#VerschämteLektüren: Helene Fischer schämt sich für gar nichts

Liebe Fans, ihr da draußen;
was wäre ich nur ohne euch?, danke,

als mir mein Agent gesagt hat, es wäre gut, wenn ich bei diesen verschämten Lektüren mitmache, habe ich ihn zunächst aus meinen bezaubernden großen braunen Rehaugen verständnislos angeschaut. Aber er sagte mir, ich hätte schon fast alle Bevölkerungsschichten erobert, aber mir fehlte noch ein intellektueller Anstrich. Oh, das hat mich schon ganz kurz atemlos gemacht. Aber wer bin ich denn ohne euch? NICHTS.
Und außerdem sagte mir mein Agent, so ein Blog, das sei der richtige Einstieg, das sei noch nicht ZU anspruchsvoll und vor allem könnte ich da auch beweisen, dass ich Humor hab und so. Ich hab sofort strahlend gelächelt, um das zu zeigen, den Humor und so.
Und: Mit einer verschämten Lektüre würde ich zeigen, dass auch ich eine dunkle Seite hab. Ja! Ich habs zwar schon mal mit einem Hard-Rock-Mädli versucht, aber das hat mir keiner abgenommen. Immer heißt es, ich sei so klinisch rein (ich weiß gar nicht, was das heißen soll, noch nie war ich im Krankenhaus, nur einmal wegen der Nase und so), und eine Sauberfrau und glatt. Ja, was wollen die Leute denn? Ach so: Danke, ohne Euch wäre ich ja nichts…! Ihr wollt also mich. Und ich soll jetzt wollen, dass auch die lesenden Halbintellektuellen mich wollen sollen oder so.
Also, ich hab jetzt wirklich lang überlegt, ob ich mal ein Buch gelesen habe. Also ich meine eines, für das ich mich schämen sollte. Aber mir fiel wirklich keines ein. Über mein Kontobuch freue ich mich, mein Kochbuch – also, wenn der Flori mich wirklich liebt und das nicht nur ein PR-Gag ist, dann brauchen wir das nicht; ja und dann hab ich ja im Regal nicht mehr soviel Platz für Bücher wegen der vielen Echos und so. Ach ja, danke: Was wäre ich ohne Euch? Nichts!!!

Mein Agent sagte, ich könnte ja bei der anderen Serie mitmachen, die heißt #meinebücherei. Da müsste ich nur mal die Bücherei vorstellen, in die ich so gehe. Ich hab ihn aus meinen großen rehbraunen Augen angeschaut und versucht eine bezaubernde zornige Stirnfalte zu machen. Ist ein bißchen schwierig, wegen dem Make up und der Nase und so. Aber wenn der Typ seinen Job wirklich gut machen würde, dann hätte ich überhaupt keine Zeit, die ich in Büchereien verschwenden könnte. Ich fragte aber nur, ob die meine CDs haben, dann würde ich mir das mal überlegen.

Meine Güte. Es ist so anstrengend, etwas zu sein, wenn man ohne euch eigentlich nichts ist. Und jetzt lasst mich doch in Ruh und rutscht mir den Buckel runter mit eurer verdammten Leserei. Ich geh mal bezaubernd singen.

PS: Liebe Leute, noch harre ich einiger Beiträge für die verschämten Lektüren. Und würde mich auch freuen, wenn noch einige ihre Bücherei vorstellen. Helene halt ich mir solange in der Hinterhand (wenn das nicht Drohung&Ansporn zugleich ist).

https://saetzeundschaetze.com/category/die-schatze-reihen/verschamte-lekturen/

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Das Literaturblog Sätze&Schätze gibt es seit 2013. Gegründet aus dem Impuls heraus, über Literatur und Bücher zu schreiben und mit anderen zu diskutieren.

31 thoughts on “#VerschämteLektüren: Helene Fischer schämt sich für gar nichts

      1. Es war einmal ein kleiner Prinz, der landete mit Les Humphries in Mexico. Als man ihn in die Wüste schickte, graulte er den Fuchs und versuchte dort Rosen zu pflanzen. Ging in die Hose. Aber wenigstens sahen seine Augen gut. Und weil man was zum sehen braucht, drückte er seiner Ramona oder wie die heißt, Kohle in die Hand und sagte: Babe, mach mal Silikon rein. Dann gingen sie nach Malle. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann haben wir immer noch Ballermann.

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  1. HERRLICH!!! (Kaffekontrollverlust durch Prusten – Kaffeeflecken auf der Jeans), So, ich habe bereits meinen Teil beigetragen, DAS HIER müssen nun Andere verhindern. Irgendwo unterm Bett hat doch bestimmt noch einer eine Vampir-Lovestory versteckt, oder die Helene-Fischer-Biographie…

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    1. Aber Dummerchen, ich muss die Echo-Verleihung doch nicht anschauen, wenn ich dabei bin 🙂
      Nö, im Ernst: DAS habe ich mir erspart – v.a. um nicht dieses öffentliche Trauern und sich dann doch selbst Bejubeln sehen zu müssen.
      Neulich aber habe ich mir – und dafür hab ich mir dann selbst Schmerzensgeld gegeben – das ganze Helene Fischer Konzert im Zweiten reingezogen. Ich wollte einfach mal sehen, was an der Frau dran ist, warum man derzeit kaum an ihr vorbeikommt, wenn man ab und an doch ins TV oder in Klatschblätter guckt und warum die Leute so auf die stehen. Ich überlege, ob ich eine soziologische Studie dazu in Auftrag gebe.

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      1. Eine Studie in Auftrag geben, Unsinn. Du schaust dir einfach noch zwei Konzerte an, am besten live, vor Ort und in Farbe, und dann erzählst du darüber. Wir würden es alle lesen. Versprochen.

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      2. Liebe Anna,
        ich tue ja alles für euch…aber das wär doch zuviel verlangt 🙂
        Aber im Ernst: ich frage mich halt, wenn solche Kunstfiguren auftauchen – Fischer, Klum, Katzenberger – welche Funktion die im Leben der Leute erfüllen, die ihnen beinahe fanatisch anhängen. Ich will da ja auch nicht hochmütig erscheinen, aber ich verstehe es einfach nicht. So war ich total verblüfft über die Erregung der Pegida-Sprecherin in Leipzig, die sich über Roland Kaiser empörte (der wiederum sich über Pegida empört hatte – Respekt!) und zum Boykott seiner Cds aufrief…Und vor allem der Schlager, so ein typisch deutsches Phänomen, erfüllt da offensichtlich irgendwas in Richtung Weltflucht…
        Wobei ich in meiner Helene-Parodie die Dame ja zu einem etwas doofen Dummchen stilisiert habe – ich kenne die nicht, aber ich nehme an, die ist ziemlich intelligent auf ihre Weise und eine begnadete Geldmach-Maschine.

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  2. Birgit! Sehr harte Lachattacke!! Danke! Das Coole ist nun wirklich,wann immer ich im Tag an diese Worte denke – es wirkt !
    #VerücktauflachenddurchdenTag, Petra 🙂

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  3. Über diese unsägliche Pegida-Sprecherin war ich gar nicht so verwundert. Die gerieren sich doch als die Repräsentanten des „Deutschtums“ und haben wohl gedacht, dass jeder Schlagersänger sich da sang- und klanglos einverleiben lässst. Und Roland Kaiser hat da mal eben gezeigt, dass auch Schlagersänger nicht total plemplem sein müssen und mit so was nix am Hut haben wollen und vielleicht sogar von ihrem Publikum erwarten, mal das Hirn einzuschalten. Womit jetzt die Faszination bestimmter Kunstfiguren natürlich nicht erklärt wäre 🙂 Meistens halte ich die im Fernsehen auch nur maximal drei Minuten aus 🙂 Aber die erfüllen wohl auch ganz unterschiedlich geartete Bedürfnisse…

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  4. …wenn ich in einer ruhigen schweigeminute bedenke, dass institutionen wie helene fischer, ard und zdf oder die bild-zeitung ja irgendwie das pluralistische, also mehrheitsfähige in unserer gesellschaft verkörpern und verstrahlen wird mir ganz blümerant zu mute…aber vielleicht verkörpern sie ja auch nur die gute Einschläfrigkeit unseres Volkskörpers…

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