Bummeleien: Heidelberg

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Heidelberg14Wer durch die Heidelberger Altstadt bummelt, der könnte den – freilich oberflächlichen – Eindruck gewinnen, hier gibt es vor allem drei Arten Menschen: Touristen, Servicepersonal und Studenten. Und drei Arten Gebäude: Fast überall, selbst in den kleinen Nebengassen, ist irgendein Institut der ältesten deutschen Universität zu finden. Zudem eine stattliche Anzahl Wirtschaften, wie man im Schwäbischen sagt – damit ist dann sowohl die Studentenkneipe als auch die überteuerte Touristenfalle gemeint. Und natürlich noch jede Menge Läden – in der Fußgängerzone dominiert die bundeseinheitliche Mischung von Nordsee bis zu den einschlägigen Textilketten. Aber daneben gibt es auch: Die Plakategalerie des Graphikers Klaus Staeck. Den gut sortierten Reisebuchladen Heidelberg. Sowie eine Menge weiterer Buchhandlungen und Antiquariate.

Wenn man sich Zeit nimmt und nicht nur auf dem althergebrachten Trampelpfad von der Fußgängerzone bis zum Marktplatz und zur Brücke hoch zum Schloss mit den Massen läuft, dann sind schon wenige Schritte abseits die Augenaufmerker zu finden, die man eben oft nur beim ruhigen Bummeln sieht.

Wo Platz ist und Sonne hinkommt, da wird die kleinste Ecke zum Paradegarten. Da trifft Spätmittelalter auf Jugendstil, Neckartäler Sandstein auf Fachwerk, das bürgerliche Palais auf das alte Handwerkerhaus. Und da trifft dann auch das altehrwürdige Heidelberg auf die Universitätsstadt, die immer noch ein ganz klein wenig den Geist der 68er atmet. Im Garten des Marstall-Gebäudes, das inzwischen eine Mensa ist, sind noch die Reste der Party von gestern zu finden (leere Flaschen und ein auf einer Bank schlafender Student). Studenten mit anderen Interessen treffen sich derweil vor einer Kirche: Eine Verbindung besucht gemeinsam den Gottesdienst. Wahrscheinlich auch mit anschließender „Party“.

Besuchenswert sind das kleine, aber feine Völkerkundemuseum und das Museum Sammlung Prinzhorn. Dieses Mal hat die Zeit leider nicht ausgereicht, um auch das Dokumentationszentrum Deutscher Sinti und Roma, das bundesweit einzigartig ist, aufzusuchen. Ein Grund mehr, um bald wieder an den Neckar zu fahren.

 

24 comments on “Bummeleien: Heidelberg”

    1. Liebe Ingrid,
      ohne Witz: Bei der ersten Buchhandlung musste ich an Dich denken – die hatten ihr Schaufenster mit Buchkunstobjekten dekoriert, die aus einem Projekt mit einer Schule stammten. „Das würde der Ingrid gefallen“ – genau so. Vielleicht solltest Du doch mal eine Rundreise durch den Süden statt in die Bretagne in Erwägung ziehen? LG Birgit

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      1. Na ja, wer weiß … Seit wir vor 2 Monaten unser Häuschen dort (mit einer Träne im Knopfloch) verkauft haben, ist die Bretagne für uns ohnehin nicht mehr d a s Urlaubsziel. Herzliche Grüße, Ingrid

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      1. Wir hatten das WE 19. – 21. August im Auge (plus vielleicht noch ein paar Tage drumherum). Bist du da im Urlaub? Ich melde mich sehr gerne bei dir und freue mich darauf. 🙂

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  1. Das war ja ein sehr ergiebiger Pfingstspaziergang, liebe Birgit, und schön, dass Du uns mitgenommen hast. Ich selbst bin nicht sehr weit vom Touristenpfad abgewichen und das ist auch schon wieder viele Jahre her. Liebe Grüße, Peggy

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  2. Schööön : ) Heidelberg ist immer wieder einen Besuch wert. Ich war zuletzt im Dezember dort, die halbe Altstadt scheint dann ein einziger Glühweinmarkt zu sein. War aber schön, die alten Pfade aus Studentenzeiten zu bebummeln – und zwischendurch immer mal ein Glühweinchen ; )

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  3. Du hast es wirklich geschafft, Ecken zu finden, die ich in meinen 12 Jahren Heidelberg nicht (bewußt) gesehen habe. Aber irgendwann habe ich bei all der verspielten Romantik auch einen Tunnelblick entwickelt. Aber ie Antiquariate und der Glühwein waren wirklich gut…

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