Schlagwort: DDR

Katja Lange-Müller: „Drehtür“ (2016).

„Das Bedürfnis, dem Artgenossen beizustehen, das wir mit vielen Tieren teilen, selbst so niederen und unsympathischen wie Wespen oder Ameisen, nannten und nennen neunmalkluge Schwachköpfe Helfersyndrom, als sei das eine multiple, entsprechend komplizierte Krankheit, eine Psycho-Seuche, die nur Exemplare unserer Gattung befällt. Warum zum Henker soll es krank sein, den Mitmenschen gesund sehen zu wollen

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Don Quijote in Brandenburg. Juli Zeh: „Unterleuten“ (2016).

„Er blieb auf der Lichtung, bis es dämmerte. Immer weiter starrte er in Richtung des Landstreifens, auf dem in wenigen Monaten Krönchens Zukunft aus Stahlbeton und Aluminium errichtet würde. Endlich war auch in Kron das 20. Jahrhundert zu Ende gegangen, diese Epoche des kollektiven Wahnsinns. Mit einem kleinen Schritt war er in der Gegenwart angekommen,

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Hans Christoph Buch: Sansibar Blues (2008).

„… und als du auf der Dachterrasse ein nasses Laken zur Seite schiebst, stockt dir der Atem beim Rundblick über die Stadt: Hinter rostroten Wellblechdächern blaut das Meer, dessen Brandung ein Fischerboot durchsticht, während eine Flotte von Dhaus vor der Hafeneinfahrt kreuzt, die bunt geflickten Segel von der Abendbrise gebläht.“ Hans Christoph Buch, „Sansibar Blues

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Judith Schalansky: Der Hals der Giraffe (2011).

Noch einmal ein Blick zurück auf meine Favoriten vergangener Buchpreise – Judith Schalansky stand 2011 zwar „nur“ auf der Longlist. Macht nichts. Die Giraffe hat den längeren Atem – das Buch macht immer noch Freude beim Lesen. „Alle machten sich vom Acker. Nichts hatten sie begriffen. Wer die Welt verstehen wollte, musste zu Hause damit

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#dbp15 „Preisvergaben sind als demokratische Veranstaltungen nicht denkbar“: Kathrin Schmidt im Interview

Zwar lesen die Buchpreisblogger inzwischen schon die von ihnen ausgewählten Titel von der Longlist, doch der Blick geht nicht nur nach vorn: Wir baten auch die Autorinnen und Autoren der vergangenen Jahre, mit uns über ihre Erfahrungen mit dem Deutschen Buchpreis zu sprechen. Auf Buchrevier hatte Tobias Nazemi bereits Julia Franck im Gespräch, Mara von

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#dbp15 Vor dem Buchpreis ist nach dem Buchpreis

Ich gebe es zu. Auch ich bin ein Marketingopfer. Bin völlig konsumorientiert, kritiklos, bedenkenlos mit dem Schwarm geschwommen. Und habe es getan, jawoll. Einfach so. Brav bin ich Jahr für Jahr nach der Bekanntgabe des Deutschen Buchpreisträgers in meine Buchhandlung vor Ort gedackelt und habe mir das preisgekrönte Werk gekauft. Und habe es sogar gelesen,

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Literarische Orte: Hier entstanden die Buckower Elegien

Von Angelika Felber In ihrem Gastbeitrag berichtet Angelika Felber von einem Besuch im Brecht-Weigel-Haus in Buckow am Scharmützelsee: Mitten in der hügelig, wald- und seenreichen Landschaft der Märkischen Schweiz fand Bertolt Brecht 1952 ein Refugium, wo er ungestört arbeiten und Gesprächspartner empfangen konnte. Dort schrieb er im Sommer 1953 die Buckower Elegien, in denen er

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