LYRIKRAUM

Lyrik lesen kann Spaß machen, stellt uns vor Rätsel, kann den Kopf durcheinanderwirbeln, kann einen aus dem Alltag reißen – dazu noch einmal Michael Braun:

„Lyrik ist also Nervensache: sie geht an die neuralgischen Punkte dessen, was den Menschen zum Menschen macht: an seine Begabung mit Sprache, an seinen Sinn für das Schöne und an das Bewusstsein für Vergänglichkeit. Lyrik hält die Zeit an, sie ist ein „Augenblick von Freiheit“ (Hilde Domin).“

Ein Gedicht ist ein Gedicht ist ein Gedicht – welches Gedicht es jedoch ist und zu welchem Gedicht es für einen selber wird, liegt jeweils im Auge des Betrachters.

Der zeitgenössischen Lyrik möchte ich einen Raum geben – als Übungsfeld und Ort der Diskussion, der Interpretation oder auch einfach als Ort des Genießens. Im „Lyrikraum“ werden künftig Gedichtbände oder auch einmal einzelne Gedichte zeitgenössischer Autorinnen und Autoren vorgestellt, ohne große Interpretation oder viele Erläuterungen. Zwar fehlt es mir, die ich den Blog in meiner Freizeit betreibe, an dem zeitlichen Freiraum, die Fülle an Gedichtbänden, die mir auffallen, intensiv zu besprechen, auch zweifle ich da öfter an meiner Kompetenz – aber dennoch soll Lyrik hier auf „Sätze&Schätze“ ihren Raum  haben und sei es eben „nur“ durch Kurzpräsentationen. Für den Lyrikraum sind die Sonntage reserviert – Tage, an denen jedem etwas Muse bleibt, um ein Gedicht zu lesen…

Ich freue mich auf eine Vielfalt der Texte, Formen, Sprachbilder. Aber vor allem freue ich mich auch auf die Gedanken und Impulse, die der „Lyrikraum“ bei den Lesern von „Sätze&Schätze“ auslöst.

Bisherige Veröffentlichungen auf dem Blog:

Atfah, Lina: „Das Buch von der fehlenden Ankunft“
Becker, Kerstin: „Biestmilch“
Bishop, Elizabeth: „Alles Meer ein gleitender Marmor“
Brett, Lily: „The Auschwitz Poems“
Daher, Lydia: „Kleine Satelliten“
Döring, Tobias (Hg.): „Wie er uns gefällt“
Gehring, Martin: „Der Dackel aus Kloten“
Glasmacher, Anke:„Ein morsches Licht“
Grün, Lili: „Mädchenhimmel!“
Güçyeter, Dinçer: „Aus Glut geschnitzt“
Güçyeter, Dinçer/Wolfgang Schiffer (Hg.): „Cinema“
Hahn, Ulla (Hg.): „Stechäpfel“
Hammerschmitt, Marcus: „Der Brief des Nachtportiers“
Hintze, Dagrun: „Einvernehmlicher Sex“
Khanjar, Kadhem: „Dieses Land gehört euch“
Kerler, Marco: „Als hätte sie eine Kirche entweiht“, „Volkslyrik“
Klee, Paul: „Gedichte“
Krakauer, Trude: „Niewiederland“
Kreitel, Henning: „im stadtgehege“
Lachmann, Hedwig: „Gesammelte Gedichte“
Lessmann, Agnieszka: „Fluchtzustand“
Liebenthal, Ite: „Gedichte“
Luidl, Philipp: „das wort beim wort genommen“
Mahić, Admiral: „Flirrende Visionen“
Meerbaum-Eisinger, Selma: „Blütenlese“
Moore, Marianne: „The complete poems of Marianne Moore“
Mueller, Lisel: „Brief vom Ende der Welt“
Neruda, Pablo: „Die Verse des Kapitäns“
Ólafsson, Ragnar Helgi: „Denen zum Trost, die sich in ihrer Gegenwart nicht finden können“
Sartorius, Joachim (Hg.): „Niemals eine Atempause. Handbuch der politischen Poesie im 20. Jahrhundert“
Sayer, Walle: „Mitbringsel“
Scheerbart, Paul:„Katerpoesie“
Shmueli, Ilana: „Zwischen dem Jetzt und Jetzt“
Sturua, Lia: „Enzephalogramm“
Vilhjálmsdóttir, Linda: „Freiheit“
Ziebritzki, Henning: „Vogelwerk“