IM LYRIKRAUM: Marius Tölzer

Ein junger Dichter, geschult an Hölderlin, Novalis, Goethe: „Ein rätselschönes Schweigen“ besticht durch klassische Formen und gedankliche Tiefe.

4 comments

Der Blick streift in die Weite
Und hält solch ein Bild: ein Traum, Geborgenheit.
Die Wiesen liegen halb im Nebelreiche
Und atmen innig die Verlorenheit.

Aus: „Ein rätselschönes Schweigen“ von Marius Tölzer

Wer diesen kleinen, liebevoll gestalteten Gedichtband zur Hand nimmt, der wird sich, wenn angesprochen, schon nach wenigen Zeilen fühlen, als spräche da eine alte Stimme aus der Vergangenheit zu ihm. Dabei ist der Dichter ein noch junger Mann, doch geschult an Hölderlin, Novalis, Goethe.

Und so ist diese Lyrik im besten Sinne „altmodisch“, erinnert mit ihren rätselschönen Bildern und den Anklängen an klassische Formen (dem Pflaumenbaum ist gar ein Sonett gewidmet) an die große Schule romantischer Dichtkunst. Und doch ist diese Sprache auch ganz gegenwärtig, zeigt Seelen- und Gefühlszustände und wirft Fragen auf, die immermenschlich sind:

Wir sind im tiefen Wesen unergründlich
Begegnen uns in der Unendlichkeit
Erfinden uns und sind doch unerfindlich
Und Träumen meint uns Möglichkeit.

Wer mitträumen möchte: Der Band erschien in der edition tas:ir (tas ir heißt im Lettischen „es ist“ oder „so ist es“), eine Edition für junge Lyrik, herausgegeben von Andres Miklaw, im Mirabilis Verlag.

Mehr zum Dichter findet sich hier: Marius Tölzer

Informationen zum Buch:

Marius Tölzer
Ein rätselschönes Schweigen
Mirabilis Verlag, 2018
48 Seiten, 10,5 x 14,8 cm, 12,00 Euro
12 EURO
ISBN 978-3- 9818484-5-8

4 comments on “IM LYRIKRAUM: Marius Tölzer”

Schreibe eine Antwort zu Susanne Haun Antwort abbrechen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.