Niederlande erlesen (1).

56 Kommentare

DSC01550„Niederländer gehören zu einem eigenartigen Stamm, der im Ausland weitgehend unbekannt ist.“

Wenn der große Cees Nooteboom dies in einem Nachwort zu einem Buch seines Schriftstellerkollegen Willem Frederik Hermans postuliert, dann darf ich dies getrost aufgreifen.

So nah, und doch manchmal so fern und „anders“ sind uns unsere Nachbarn – bewusst wird einem das nicht nur zu Sommerzeiten auf deutschen Autobahnen, sondern auch beim Lesen niederländischer Literatur.

Wie gut also, dass uns heuer die Frankfurter Buchmesse die Niederlande und Flandern als Gastland näherbringt. Und damit kommen wahrscheinlich auch eine Menge Neuerscheinungen. Ich habe mich zuvor nochmals durch niederländische Literatur gelesen, die mir in den vergangenen Jahren auffiel.

Ein immer wiederkehrendes und wichtiges Kapitel bildet auch dort die jüngere deutsch-holländischen Geschichte, die Besatzung durch die deutschen Nationalsozialisten, Kollaboration und Widerstand und die Folgen:

„Das Wüten der ganzen Welt“ von Maarten t`Hart erschien 1993 und ist eine Mischung aus Krimi und Bildungsroman. Ein Junge wird Zeuge eines Mordes am Ortspolizisten, ein Verbrechen, das jahrelang nicht aufgeklärt wird und ihn sein Leben lang beschäftigt. Der Vorfall hängt mit einem Kriegsverbrechen 1940 zusammen.

„Die Tochter“ von Jessica Durlacher aus dem Jahr 2000. Wie sehr der Holocaust auch die Generationen später noch prägt, dies erleben Sabine und Max. Sie lernen sich, geschichtsträchtig, im Anne-Frank-Haus kennen, lieben sich, trennen sich, treffen sich anderthalb Jahrzehnte wieder: Doch die Vergangenheit der Väter, Opfer und Täter, steht der Beziehung im Weg.

„Das Attentat“ von Harry Mulisch, mein persönlicher Favorit in diesem Themenbereich. Der 1982 erschienene schmale Roman gilt als ein Schlüsselwerk der niederländischen Literatur nach 1945. Mulisch erzählt von den letzten Kriegsmonaten: Der Faschist Fake Ploeg wird vor dem Haus der Familie Stenwijk erschossen. Mit schrecklichen Folgen – bis auf den jungen Anton wird die ganze Familie von den Nazis ausradiert. Wie Anton mit diesem Trauma umgeht, dies erzählt Mulisch leise, beinahe spröde in mehreren Episoden – und zeigt, wie sein Held gezwungen wird, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen.

Während diese Autoren die Zeit der Besatzung aus der Perspektive ihrer Gegenwart betrachten, handeln die beiden Romane „Die Dunkelkammer des Damokles“ und „Die Tränen der Akazie“ von Willem Frederik Hermans zu Zeiten des Krieges. Kein einfacher Stoff. Hermans schreibt düster, hart, polemisch – es gibt keine regulierende Moral, selbst Freiheitskämpfer haben ihre Schattenseiten und machen sich die Finger schmutzig.

Vergangenheitsbewältigung dort, Gegenwartsbewältigung hier – einige Bücher zeitgenössischer niederländischer Autoren:

„Warme Luft streift meinen Hals. Es dauert einige Zeit, bis mir klar wird, daß das nicht der Wind sein kann, Wind weht nicht in so regelmäßigen, kurzen Stößen. Ganz langsam drehe ich mich um. Keine zwanzig Zentimeter von meinem Gesicht entfernt, auf gleicher Höhe, ist der dunkle Kopf eines Hängeohrschafs. Es schaut mich unbewegt an; die Pupillen seiner gelben Augen sind nicht rund, sondern fast rechteckig. Ein Atem streicht jetzt über mein Gesicht, er riecht würzig. Das ist kein jämmerliches Schaf. Es ist ein edles Tier.“

Aus „Oben ist es still“, 2006 in den Niederlande erschienen, 2008 in deutscher Sprache beim Suhrkamp Verlag.

Manchmal könnte man meinen, Gerbrand Bakker schreibt lieber – und besser – über Tiere denn über Menschen. So ist es nicht verwunderlich, dass es unter dem Titel „Komische Vögel“ auch ein Tiertagebuch aus seiner Feder gibt. Mein Favorit unter seinen Büchern bleibt aber nach wie vor das in der Süddeutschen Zeitung als „Bauernroman“ bezeichnete Romandebüt „Oben ist es still“. Karg, lakonisch, auch ein wenig trist, mit zaghaft aufflackernden Flämmchen von Humor, Zärtlichkeit und Hoffnung: So ist diese Geschichte eines älteren Bauern erzählt, der sich schwertut, aus den täglichen Zwängen auszubrechen. Und dann doch Stück für Stück nicht nur das alte Bauernhaus entrümpelt, sondern auch sein eigenes Leben.

Mehr zu Brakker auf der Autorenseite von Suhrkamp:
http://www.suhrkamp.de/autoren/gerbrand_bakker_7252.html

Hot stuff, hard stuff: Nichts fürs Nebenbei- oder Kurzmalanlesen bietet A. F. Th. van der Heijden. So urteilte man über ihn in den Medien:

„Er ist der wohl sprachmächtigste Dichter, den die Niederlande augenblicklich besitzen, der mit Sicherheit sinnlichste, der nun seit fast zwanzig Jahren stampfend, dampfend den Weg vom Himmel durch die Welt der Kloake ausmistet und ausmißt, ein Saft- und Kraftgenie, wie Holland es seit dem Barock nicht mehr hatte“. (Der Tagesspiegel)

Er schreibt tatsächlich so barock wie sein voller Name lautet: Adrianus Franciscus Theodorus van der Heijden.Chaotisch, wüst, poetisch und düster, aber alles andere als zahnlos – das sind die Romane seines Zyklus „Die zahnlose Zeit“. Ein schönes Buch für Einsteiger in den van der Heijden-Kosmos: „Ein Tag, ein Leben“. Eine etwas andere Version der Täglich-grüßt-das-Murmeltier-Geschichte: Wie ist es, wenn die Lebenszeit jedes Menschen – von der Geburt bis zum Tod – nur einen Tag lang währt? Die Hölle, so wird von den Priestern in diesem Buch gepredigt, das ist die Hölle der Wiederholungen, der Leben, die zu lang dauern … kein leicht verdaulicher Stoff!

Bewegend und anrührend sein persönlichster Roman – der Requiemroman „Tonio“, in dem der Schriftsteller den Tod seines einzigen Kindes verarbeitet. Die Bücher A. F. Th. van der Heijdens erscheinen im Suhrkamp Verlag.

Zur Autorenseite dort:
http://www.suhrkamp.de/autoren/a_f_th_van_der_heijden_1841.html

Da ist Musik drin – bei zweien der bekannteren zeitgenössischen Romanciers aus den Niederlanden:

Maarten`t Hart verknüpft in allen seinen Romanen das Geschehen mit klassischer Musik, sei es in „Gott fährt Fahrrad“, dem autobiographischen Buch über seinen Vater, den Totengräber, oder auch in „Das Wüten der ganzen Welt“. Zwei Bücher widmete er seinen Leib- und Seelenkomponisten: „Bach und ich“ sowie „Mozart und ich“. Die Werke des Klassikliebhabers sind Zeugnisse seiner musikalischen Leidenschaft, subjektiv und nicht unumstritten – vor allem seine Abneigung gegen jede Art moderner Musik kann auch „nerven“. Dennoch: Vor allem das Bach-Buch lässt beim Lesen Bach erklingen (mit und ohne beigelegter CD).

Margriet de Moor studierte sogar Klavier und Gesang, bevor sie sich aufs Schreiben verlegte. „Der Virtuose“ ist ein „Kastratenroman“: Geschildert wird die Liebe einer jungen Adeligen, die einer „Stimme“ verfällt, der eines Kastraten. Die körperliche „Liebesunerfüllbarkeit“ sozusagen vorprogrammiert. Was sprachlich durchaus feinsinnig geschildert ist, lies mich beim Lesen jedoch merkwürdig kalt – zu fein, zu ätherisch, zu wortverliebt. Auch mit ihrem melodisch anklingendem Titel „Mélodie d`amour“ konnte ich mich nicht so recht anfreunden.

Wenn man sich mit der zeitgenössischen Literatur der Niederlande befasst, dann kommt man an diesem Namen kaum vorbei – Leon de Winter ist DER Bestseller-Autor unserer Nachbarn. Und hat zudem mit Jessica Durlacher eine Kollegin geehelicht, deren Büchern ebenfalls heftig gelesen werden. Und jetzt schreibt auch noch die Tochter! Da kann einem schon unheimlich werden …

Auch ich erlag zeitweise dem de Winter-Lesefieber, bin aber nicht mehr ganz auf dem Laufenden: Die früheren Romane „Leo Kaplan“, „Hoffmanns Hunger“ und „Super Tex“ packten mich wegen des flüssigen Erzählstils, waren durchaus spannend und mitreißend, aber nach einigen Büchern tritt, auch wegen der sich wiederholenden Motive, eine gewisse Sättigung ein.

Schlagzeilen machten lange die Angriffe des 2004 von einem Islamisten ermordeten Theo van Gogh auf Leon de Winter, der dem Schriftsteller vorwarf, er vermarkte sein Judentum. De Winter schrieb über die Vorgänge einen Roman: „Ein gutes Herz“, 2013 in deutscher Sprache beim Diogenes Verlag (wie auch die Bücher seiner Frau und „Die Geschichte von Blue“, das Debüt der Tochter Solomonica).

De Winter, der sich in Kolumnen und auf seinem Blog auch politisch äußert, ist wegen seiner Ansichten nicht unumstritten – bevor ich seine beiden jüngsten, dezidiert politischen Romane („Das Recht auf Rückkehr“ und „Ein gutes Herz“) lese, möchte ich mich erst mehr mit seinen politischen Äußerungen auseinandersetzen.

Maarten hatte mit wachsender Verärgerung zugehört: „Der Junge wird nicht krank, Sie machen ihn auf diese Weise krank!“, brach es aus ihm hervor, als Hendrik die Tür hinter sich geschlossen hatte. „Er hat eine neurotische Persönlichkeitsstruktur. Er raucht nicht von ungefähr!“ „Dann muss er zum Arzt. Wenn jemand neurotisch ist, muss er zum Arzt.“ „Man stelle sich bloß vor, dass jeder, der nicht ganz normal ist, zum Arzt müsste. Es geht darum, dass man jemanden auf diese Weise das Leben unerträglich macht!“ „Mit unnormalen Menschen habe ich nichts zu schaffen“, sagte Beerta gemessen. „Meine Aufgabe ist es, die Mitarbeiter im Büro vor so jemanden zu schützen. Die Welt ist doch nicht für unnormale Menschen da! Das würde die Sache doch auf den Kopf stellen! Die Welt ist für das Mittelmaß da! Und ich lasse mir von Dir nicht einreden, dass es anders ist! Und jetzt möchte ich nicht mehr darüber reden! Wütend rückte er seinen Stuhl an den Schreibtisch und setzte die Brille auf. „Das wäre ja noch schöner“, sagte er zornig, „wenn unnormale Menschen hier das Sagen hätten! Ich habe schon genug mit den normalen zu tun.“

Der Irrsinn des Alltags: Ihn bildete Johannes Jacobus Voskuil (1926 – 2008) in seinem Romanzyklus „Das Büro“ ab. Maarten, ein junger Mann, tritt 1957 mehr aus Verlegenheit, Mangel an Alternativen und Ehrgeiz, in „das Büro“ ein, ein volkskundliches wissenschaftliches Institut. Fortan besteht sein Alltag aus der sinnlosen Erforschung von Wichtelmännchen-Sagen und dem Umgang von Nachgeburten von Pferden, Bürointrigen um Status und wissenschaftliche Reputation, kleine und große Kämpfe um Schreibtische, Arbeitsmaterial und Personal, Büroklatsch und das Wahren der Hackordnung. Kurzum: Der ganz normale kafkaeske Bürowahnsinn, denn jeder Angestellte so erlebt.

Diese nüchterne, einfache, aber solide gestaltete und satirisch nur leicht überhöhte Erzählung der Leiden eines Büroangestellten löste in den Niederlande bei Erscheinen (ab 1996 erschienen sieben Bände der Jahre von 1957-1965) einen wahren Hype aus. Nicht verwunderlich: In Maarten können sich viele wiederfinden, die selbst Teil eines Büros sind – ratsam ist es jedoch, das Buch nur in kleinen Dosen zu lesen, möchte man sich nicht ständig mit der Sinnhaftigkeit des eigenen Bürodaseins auseinandersetzen müssen.

Im Nachwort der bei C. H. Beck erschienenen deutschen Ausgabe zitiert Gerd Busse den Theologen Erik van Halsema, der „Het Bureau“ als ein Buch des Trostes bezeichnet hat. „Vielleicht hat er sogar Recht damit:  Den dumpfen Grundzweifel am Sinn des eigenen Tuns und Strebens – bei Voskuil findet man ihn eindrucksvoll in Worte gefasst. Endlich steht man nicht mehr allein da, sondern hat in Maarten einen treuen Verbündeten gefunden. Und das hat in der Tat etwas ungemein Tröstendes.“

Tatsächlich entwickelt das Büro einen ganz eigenen Sog, wenn man sich in Maartens Skepsis wiederfinden kann. Kritik gab es allerdings auch, vor allem von Seiten des Feuilletons, in dem Voskuils Stil als „Buchhalterprosa“ und „holzschnittartig“ bezeichnet wurde. Nun ja, das Leben im Büro, das hat halt was von Holzschnitzerei.

Ausführliche Rezensionen zu einigen Romanen der niederländischen Literatur finden sich bei „1001 Bücher – Das Experiment“.

56 comments on “Niederlande erlesen (1).”

      1. Ein guter Ort, um einen Guten-Morgen-Gruß fröhlich zu erwidern und „hartmäckig und subtil“ werde ich als Motto mit in den Tag nehmen, der könnte ein wenig mehr Subtilität vermutlich ganz gut vertragen – was wiederum meine Hartnäckigkeit herausfordert 😉

        Gefällt 1 Person

  1. Liebe Birgit!

    Genuss und große Freude! Danke für diesen schönen Überblick. Aus unerfindlichen Gründen fühle ich mich seit jeher zu diesem „eigenartigen, weniger bekannten Stamm“ hingezogen – vielleicht auch wieder nicht so ganz unerfindlich, denn Hermann van Veen hat meine Jugendzeit begleitet 🙂 und Cees Noteboom war einer der wenigen Autoren der Gegenwartsliteratur, die in der DDR zu haben waren. Um so interessierter hab ich jedenfalls deinen Beitrag gelesen und meine Freude, dass ich hier überhaupt wieder lesen konnte, ist einfach riesengroß!
    Jetzt kann der Frühling kommen!

    Herzlichst,
    Birgit

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Birgit, ach ja, der Hermann 🙂 Ich weiß ja, dass Du den magst! Das mit Cees Noteboom finde ich hochinteressant – er ist mir von den zeitgenössischen niederländischen Autoren der Geschätzteste (ich glaube, er lebt inzwischen sogar in meiner Nähe, am Bodensee), von ihm habe ich schon so viel gelesen und genossen – ein ähnlich Feiner wie der leider verstorbene Roger Willemsen, auch ein Reisender. Ich wollte ihn in der Reihe in einem anderen Beitrag noch näher vorstellen, später mal.
      Und danke für Deine lieben Worte – ja manchmal kommt der Winter ein wenig dick, in vielerlei Beziehung, but the world goes round: Und plötzlich sind wieder Sonne und Wärme da!
      Herzliche Grüße, Birgit

      Gefällt mir

  2. Und schon ist noch mehr Appetit auf die niederländische Literatur da – so viele Schätze zu bergen 😉 Ich gehöre diesem „Stamm“ halb an, daher ist mir die Literatur recht nahe. Vielen Dank für die Verlinkung, und ich freue mich auch auf die Neuerscheinungen, die es in diesem Jahr zu entdecken gilt!

    Gefällt mir

  3. Eine sehr schöne Vorstellung. Als gebürtiger Niederrheiner habe ich zwangsläufig ein Auge auf die niederländische Literatur. Mein Lieblingsbuch ist übrigens das von dir erwähnte „Die Dunkelkammer des Damokles“ von Willem Frederik Hermans.

    Gefällt mir

    1. Ja, das haben sie – ich war selbst verblüfft beim Durchforsten meines Regals, was da schon da ist und beim Recherchieren, wieviele Autoren es gibt (wobei sie eben auch stark übersetzt werden, da die Sprache uns nahe ist – andere Länder und deren Vielfalt bleiben uns da vielleicht schon aus sprachlichen Gründen unerschlossen).

      Gefällt mir

    1. Ja, das ist ein Wahnsinns-Buch! Ich lese es zur Zeit zum zweiten Mal – das wollte ich noch irgendwann in einer Fortsetzung von Niederlande erlesen in den Mittelpunkt stellen. Für mich im Grunde neben zwei, drei Romanen Notebooms „das Buch“ der niederländischen Literatur der Nachkriegszeit.

      Gefällt mir

  4. Eine grossartige Zusammenstellung, und endlich habe ich einen Schriftsteller bei dir wiedergefunden, dessen Namen ich noch vor kurzem gesucht habe: Harry Mulisch, allein dafür bin ich schon total dankbar, aber auch dafür, dass ich noch mehr Nachbarn kennenlernen darf. Ja, sie sind von einem seltenem Stamm 🙂
    herzliche Grüsse
    Ulli

    Gefällt mir

      1. Liebe Birgit, da freue ich mich. Lange ist es her, dass ich Mulisch las, aber das wird sich jetzt wieder ändern. Am Ende des Herbstes las ich `t Haart, drei wunderbare Bücher, Nooteboom füllt mein Regal, Mulisch wird dazukommen und wer noch, das berichte ich bestimmt später einmal! Und auf deins zu den „Grossen Vier“ freue ich mich jetzt schon. So, wie ich mich freue, dass du doch wieder schreibst!
        herzliche Grüsse
        Ulli

        Gefällt mir

      2. Da haben wir ja einen sehr ähnlichen Geschmack! Was hast Du von T`Haart gelesen? Ich mag ihn wirklich sehr! Und das ist mir jetzt ein Ansporn, bald mich mit den großen Vier zu beschäftigen: Mulisch, den ich bereits etwas kenne, Gerard Reve, an dem ich bisher gescheitert bin, Nooteboom, den ich verehre und Wolkers, von dem ich bislang nichts gelesen habe.
        Und danke für Deinen letzten Satz – ich hatte leider ein ganz schlechtes vergangenes halbes Jahr, viel seltsame Dinge und wollte aus einem dummen Impuls schon ab und an den Blog hinschmeißen. Aber langsam kommt die Energie und die Lust an allem wieder – und ich merke: Das Bloggen gehört dazu und es tut gut, auch weil es sehr nette, freundliche Menschen hier gibt 🙂 Herzliche Grüße, Birgit

        Gefällt 1 Person

      3. Liebe Birgit, ich glaube, dass wir erkennen müssen wann es stimmt mit der Bloggerei und wann nicht, es kann kein Dauerbrenner sein, aber es darf eine Begleitung und Inspiration sein, das ist wenigstens das, was ich suchte und fand. In Zeiten von Unbillmonaten finden sich schlecht Worte, Zeit und Musse, dann will anderes, gut, wenn wir es hören!
        Zu T`Haart, ich las: das Wüten der ganzen Welt, In unnütz toller Wut, die schwarzen Vögel und die Netzflickerin… aaah die Netzflickerin! Zum Buch: Wüten der ganzen Welt schrieb ich eine Renzension, bei mir und erschien auch bei belmonte … vcicornis-
        herzliche Abendgrüsse
        Ulli

        Gefällt mir

  5. Liebe Birgit, ich habe festgestellt, dass ich bisher wenig von Niederländern gelesen habe. Und das, obwohl eine meiner besten Freundinnen mit einem Niederländer verheiratet ist. Übernächstes Wochenende werden wir Amsterdam unsicher machen. Ich freue mich schon. Zur Vorbereitung habe ich mir erstmal SuperTex von Leon de Winter in der Bücherei zurücklegen lassen.
    Danke für die Hinweise, lg Susanne

    Gefällt mir

    1. Liebe Susanne,
      klasse – Amsterdam ist einfach eine tolle Stadt! Ich hab noch einige schöne, witzige Amsterdam-Bilder, die kommen im Lauf der Niederlande-Serie. Dir wünsche ich jedenfalls viel Spaß dort – und ich hoffe, Leon de Winter liegt Dir! Liebe Grüße Birgit

      Gefällt 1 Person

      1. Danke, ich freue mich auch sehr auf Amsterdam. Es ist ja fast eine Bildungslücke, dass ich noch nicht dort war. Von Berlin aus kommt man preiswert in fast alle Hauptstädte und großen Städte Europas. LG Susanne

        Gefällt mir

  6. Liebe Birgit, interessant „die Holländer“ … und eine schöne Zusammenfassung von Dir! „Die Geschichte von Blue“ habe ich (zufällig) gestern zuendegelesen. Ich finde sie stark und bin sehr gefangengenommen. S. de Winter schreibt sehr eindrücklich und fesselnd über die Zerbrechlichkeit einer traumatisierten Kinderseele! Ich fragte mich schon beim Kauf des Buches ob es ein verwandtschaftliches Verhältnis zu Leon de Winter gibt…Somit beantwortet sich die Frage! S&S lesen – und schon ist der Mensch wieder ein Stück schlauer! 🙂 „Oben ist es still“ habe ich schon SEHR oft in Händen gehalten jedoch immer wieder zur Seite gelegt, ich weiß nicht warum ….
    Aber die Holländer scheinen es ja grundsätzlich schon mal drauf zu haben. Danke ! Liebe Grüße und Ahoi Päddra

    Gefällt mir

  7. Das hier ist wieder einer dieser Beiträge, die ich mir irgendwo lesemarkere, weil sie dermaßen informativ und aufschlussreich geschrieben sind, dass es nicht nur Freude macht sie zu lesen, sondern auch, den Lesetipps und Büchern auf der Spur zu bleiben. Von der niederländischen Literatur weiß ich wenig. Das, obwohl ich gestehen muss, dass ich die Holländer sehr mag und die Flandern auch. Es sind oft Urlaubsländer gewesen und ich bin in diese Sprache verliebt, die gar nicht so einfach zu lernen ist, wie die leichte und singende Aussprache vermuten lässt. Die meisten Holländer sprechen Deutsch, umgekehrt sprechen nur wenig Deutsche Holländisch. Ich lebte zwei Jahre im Grenzland nahe Venlo. Meine Kinder wurden von den Holländern verwöhnt und meine kleine Tochter, das „meisje“ bekam immer Süßigkeiten zugesteckt. Ich sehe, nun wird es Zeit, dass ich damit beginne, mit mit den niederländischen Literaten zu befassen und ich behalte die Titel der Bücher und ihre Autoren im Sinn bis ich wieder in die Bücherei laufen und mir Bücher leihen kann. Vielen Dank für Deinen Beitrag und liebe Grüße von Stefanie Karfunkelfee

    Gefällt mir

  8. Ein ganz eigener Stamm, ja. Das denke ich auch bei jedem Besuch bei den Nachbarn. 😉 Von hier nehme ich den Autor mit den barocken Vornamen mit, von dem ich bisher noch nichts las, und lasse zum Ausgleich einen herzlichen Gruß da.

    Gefällt mir

    1. Liebe Maren,
      im letzten Jahr hatte ich das Vergnügen, bei einem rund fünfstündigen Stau auf der Autobahn zwischen Freiburg und Karlsruhe bei brütender Hitze von Holländern umzingelt zu sein: Das war richtig nett und lustig, man tauschte Wasser, Limo und Adressen, es gab unterhaltsame Musik und Gespräche. Aber an der Tankstelle/Zapfsäule wird der nette niederländische Wohnwagenlenker dann um Kampfschaf 🙂
      Wenn Du erstmal unverbindlich in den barocken Vornamen reinlesen willst – zwei Taschenbücher habe ich aussortiert für den Bücherschrank, die kann ich dir auch überlassen. Den Tonio behalte ich jedoch hier. Liebe Grüße Birgit

      Gefällt mir

      1. Der Stau klingt vergnüglich, liebe Birgit (und bestätigt – ganz nebenbei – meine kürzlich an anderem Ort geäußerte Einschätzung deiner Situationsoffenheit). Für das Buch-Angebot herzlichen Dank, aber ich glaube, ich nehme den van der Heijden lieber erstmal in die Leseliste auf. Habe mir gerade mal wieder vorgenommen, die vorhandenen Stapel dramatisch zu reduzieren… Liebe Grüße!

        Gefällt 1 Person

  9. Liebe Birgit, als ich deine tolle Übersicht las (auch in bin ja eine begeisterte Freundin der Niederlande (insbesondere der dort lebenden Menschen, der von ihnen geschriebenen Bücher wie auch der dortigen Fußballmentalität usw. usf.), dachte ich noch, dass ein Blick in mein Regal ausreichen würde, um meine favorisierten Maarten ‚t Hart-Titel zu nennen. Vieles hat sich ineinader geschoben, so dass ich nur klar erinnere, welche mich weniger überzeugt haben – aber die hier zu nennen, würde ja eine vollkommen falsche Lesart ermöglichen … Ein eher ungewöhnliches Buch von ihm, das ich empfehlen kann: Bach und ich. Und ich glaube die „Regenbrachvögel“ … Vielleicht sehe ich klarer, wenn ich aus dem bevorstehenden Kurzurlaub zurück bin. Der mich wohin führt? Na klar 😉

    Gefällt mir

    1. Bach und ich – ebenso wie Mozart und ich – beides Bücher, die man als Musik-Laie, finde ich, gut lesen und genießen kann – was die Klassikexperten sagen, ist eine andere Kiste.
      Und zum Thema Fußball fällt mir nur ein uralter Witz ein – bezüglich der Länderrivalitäten früher 🙂
      Ach, und Dein Kurzurlaub – na, das ist von Dir aus ja auch nur ein Katzensprung 🙂 Oder heißt das bei Euch besser Hammelsprung 🙂

      Gefällt mir

  10. Ich freue mich, das Voskuil recht ausführlich erwähnt ist – alle 7 Bände von „Das Büro“ erscheinen im Verbrecher Verlag, C.H. Beck hat seinerzeit nur den ersten veröffentlicht und dann dem Sog-Potential wohl nicht mehr vertraut… Ich hänge gerade in Band IV – „Das A.P. Beerta-Institut“…

    Gefällt mir

    1. Oh ganz vielen Dank für die Ergänzung! Ich war jetzt irrtümlicherweise der Meinung der Beck-Band mit den über 700 Seiten sei bereits schon das Gesamtwerk (und habe ich gewundert, warum im Nachwort davon geschrieben wird, dass man Maarten über 30 Jahre hinweg begleiten kann). Ich hab allerdings offen gestanden nicht weiterrecherchiert, weil ich nach den ersten Jahren mit „Direktor Beerta“ etwas erschöpft war: Zuviel davon erinnerte mich an den eigenen Berufsalltag. Schön, dass der Verbrecher Verlag dieses „verlegerische“ Risiko eingeht: Dann sind die restlichen sechs Bände etwas für meinen Ruhestand 🙂
      Und danke nochmals für die fachmännische Ergänzung!

      Gefällt 1 Person

  11. Da habe ich jahrelang für eine niederländische Bank gearbeitet und mit den „men of the coast“, wie sie sich so gerne nannten, das eine oder andere Glas Milch zur Mittagspause getrunken, und hab weniger über die Kultur gelernt als in Deinem Artikel. Ich schätze, Banker sind wohl über alle Länder hinweg gleich – alles Kulturbanausen 😀 in diesem Sinne: Danke für den Überblick und „goede nacht“!

    Gefällt mir

    1. Liebe Peggy,
      als Ex-Bankmitarbeiterin widerlegst Du das Klischee der kulturfernen Banker ja selbst aufs Trefflichste 🙂 Und es freut mich, dass Dir da einiges neu war – ich wünsche Dir viel Spaß beim Lesen des einen oder anderen der genannten Bücher!

      Gefällt mir

  12. Na, das ist alles wunderbar! So viel Leseratschläge und das Erschjeinen des Blogs überhaupt.
    Aber was heißt „Volledige vergunning“? Ich kenne nur das Schild: Fahrt minderen, spart Kinderen, oder so ähnlich.
    “Das Wüten der ganzen Welt” von Maarten t`Hart – las ich damals, als es erschienen war, und es beeindruckt mich immer noch (ich mag auch die Titelillustrationen sehr), ganz zu schweigen von – Harry Mulisch, den ich gerade noch einem Kunden empfohlen habe und den ich auch imnmer wieder nachbestelle. (Die Verfilmung von „Das Attentat“ ist auch ganz sehenswert). Der Konflikt und die Frage nach der Rechtmäßigkeit von Gewalt sind die packenden zeitlosen Themen. In beiden Romanen beeindruckt mich auch der authentische Ton der Jugend. – Von Jessica Durlacher habe ich „Der Sohn“ gelesen, aber das hat mich genervt. Der Thriller darin ist etwas zu phantastisch für meinen Geschmack, und die Beweggründe vom Sohn und dessen Fazit gehen mir gehörig auf den Geist, auch die mütterliche Reaktion. Aber das ist sehr subjektiv.
    – Was übrigens eine großartige Lektüre ist, sind die Briefe von van Gogh an Bruder Theo, Anfang der 90er zweibändig bei Diogenes als Taschenbücher in den tollen Farben giftgrün und rostrot erschienen.
    Dieser Blog macht Lust auf mehr Holländer, vielleicht Bakker … mal gucken. Dank u wel!

    Gefällt mir

    1. Liebe Margarethe, ich kanns halt doch nicht lassen. Und biete euch gleich eine volledige vergunning – das ist eine uneingeschränkte Schankgenehmigung – also: Bedient euch hier an den Buchtipps 🙂
      Danke für den Hinweis zu Durlacher – ich fand „Die Tochter“ routiniert geschrieben, schon lesbar, aber nicht so, dass ich jetzt gleich das nächste von ihr hätte lesen müssen. Also lass ich den Sohn guten Gewissens weg. Und dank für den Hinweis auf die Briefe – hab mich in letzter Zeit etwas mit Theo van Gogh beschäftigt, das kommt zur rechten Zeit, der Tipp!

      Gefällt mir

      1. Verrisse bereiten mir immer etwas schlechtes Gewissen. Danke für Holländisch-Nachhilfe. Nett. Solltest Du mal nach Holland kommen, besuche unbedingt den Hoge Veluwe Nationalpark bei Arnhem mit dem Kröller-Müller Museum, vollgesteckt mit van Gogh und anderen (Odilon Redon, Henry Moore …). Am besten bei trockenem, warmen Wetter, mit de Fiets (Fahrrad).

        Gefällt 1 Person

      2. Das war ja kein übler Verriss, sondern Deine subjektive Einschätzung, die mir nur die letzte Entscheidungshilfe gab – es gibt so viele Bücher, die ich lesen will, da heißt es, gut auswählen, wählerisch sein. Und danke für den Tipp – da hätte man gleich Lust, sich aufs Fiets zu schwingen 🙂

        Gefällt 1 Person

  13. Wahnsinn, ich kenne keine niederländischen Schriftsteller – Mulisch kam mal am Rande bei vor, aber gelesen hab ich den nie. Faszinierend. Und dabei denke ich doch manchmal, ich sei schon recht allumfassend. Danke für die Liste schöner Tipps. 🙂

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s