jünglinge. Unsre Gefühle haben die Pflicht, den Weg über Einsicht und Erwägung zu nehmen, bevor sie in die Entschlußsphäre münden…Uns ist vollkommen klar, in einer Zeit wie dieser sieht Schieffenzahn das Leben eines Einzelnen so

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Mit Friedrich Torberg auf einen Café …

„Vom Kaffeehaus war schon so oft und ausgiebig die Rede, daß es sich fast erübrigt, ihm ein eigenes Kapitel zu widmen. Im Grunde ist ja dieses ganze Buch ein Buch vom Kaffeehaus. Kaum eine der auftretenden Personen wäre ohne das Kaffeehaus denkbar. Kaum eine der von ihnen handelnden Geschichten, auch wenn sie anderswo spielen, wäre

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Ruth Klüger: Zerreißproben (2013).

Aus dem Archiv – aus aktuellem Anlass: Heute, 27. Januar, dem Tag der Befreiung von Auschwitz, hält Ruth Klüger im Deutschen Bundestag die Gedenkrede zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus.   Jom Kippur (Auszug) Und jedes Jahr wie jedes Jahr zehrt und zerrt der Hunger der Toten an dem Fleisch der Lebendigen. Löset die

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Ruth Klüger: unterwegs verloren (2008).

„Die Überlebenden der KZ, mit Ausnahme von einigen, die man zu Märtyrern gestempelt hat, sind allen frei gebliebenen Menschen ein Dorn im Auge. Gelitten zu haben ist eine Schande, außer wenn man daran und dafür gestorben ist.“ Ruth Klüger, „unterwegs verloren“, 2008 Ruth Klüger ist 61 Jahre alt, als 1992 im Literarischen Quartett ihre Erinnerungen

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Rose Ausländer – Wer wird sich meiner erinnern wenn ich gehe?

Manche haben sich gerettet Aus der Nacht krochen Hände ziegelrot vom Blut der Ermordeten (Aus „Schallendes Schweigen“) Rose Ausländer (1901-1988) Die Nächte der Rose Ausländer zwischen 1941 und 1944, ich mag mir sie nicht vorstellen. 1941 wird die jüdische Bevölkerung in Czernowitz von den Nationalsozialsten und deren rumänischen Schergen in einem Ghetto zusammengetrieben. Dem Transport

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Lesezeichen von: Isaac B. Singer

„Wenn ich jetzt unter dem Apfelbaum im Garten ein neues Buch anfing, hatte ich es bereits am nächsten Tag durchgelesen. Oft saß ich auf einem umgekippten Bücherregal in der Dachkammer und las zwischen alten Töpfen, kaputten Fässern und Stapeln von Seiten, die aus heiligen Büchern herausgerissen worden waren. Ich las alles: Erzählungen, Romane, Theaterstücke, Essays,

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