Ralf Rothmann. Im Frühling sterben (2015).

30 Kommentare

DSC01542

Jüngst sah ich im Schweizer Fernsehen ein Interview mit dem Psychiater Borwin Bandelow, einer der führenden Experten bei der Behandlung von Angststörungen. Gefragt, ob in unserer modernen Leistungsgesellschaft Ängste, Traumatisierungen oder auch Depressionen zunehmen, meinte der Wissenschaftler, statistisch sei dies nicht zweifelsfrei zu belegen.

Zwar spricht auch die Weltgesundheitsorganisation davon, dass psychische Erkrankungen unter den sogenannten Volkskrankheiten der Zivilgesellschaften die (auf den ersten Blick) rein somatischen Leiden – Herzprobleme, Diabetes, etc. – längst überholt haben. Allerdings: Lange Zeit wurden Krankheiten der Seele nicht als solche anerkannt, eher als Charakterschwäche oder persönliches Versagen interpretiert, wurden zudem kaum behandelt. Folge: Sie tauchten in den Statistiken gar nicht erst auf. Erst langsam beginnt sich dieses Tabu aufzulösen und steigt die Einsicht, dass beides der Behandlung und Fürsorge bedarf: Geist, Gehirn, Psyche, Seele einerseits, der Körper als Hülle all dessen andererseits.

BB erinnerte in diesem Interview daran, dass es in jeder Gesellschaft „Traumatisierungen“ gibt, individuelle und kollektive – speziell verwies er auf die europäische Generation jener, die den Zweiten Weltkrieg in irgendeiner Form miterleben mussten. Eine der Katastrophen des 20. Jahrhunderts, die auf allen Seiten tausendfach zerstörte Seelen hinausspie, unbehandelt zurück entließ in ein zwar politisch scheinbar „befriedetes“ Leben, aber in persönliche und private Lebensentwürfe, die allermeist in Trümmern lagen.

Ob Opfer oder Täter – auch in der bundesrepublikanischen Wiederaufbau- und der folgenden Wirtschaftswunderzeit standen andere Prioritäten an, Geschichte wurde gemacht, es ging voran, alte Wunden nur notdürftig verdeckt, die seelischen Schäden zur Seite geschoben, sie blieben unbehandelt. Kann Verschweigen Heilen bringen? Wohl nicht. Allenfalls eine Vertagung des Unverarbeiteten – vertagt und weitergegeben an die nachfolgenden Generationen.

Auch in meiner Familie gab es dies, das Schweigen der Großväter. Meinen eigentlichen Großvater mütterlicherseits lernte ich nie kennen: Er starb einige Jahre vor meiner Geburt an den Folgen seines Alkoholismus. Er sei ein lieber, liebenswürdiger und sensibler Mann gewesen, so wurde mir berichtet, der verändert und gebrochen aus dem Krieg zurückgekehrt sei. Der zweite Mann meiner Großmutter stammte aus jener Gegend, die Melinda Nadji Abonji in ihrem Roman „Tauben fliegen auf“ beschreibt: Der Vojvodina mit ihrem bunten Völkergemisch. Eine Ansammlung verschiedener Nationalitäten, die sich in der Habsburger Zeit irgendwie arrangierten und kaum, war dieses einigende k.- u.-k.-Band zerschnitten, gegenseitig verfolgten. Mein Großvater, ein Donauschwabe, war nach dem Zweiten Weltkrieg in die USA ausgewandert, den größtmöglichen Abstand und materielle Sicherheit suchend. Über die Zeit und Erlebnisse vor seiner Auswanderung sprach er nie. Später, im Alter, von Alzheimer geplagt, fand man den alten Mann oftmals im Keller seines Hauses versteckt, zitternd vor Furcht und stammelnd: „Die Russen kommen.“ Der Großvater väterlicherseits dagegen kannte diese Angst nicht – wenn er von uns Enkeln in der kindlichen Erwartung einer Abenteuergeschichte aufgefordert wurde, „doch mal was vom Krieg“ zu erzählen, dann kamen allenfalls einige Episoden über seine lange Gefangenschaft und die Hilfe, die er und seine Kameraden von einigen russisch Bauern erhalten hatten. Er hatte überlebt, irgendwie – was er dafür zu tun hatte, auch was er im Krieg zu tun hatte (natürlich fragten wir als Knirpse auch unbefangen-sensationslüstern, ob er denn einen „totgeschossen“ habe) – darüber verlor er kein Wort. Seine dürftigen Erzählungen aus dieser Zeit glichen einem dünnen Reiseführer: Der Schwabe, der erstmals in Frankreich ein Baguette kostet und von einem russischen Bauern ein Hühnchen bekommt.

Das Schweigen der Großväter: Es prägte die Familie in mehrfacher Hinsicht. Über den Krieg wurde nur gemunkelt. Und auch die Brüche in den Biographien ihrer Kinder, die in den entscheidenden Jahren ohne Väter aufwuchsen, sie blieben: Brüche. Die Rolle der Ehefrauen, die zuhause ihren Mann standen und dann zurücksollten in ihre klassische Funktion – auch das ein Bruch. Wie umgehen mit den fremden, schweigsamen, veränderten Männern nach ihrer Heimkehr? Für meine Großmütter kam „Das Wunder von Bern“ zu spät in die Kinos.

Wie sehr prägen solche traumatischen Erfahrungen auch die nachfolgenden Generationen, wie sehr eine Familiengeschichte?
Wie lange braucht es, um solche Erfahrungen zu überwinden?
Wie sehr wird das Gefühl von Schuld und Angst weitergegeben?
Wann ist das Schweigen überwunden, wann wird aus Schuld die Übernahme von Verantwortung?
Welche Schlüssel gibt es, um das Schweigen aufzulösen?

Ein langer persönlicher Epilog zu einem Buch, das mir doch so wichtig ist, dass ich meine selbstauferlegte Sommerpause unterbreche:

„Im Frühling sterben“ von Ralf Rothmann. An einigen Stellen wurde es bereits als „der beste Roman“ dieses Jahres bezeichnet. Und auch wenn ich solche verallgemeinernden Prädikate scheue – für mich ist es auf jeden Fall eines der wichtigsten Bücher, die ich in den vergangenen Monaten gelesen habe. Rothmann, selbst Jahrgang 1953, also mit der fragwürdigen Gnade der späten Geburt ausgestattet, erzählt, so Hilmar Klute in einer Kurzvorstellung in der Süddeutschen Zeitung, „vom dunklen Erbe der Väter“. Im Mittelpunkt stehen die beiden 17jährigen Jungen Walter Urban und Fiete Caroli, beide in Norddeutschland auf einem Hof als Melker tätig. Beide jung, verliebt, voller Hoffnungen, trotz der Einschränkungen, die das Kriegsgeschehen mit sich bringt. Es ist das letzte Kriegsjahr, die Fronten bröckeln an allen Seiten und trotz der absehbaren Niederlage werden alle Jahrgänge ins Feuer geschickt, verbrannt und verheizt. So trifft es auch die beiden Jungs, die bei einer Dorffeier  zwangsrekrutiert werden. Fiete ist immer schon der Aufsässigere, Temperamentvollere, der seiner kritischen Haltung gegenüber dem Nazi-Regime in spöttischen Bemerkungen Luft macht, aber vom ruhigen, bedächtigen Walter gedämpft und zurückgehalten wird. Fiete ist schließlich auch derjenige, der der andauernden Vergewaltigung seines Willens, seines Menschseins durch den Krieg und die Kriegsmacher (letztendlich ist der Krieg immer von Menschen gemacht – jene, die die Schlachtenpläne entwerfen und jene, die sie ausführen), entfliehen will: Er desertiert. Walter, der nur leise angesichts zahlloser Gräuel Aufbegehrende, wird einmal aus eigener Entscheidung aktiv, versucht für den Freund bei seinem Vorgesetzten einzutreten. Doch der Versuch ist nicht nur aussichtslos, sondern selbst nicht ohne Gefahr für den jungen Mann – er könne sich, so er sich nicht selbst auch am Standgericht beteilige, gleich mit an die Wand stellen. Walter, als Teil des Erschießungskommandos, macht sich mit Schuld am Tod seines besten Freundes – eine Last, die er nach der Heimkehr mit niemanden teilen kann, niemanden mitteilen kann, nicht einmal der Freundin und späteren Ehefrau. So ist deren spätere Wiederbegegnung ebenso gezeichnet vom Unsagbaren, die Rückkehr aus der Hölle, die Wiederaufnahme eines Lebens, eines Alltags, einer Normalität vom Schweigen und Verschweigen geprägt. Fazit: Im Krieg machen sich selbst die Unschuldigsten schuldig, ein Entkommen gibt es nicht. Tot oder lebendig, dann aber seelisch tot – vor dieser Wahl steht Walter. Und da er selbst niemals sprechen gelernt hat, da es aber ebenso wenig die Hilfen gibt, die heute zumindest zur Verfügung stehen, bleibt dieser Mann gefangen in den Gefühlen einer Schuld, die er alleine nicht tragen, die ihm aber auch keine helfende Hand nehmen kann.

Ralf Rothmann zeigt sich hier einmal mehr als großartiger Erzähler, der eine Geschichte geradlinig voranzutreiben weiß, fast nüchtern, und dabei, wie Klute schreibt, „diese Zeit, die er selbst nicht erlebt hat, in schrecklich klare, magisch realistische Bilder“ zu bannen weiß. Leise-zurückhaltend in der Sprache – und gerade dadurch erreichend, dass die ganz Last und Wucht des Krieges unmittelbar spürbar wird, dass das Grauen den Leser in der Seele zerrt. Sparsam setzt Rothmann dazwischen beinahe schon irisierend wie winzig aufflackernde Hoffnungslichter poetisch-leise Naturbilder ein, kleine Atempausen, während derer die Waffen schweigen.

Für das Kernthema dieses Romans ist jedoch noch wichtiger als die Erzählung der Geschehnisse während des Zweiten Weltkriegs die schmale Rahmenhandlung. Auf wenigen Seiten entwirft zu Romanbeginn der Erzähler, Walters Sohn, an dessen Lebensende ein Portrait seines Vaters, das Portrait eines einsamen, gescheiterten Lebens – ein Mann, der aus seiner Schweigsamkeit nicht herausfand, der sich in den Alkohol flüchtete, im Versuch Schrecken und Last zu verbannen. Der im Grunde nicht anders handelte als der eigene Vater, selbst ein durch die Zeitläufte Gebrochener, dann ein im zweiten Krieg Gefallener. Die sich dann allmählich entblätternde Geschichte macht begreifbar: Das ist die verlorene Generation, die sich gewissermaßen noch einmal unverschuldet „mitschuldig“ macht an ihren Nächsten – die das unverarbeitete Trauma weiterreicht.

Am Ende kommt nochmals der Erzähler zu Wort, als er an das Grab der Eltern fährt, das aufgelöst werden soll. Lapidar die Mitteilung: „Ruhezeit beendet“. Was Rothmann damit aber auch in diesem autobiographisch geprägten Roman sagt, ist: Schweigezeit beendet. In einem Interview mit der „Welt“ betont er: „Was wir vererben sollten, ist die Verantwortung, Sorge dafür zu tragen, dass so etwas nicht noch einmal passiert.“

Und gerade dieses macht den Roman heute – 70 Jahre nach Kriegsende – so hochaktuell: Die unsichtbaren Schäden, die dieser Krieg bei den Überlebenden hinterließ, die Schmerzen, die niemals behandelt wurden – sie wirken fort, sie wirken noch Generationen nach. Rothmann hat den Weg des Schreibens gefunden, um – vielleicht ein wenig pathetisch ausgedrückt – die Lasten seiner Eltern abzutragen. Und er erinnert nun mit diesem Buch in einer Zeit daran, als die Traumata, die sichtbaren und unsichtbaren, beinahe schon zu verblassen drohen, Aufarbeitung abgehakt. Vielleicht mag er auch ein wenig aufrütteln, jene Generation der Nachkommen, für die diese Erfahrungen nur noch Erzählungen der „Vorfahren“ sind, wo der „Krieg“ zum medialen Ereignis wird, für manche auch zum Abenteuer im Nahen und Fernen Osten, wo die Empathie mit Kriegsopfern, Flüchtlingen, traumatisierten Menschen sinkt. Wer weiß.

Merkwürdig stößt in diesem Zusammenhang eine Äußerung von Spiegel-Kulturredakteur Sebastian Hammelehle in diesem Interview auf:

Hammelehle: Rothmann, der oft – so in „Milch und Kohle“ über seine Mutter – autobiografisch erzählt, verknüpft die Geschichte der standrechtlichen Erschießung mit seiner eigenen Familiengeschichte. Walter, die Hauptfigur des Romans, ist sein eigener Vater. Dass der dann sein ganzes Leben lang an dem trägt, was er getan hat, wird in der Rahmenhandlung klar. Wobei ich finde, es hätte dieser Rahmenhandlung gar nicht bedurft. Von mächtiger Wucht sind die Szenen, die in den letzten Kriegswochen spielen.

Die Rahmenhandlung beinhaltet die eigentliche Aussage des Buches – wer in der Generation X Kriegsszenen von mächtiger Wucht lesen will, der findet dazu ohnehin Literatur ohne Zahl.

Noch eine Marginalie am Rande: Ralf Rothmann ließ sich mit diesem Buch nicht für den Frankfurter Buchpreis nominieren – mehr dazu hier. Aber das ist nochmal eine ganz andere Geschichte, die von den Buchpreisbloggern sicher noch thematisiert wird.

Weiterführende Links:
Ralf Rothmann im Welt-Interview:
http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article142862427/Ich-habe-die-Toten-in-den-Saergen-damals-angesehen.html

Verlagsangaben zum Buch:
http://www.suhrkamp.de/buecher/im_fruehling_sterben-ralf_rothmann_42475.html

30 comments on “Ralf Rothmann. Im Frühling sterben (2015).”

  1. Tipp am Rande: Die von dir gestellten Fragen versucht der Psychologe Jürgen Müller-Hohagen vom Dachau-Institut in seinem sehr interessanten Buch „verleugnet, verdrängt, verschwiegen – seelische Nachwirkungen der NS-Zeit und Wege zu ihrer Überwindung“ zu beantworten; nach dessen Lektüre wurden mir einige Brüche in der eigene Familienchronik klaren. Und ja, auch die Kinder-und Enkelgeneration spürt noch die Auswirkungen von Krieg und Verfolgung, auch wenn es ihr meist erst später, evtl bei dem Versuch eigene traumatischen Erfahrungen zu bewältigen, bewußt wird.
    e.

    Gefällt 2 Personen

  2. Danke für diesen Beitrag, liebe Birgit, ganz besonders auch für den persönlichen Prolog. Wer aus „unserer“ Generation kennt sie nicht, solche Geschichten und Gespräche? Auf die lesenswerten Bücher der Journalistin Sabine Bode über „Kriegsenkel“ und „Kriegskinder“ hat Beat Company ja bereits hingewiesen. Aus meiner Sicht auch sehr zu empfehlen: „Mein Großvater im Krieg 1939-1945. Erinnerung und Fakten im Vergleich“ des deutlich jüngeren Historikers Moritz Pfeiffer.

    Gefällt 2 Personen

    1. Liebe Maren, vielen Dank. Ja, die Geschichten kennen wir wohl fast alle, Gespräche waren das bei uns eher nicht – eher eben Schweigen, Ablenkung oder so geheimnisvolles Geraune…
      Und das Rothmann-Buch hat da bei mir noch mal einiges ausgelöst: Wie wirkt dieses Verschweigen nach? Was macht es mit den Kindern und Enkeln…wie wirkt das alles weiter? Von daher bin ich sehr dankbar für die Lektüretipps, einiges davon werde ich mir sicher zur vertieften Auseinandersetzung besorgen.
      LG Birgit

      Gefällt 1 Person

  3. Ich habe das bei einem Bekannten beobachtet. Er litt massiv unter Angst- und Zwangsstörungen – seine ganze Familie tat das. In der Therapie wurde die Familiengeschichte einmal aufgerollt – und die ganzen Störungen wurden ursächlich auf eine Person zurückgeführt: Die Großmutter, die von den Russen auf der Flucht gefangen genommen wurde, die in einem Lager die Aufgabe hatte, die Leichen wegzuschaffen – und der wahrscheinlich noch viel mehr angetan wurde, was man nie thematisierte. Diese Frau hatte nie Hilfe erhalten, hatte nie ihre Erlebnisse verarbeiten können – sie hat sie offenbar ausagiert und heraus kamen Waschzwänge, Magersucht, Panikattacken etc. über mehrere Generationen.

    Danke für die spannende Rezension.

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Illona,
      das ist ein sehr eindrückliches Beispiel für das, was solche Ereignisse auslösen und über Jahrzehnte hinweg anrichten können. Vielen Dank für Deinen offenen Kommentar, der das, was das Buch auch vermittelt, sehr eindrücklich aufzeigt.

      Gefällt 1 Person

  4. Liebe Birgit,
    noch weiter gefasst als in der Thematik der Kriegskinder und Kriegsenkel finde ich die Forschung der Analytikerin Anne Ancelin Schützenberger, die sie in dem Buch „Ah, meine Ahnen!“ beschreibt. Da geht es um die Übergabe von emotionalen Wunden über Generationen hinweg. Sie sucht nach wiederholten Mustern in Lebensläufen und Stammbäumen – und wird fündig. Es ist erschreckend, dass sich sogar die Daten wiederholen. Und wenn geschwiegen wird, ist es um so wirksamer, das Trauma…. Das Buch von Ralf Rothmann wird im Moment im Radio vorgelesen. NDR Info, am morgen vorgelesen, man kann es sich auch in der Mediathek anhören. Das mit den Bildern, die so plastisch und wirklich scheinen, stimmt völlig. Ich kann verstehen, dass du deine Urlaubsklausur kurz unterbrichst…
    Gruß von der Scherbensammlerin

    Gefällt 1 Person

  5. Liebe Scherbensammlerin,
    danke für den Hinweis auf Frau Schützenberger – ich sehe schon, ich muss ein gesondertes Leseprojekt eröffnen, das die Klausur verlängert oder einer neuen Klausur bedarf. Aber dieses von dir erwähnte Buch scheint das Thema anzusprechen, das mich auch zunehmen beschäftigt und interessiert. Auch, wie manche Charakterzüge oder Eigenschaften dann Generationen überspringen – eine meiner Großmütter wirkte beispielsweise immer sehr stark und selbständig, gab ungern etwas aus der Hand – auch ein Resultat daraus, dass sie während des Krieges eben alleinstehend war, ein kleines Unternehmen leiten und das Kind aufziehen musste. Manche dieser Züge finde ich bei ihrer Enkelin jetzt wieder – das hat gute, aber auch manchmal leicht zwanghafte Züge, ist aber noch ein mildes Beispiel, wenn man dagegen den Kommentar von Illona vergleicht. Ja, und den Rothmann habe ich zweimal hintereinander gelesen – einmal sehr schnell, dann nochmals in Ruhe: Die Besprechung musste jetzt einfach raus, die hat in meinem Kopf Gestalt angenommen.

    Gefällt mir

  6. Ich habe das Buch „Die vergessene Generation“ von Sabine Bode meiner Mutter (Jahrgang 1945) geschenkt. Es war hart für sie, es zu lesen. In der Folge sind wir aber in einen bis heute andauernden Dialog über diese Zeit, ihre Mutter etc. gekommen. Ein Geschenk!

    Gefällt mir

  7. Liebe Birgit, gefällt mir sehr dieser Beitrag, der so viele Anregungen zum Weiterlesen und -denken enthält! Einige meiner Gedanken hatte ich hier bereits formuliert, da wurde es meinem ipad zu heiss und alles war weg (das Gerät hat sich offenbar schon an das hiesige Termperaturniveau gewöhnt, denn SO heiss istbes hier nun auch wieder nicht!)
    Daher nur kurz dieses als allerwärmste Leseempfehlung: http://skyaboveoldblueplace.com/2015/05/23/zitat-des-tages-01-boris-cyrulnik/
    Und die Frage, ob man Autorin sein muss, um es seltsam zu finden, wenn dieser Spiegel-Redakteur schreibt: Walther IST der Vater – auch wenn es ein autobiographischer Text ist, auch wenn es Ähnlichkeiten, Überschneidungen usw gibt – aber IST?
    Freue mich übrigens sehr, dass du deine Pause unterbrochen hast! Herzliche Grüße!

    Gefällt mir

    1. Liebe Jutta,
      kaum hat man die Pause unterbrochen, hängt man auch schon wieder drin .-)
      Danke für Deinen Kommentar – den Beitrag von Kai hatte ich auch schon aufgerufen, das passt zur Thematik ausgezeichnet. Und dunkel glaube ich mich auch an etwas ähnliches bei Claudia vom grauen Sofa zu erinnern, da müsste ich nochmals recherchieren…Und natürlich kamen – Stichwort Familientrauma – auch Gedanken an die wiederholten Verdächtigungen auf.
      Zu der Spiegel Online-Geschichte: Das ist im kompletten merkwürdig. Und ziemlich oberflächlich. Ich vermute, die wollen mit diesem Format, das es ja auch zu anderen Büchern gibt, Literatur „locker“ rüberbringen – als Versuch ganz nett, aber es sollte halt irgendwie auch Substanz haben.Ich wollte beim Lesen ständig rufen: „Schüler! Setzen! Thema verfehlt!“.
      Vielleicht hätte ich doch ein autoritärer Lehrerknochen werden sollen. 🙂

      Gefällt mir

      1. Liebe Birgit, ich bin für autoritäre Anwandlungen ja auch normalerweise nicht zu gewinnen, aber in diesem Fall kannst du unbedingt auf mich zählen (ich habe mir das gerade mal angesehen – wie blöd ist das denn?!)! Bist du eigentlich verreist oder erreichen dich meine herzlichen Grüße wie üblich in A.?

        Gefällt mir

      2. Ja, wie blöd ist das denn…ich schau da jetzt regelmäßig nach neuen Interviews, weil ich ja sonst nichts habe, worüber ich mich aufregen könnten (Achtung, Ironie). Wegen der Grüße: Sie erreichen mich. Jetzt waren, weil immer alles anders kommt, als man plant, doch nur kurze Auszeiten möglich, und daher A. Ausgangspunkt, aber bald, bald, bald…bin ich einfach weg! Und freue mich sakrisch.

        Gefällt mir

      3. Wobei es mir einmal mehr zeigt, dass eben auch die Aufnahme von Kritik eine Sache ist, die eng mit dem eigenen Geschmack verknüpft: Bei Rothmann und Seethaler fand ich die Interviews platt und den Büchern angemessen, bei der Donna Leon musste ich breit grinsen…weil, so könnte ich das auch rauspfeffern…

        Gefällt mir

      4. Ach. Ja. Schon. Auch. Na klar. Da ist schon was dran – aber trotzdem. Donna Leon bekommt so viel Schmerzensgeld, das ist ja nicht bei allen AutorInnen der Fall – habe ich mir sagen lassen …

        Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s