Sunday I`m in love: Echte Freunde trennt nicht mal eine Pandemie.

Gastautor Florian Pittroff nimmt die Leser mit auf eine „wilde Fahrt durch zwanzig Jahre Fußballkultur“.

One comment

IMG_4095Ich hab „11 Freunde“ sporadisch über 20 Jahre immer mal wieder gelesen – mal als Einzelheft, mal als Abo. Mal die Sonderhefte zum Bundesliga-Star oder die zur WM. Es war mir eigentlich immer ein Fest – nur wenn der BVB zu gut weg kam, dann hatte ich echte schlechte Laune.

Es gibt wahrlich bessere Zeiten, ein 20-jähriges Jubiläum zu feiern, als inmitten der Corona-Krise. Aber wenn im April 2000 das erste Heft von „11 Freunde“ erschienen ist, dann ist eben auch im April 2020 20-jähriges Jubiläum – hilft ja nix.

Den vierten Tabellenplatz belegte damals in der Saison 1999/2000 – man höre und staune – 1860 München. Torschützenkönig wurde Martin Max vom TSV 1860 München. Long time ago!

Einen Monat, bevor der FC Bayern Meister wurde, erschien im April 2000 die erste Ausgabe von „11 Freunde“. Und zu diesem runden Jubiläum schauen die Macher des Magazins auf die bewegte und bewegende Geschichte des Fußballs zurück.

Herausgegeben wird „Das große 11 FREUNDE Buch“ von Philipp Köster (Mitgründer und Chefredakteur) und Tim Jürgens (stellvertretender Chefredakteur). Die beiden versprechen „eine wilde Fahrt durch zwanzig Jahre Fußballkultur“.

Opulent und mit 456 Seiten kommt das Jubelbuch daher – pralll gefüllt mit Behind-the-scenes-Anekdoten, Geschichten und Reportagen über bekannte, weniger bekannte und unbekannte Spieler, Trainer und Stadien. Ein echtes Highlight und wirklich sehr beeindruckend ist die Reportage über die Aufarbeitung der Sheffield-Katastrophe von 1989, erzählt von einem Überlebenden.

Auch bei der Story über die zehn besten Spiele aller Zeiten kann der geneigte Leser in echten Erinnerungen schwelgen: Champions League Finale 2005. Wer erinnert sich? FC Liverpool vs. AC Mailand, 6:5 nach Elfmeterschießen. Oder die WM 1970: Deutschland vs. Italien, 3:4.

Auch sehr schön – hier aber eher was für den optischen Genuss: die Fotos von den Kassenhäuschen aus dem Amateurbereich oder „Sunday I`m in love“: Tropfender Männerschweiß, blutige Schürfwunden – eine wunderschöne Fotostrecke über den deutschen Amateurbereich. Bei jedem, der irgendwann mal in der A-Klasse gekickt hat, laufen dazu die passenden Bilder ab: 30 Zuschauer, viel Bier und ein Schiri, der immer nur im Mittelkreis steht.

Ich habe die über 450 Seiten genossen, vor lauter Vorfreude auch mal einfach weitergeblättert, um zu sehen, was mich noch alles erwartet. Und fast zum Schluss war das etwas ganz besonders Schönes: Weggefährten erinnern sich und schreiben über ihr nicht immer einfaches Verhältnis zum Magazin für Fußballkultur. Da kommt Matthias Brandt genauso zu Wort, wie DFB-Präsident Fritz Keller, der obligatorische Ewald Lienen natürlich und Hans Joachim Watzke, BVB Geschäftsführer. Er meint: „(…) heute seid ihr angekommen. Mitten in der Gesellschaft. Und schon lange nicht mehr nur auf Krawall gebürstet (…).“

„11 Freunde“ ist schön längst den Kinderschuhen entstiegen und zu einer etablierten Marke geworden.

Das Buch ist ein Erlebnis!

Ein Beitrag von Florian Pittroff

Homepage: www.flo-job.de


Informationen zum Buch:

Philipp Köster und Tim Jürgens (Hrsg.)
Das große 11 Freunde Buch
Heyne Hardcore, 2020
Hardcover, Pappband, 456 Seiten, 17,0 x 24,0 cm, durchgehend 4farbig
ISBN: 978-3-453-27236-1

1 comments on “Sunday I`m in love: Echte Freunde trennt nicht mal eine Pandemie.”

  1. Ja, danke. Mit der aktuellen Runde von „Geisterspielen“ werden nochmal neue Seiten aufgeschlagen.
    Für mich selbst hieß „Fußball-Kultur“ früher die legendäre Sendung im Bayerischen Rundfunk am Samstagnachmittag: „Heute im Stadion“ mit den Live-Berichten aus der Bundesliga und Regionalliga. Die sogenannte „Schluss-Konferenz“ konnte zu Saison-Ende spannend werden wie ein Krimi. Durch die Aufteilung der Spieltermine von Freitag bis Montag plus Champion-League- oder Pokal-Spiele unter der Woche hat der Sendeplatz für mich seinen Reiz eingebüßt. Dazu kommt, dass kaum mehr wirklich die Spielzüge geschildert werden, sondern mehr Statistiken und anderes vorgetragen.
    Gerade lese ich also, der Club verliert auf Sankt Pauli und Fürth punktet gegen den HSV.
    Viele Grüße

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