Joachim Ringelnatz – Herbstliche Wege

Viele wissen von ihm nur als verspielten Dichter. Dabei war die Bandbreite von Ringelnatz enorm – vom puren Expressionismus bis zur leichten Melancholie.

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Beim Lettl-Atrium (Museum für surreale Kunst) in Augsburg. Bild: Birgit Böllinger

Des Sommers weiße Wolkengrüße
zieh`n  stumm den Vogelschwärmen nach,
die letzte Beere gärt voll Süße,
zärtliches Wort liegt wieder brach.

Und Schatten folgt den langen Wegen
aus Bäumen, die das Licht verfärbt,
der Himmel wächst, in Wind und Regen
stirbt Laub, verdorrt und braun gegerbt.

Der Duft der Blume ist vergessen,
Frucht birgt und Sonne nun der Wein
und du trägst, was dir zugemessen,
geklärt in deinen Herbst hinein.

Joachim Ringelnatz (1883-1934)

Alexander Kluy, Joachim Ringelnatz – die Biographie:
https://saetzeundschaetze.com/2015/03/04/alexander-kluy-joachim-ringelnatz-die-biographie-2015/

 

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