Lesezeichen von: Mark Forsyth

20 Kommentare

P1040200„Die Kunst des Buchhändlers oder der Buchhändlerin  besteht darin zu unterscheiden, welche Bücher er oder sie nicht ins Sortiment aufnehmen möchte. Es reicht nicht aus, gute Bücher anzubieten, man darf keine schlechten haben.
Hätte eine Buchhandlung sämtliche Bücher im Angebot, wie groß wäre die Chance, das eine Buch zu finden, das Sie brauchen? Eine solche Buchhandlung wäre perfekt, wenn Sie bereits wüssten, was Sie brauchten, aber das ist, wie gesagt, nicht das, worauf es bei einer Buchhandlung ankommt. Das ist etwas fürs Internet. Nein, die perfekte Buchhandlung ist bescheiden und wählerisch.

Sie sollt es Ihnen ermöglichen, mit verbundenen Augen einzutreten, irgendein Buch in die Hand zu nehmen und dabei etwas Wunderbares zu entdecken.“

Mark Forsyth, „Lob der guten Buchhandlung oder Vom Glück, das zu finden, wonach sie gar nicht gesucht haben“.

Mark Forsyth ist Autor und Bibliophiler. Er schreibt auf dem „Inky Fool Blog“. Sein Bekenntnis zur guten Buchhandlung, das Bekenntnis eines Bibliomanen, gab es beim Welttag des Buches am vergangenen Samstag als kleine Beigabe in der wunderbaren Buchhandlung „Literatur Moths“ in München: Auch so ein Ort, den man mit verbundenen Augen betreten kann – und dann mit wunderbaren Entdeckungen wieder verlässt. Ich habe – obwohl ich mir ein Buchverkaufsverbot auferlegt habe – zugeschlagen: Den Irrfahrten von Persiles und Sigismunda konnte ich einfach nicht widerstehen. Dagegen habe ich KEINEN Pechkeks erworben, den es bei Moths ebenfalls gibt. Ich ahne schon, was drin stehen könnte: „Bücher werden Ihr Ruin sein.“ Zumindest finanziell.

20 comments on “Lesezeichen von: Mark Forsyth”

  1. Oh, das Buch von Cervantes hätte ich auch sofort gekauft. So ein schönes Cover. Und Irrfahrten beruhigen ja auf eine Art – denn irgendwo kommen auch die verirrtesten Fahrer/innen mal an. Und für den Pech-Keks: Ich weise immer wieder gerne auf Bibliotheken hin, da kann man die Bücher mitnehmen, aber nie und nimmer kaufen.

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    1. Das mit den Irrfahrten stimmt … und trifft sogar auf den Tag amüsanterweise zu, an dem ich das Buch erstand – ich musste meinem Taxifahrer die Zieladresse ins Navi schreiben, weil er mich zunächst missverstanden hatte und in die entgegengesetzte Richtung transportierte: Aber wir kamen an.
      Ja, Bibliotheken – von denen habe ich auch schon gehört! Jedoch leide ich an Bibliomanie – manche Bücher muss ich einfach HABEN HABEN HABEN … schröklich 🙂

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  2. Dieses Buch bietet also die nächste Chance beim Lesen auf eine Zeitreise zu gehen und aus der jetzigen Zeit zu fallen 😉 Viel Freude dabei! Und zum Pechkeks: dieses Problem kenne ich gut. Wenn das Geld mal nicht mehr für die Miete reichen sollte, dann bau ich halt ein Haus aus Büchern …

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  3. Der Pechkeks hatte es in sich, nix für Weicheier, sage ich dir. Der den ich verschenkt habe las: „Du hast immer die Wahl, in deinem Fall allerdings nur zwischen „Fehlender Hoffnung“ und „Antriebslosigkeit“. Puh. Zum Glück hatte ich noch Rosen dabei 😉

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    1. Oh je … na, dann war das mit der Rose doch richtig wichtig! Die machen einem aber auch Freude, diese Kekse 🙂
      Ich hab das mit den Pechkeksen heute einer Freundin erzählt, die mega-abergläubisch ist. Aber als ich ihr auch noch den Rest erzählte – Zug verpasst, Taxi ins Nirgendwo genommen, Gummibändel vor der Galerie und die Vereinsbank-Geschichte – hat sie sich vor Lachen gebogen. Und gemeint, in meinem Pechkeks wäre sicher gestanden: „Sie werden nie mehr nach Hause finden“. Oder so was in der Art 🙂

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      1. hihi, aber beim Bingereader gibts immer Asyl für Verlorengegange, also das hätten wir in den Griff bekommen. Und dann hätte ich zu jedem Bier einen Lieblings-Murakami-Satz serviert, bis Du ihn auch lieb hättest 😉

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  4. Samstag hatten wir in der Buchhandlung unseren Cervantes Lesemarathon, zu fünft lasen wir immerhin drei Stunden lang im Don Quijote. Es war in der Braunfels Übersetzung von 1883, bereitete aber ohngeacht viel Vergnügen. Bin gespannt, wie sich die Cervantes-Übersetzung von Petra Strien-Bourmer liest, wenn sie mal aus der Folie ‚raus ist. Der Einband ist wirklich schön!

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      1. Ja, oftmals kommt beim lauten Lesen noch ein neuer Gesichtspunkt hinzu, eine sprachliche Feinheit wird bewußter – und es macht bei einem wie Cervantes einfach riesigen Spaß, stelle ich mir vor, da spielt man wohl fast die Rollen mit …

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  5. Prima: Vom Glück das zu finden, wonach Sie gar nicht gesucht haben. Gut, dass es in Wuppertzal quasi keine Buchhandlung (außer den Niederlassungen der Geschenkehändler, bei denen es am Rande auch Bücher gibt) mehr gibt. Sonst würde mir, wie Dir, der finanzielle Ruin drohen.
    Viele Grüße, Claudia

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    1. Liebe Claudia,
      Jetzt verstehe ich, warum du bei Juli Zeh auf Currywurst kommst – ihr da unten seid einfach literarisch ausgehungert! Die Buch-Biafra-Zone der BRD ohne eigene Buchhandlungen. Kein Wunder: Wenn ihr Wuppertaler schon mal einen Roman in die Finger bekommt, dann muss es auch ein Leckerbissen sein. Das ist verständlich! Versprochen: Ich mache hier eine große Sammlung und komme mit dem Bücherbus, um euch zu retten …

      LG Birgit

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    1. Da stimme ich überein – insbesondere auch in das „gefährdet“. Insofern unterläuft mein derzeitiges selbstauferlegtes Buchkaufverbot das Artenschutzprogramm und sollte über Bord geworfen werden. Welche in Augsburg empfiehlst Du? Ich bin inzwischen zur Schlosserschen übergewechselt…

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      1. ach, in Augsburg. In München hab ich die Amalienstr. 71 geliebt und Moths ist natürlich sehr schön, in Augsburg find ich eher was bei Pustet, wenn ich ehrlich bin, die haben manchmal anspruchsvolle Bücher. Die Schlossersche ist ganz nett, hat aber für mich eigentlich zu wenig zum finden… in München gibt es mehr Leser für anspruchsvollere Bücher und somit die besseren Buchhandlungen

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