Dörte Hansen: Mittagsstunde

Der zweite Roman von Dörte Hansen ist bevölkert von knorrigen Typen. Aber die Geschichte wirkt etwas dröge, vage, unfertig.

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„Der große Büffelschädel, der neuerdings an einer Wand des Brinkebüller Tanzsaals hing, gab Gasthof Feddersen ästhetisch endgültig den Rest. Am rechten Horn des Schädels hing ein Spinnennetz, und Ingwer war schon drauf und dran, das Staubtuch und die Trittleiter zu holen, um es wegzumachen. Putzperle Feddersen! Er pfiff sich gerade noch zurück. Ein Staubtuch hätte sowieso nichts mehr genützt, es konnte nicht mehr schlimmer werden. Die Hässlichkeit des Raumes hatte ihre maximale Sättigung erreicht, es kaum auf ein paar Spinnennetze nicht mehr an.“

Dörte Hansen, „Mittagsstunde“.

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich, wie viele andere auch, „Altes Land“, das Debüt von Dörte Hansen, mit Begeisterung gelesen. Es brauchte allerdings keine maximale Anstrengung dafür, es war neu, frisch, unaufgeregt geschrieben und für eine Bayerin mit wenig Kenntnis des hohen Nordens beinahe schon exotisch. Hängen geblieben ist allerdings nicht viel. Es ging irgendwie um Norddeutschland, ums Dorf, die Invasion der Städter, die Verstrickungen und Verirrungen der Dorfleute um- und miteinander. Und nun „Mittagsstunde“: Nach der maximalen Unterhaltung durch die knorrigen Typen im alten Land ein neuer nördlicher Ausflug, geprägt allerdings von minimaler Anstrengung. Wieder was mit Norden, Dorf, Städtern, Verstrickungen. Beim Lesen jedoch mein Ankämpfen gegen minimale Müdigkeit. Und einen minimalen Ärger.

Als ärgerlich empfinde ich es, dass in nicht wenigen Rezensionen zu diesem Buch herausgehoben wird, es vermeide Klischees. Für mich wurde jedoch dieses ganze fiktive Brinkebüll beim Lesen zu einem einzigen Klischee: Angefangen vom stets alkoholisierten Junggesellen, Dauergast im Gasthof Feddersen, über den stocksteifen Lehrer bis hin zu all den ganzen anderen entweder knorrigen oder aber „halfbackenen“ Typen, die dieses Buch bevölkern. Das Dorf, Keimzelle des Originellen, Absonderlichen. Und dabei alle „genügsam wie ein Torfmoos“. Ich warte nun auf ein Pendant aus dem Bayerischen, aus Adelschlag etwa oder Etzelwang, das könnte „Abendmesse“ lauten und wäre bevölkert mit irgendwie grantigen, derben, vor allem aber knorrigen Typen.

Ja, ich weiß: Normalität, das Alltägliche, der Allerweltsmensch, das eignet sich für das romanhafte Erzählen für die meisten Schriftsteller nicht. Und obgleich das Buch eine eigentlich ganz alltägliche Geschichte – ein nicht mehr ganz junger Mann kehrt inmitten einer Selbstfindungskrise in das Dorf seiner Kindheit zurück – erzählt, und obwohl Dörte Hansen dies irgendwie „norddeutsch“-unaufgeregt erzählt, wie dieser nicht mehr ganz junge Mann seine gebrechlichen Großeltern pflegt und dabei die Familiengeschichte aufgeblättert wird, ja obgleich, obwohl – das Ganze ist mir etwas zu angestrengt „aufgepeppt“ durch knorrige Typen und bleibt denn doch irgendwie im Vagen, Ungefähren. So unentschlossen wie sein Protagonist Ingwer (das bleibt vom Buch beim Kochen nun zumindest hängen, dass einer so heißen kann), so offen wie sein Ende.

Bleiben die Charaktere (vielleicht einfach auch zu viel davon) irgendwie diffus, manche zwar, wie Lehrer Steensen etwas tiefer auserzählt, etliche jedoch einfach zu sehr „Typ“ mit Nebenauftritt, so mangelt es mir an der Geschichte an sich auch an Tiefe. Es wirkt so unfertig und ein wenig dröge wie sein Held Ingwer.

Es ist die Sprache von Dörte Hansen, die über manches hinwegträgt. Aber auch da findet sich in diesem Roman ein wenig zu viel des Guten: Es scheint mir fast, als wäre die Autorin in einen Beschreibungsrausch gefallen. Das alte Dorf ist niemals nur eng, sondern es gibt das  „ganze Enge, Schiefe und Beschränkte“, es ist nicht am Verschwinden, sondern es wird „ausradiert, berichtigt und begradigt“, man sitzt in „Kellern, Gruften oder Höhlen“, man plaudert, schludert, tratscht, man fühlt ein Brennen, Schuld und Scham, es geht zu wie Kraut und Rüben, großes Kuddelmuddel. Heilige Dreiwortigkeit. Es erschien mir fast, als habe die Autorin ihrer eigenen Sprachkraft nicht mehr über den Weg getraut. Dabei kann sie Bilder zeichnen von großer Einprägsamkeit, in Sätzen, die auf die Aufzählungsversicherung verzichten können:

„An den Koppelrändern standen Kühe mit gesenkten Köpfen wie Melancholiker an Bahnsteigkanten, sie suchten unter den Büschen Schutz und starrten kauend auf die durchgeweichten Felder, die Hufe tief im nassen Grund. Sie stellten sich beim Melken an, als würden sie belästigt.“

Informationen zum Buch:
Dörte Hansen
Mittagsstunde
Penguin Verlag, 2018
Hardcover mit Schutzumschlag, 320 Seiten
22,00 Euro
ISBN: 978-3-328-60003-9

 

22 comments on “Dörte Hansen: Mittagsstunde”

  1. Jo! Moin 😉 hast recht. Ist jetzt nicht so der Brüller und ihre “ Aufzählungen“ haben so einen Sprechrhythmus als suchte sie nach einer Melodie. Das Buch hat keine Melodie. Lese nebenbei mal wieder “ Grimsey“ von Ulrich Schacht. Guter Ausgleich 😉 Liebe Grüße

    1. Bin ich froh, dass da jemand mit mir einig ist 🙂 Ja, mir kam es beim Lesen auch so vor, als vertraute sie ihrer Sprachkraft nicht und würde nach Wörtern suchen … manchmal dann ganz nüchterne Passagen, dann wieder diese Aufzählungsdinge … du triffst es: Es hat keine Melodie. Schönen Sonntag!

    2. Einspruch – und zwar auf ganzer Linie! Was hier als Klischees abgetan wird, sind ungeheuer dicht erzählte, dem Wesen der Nordfriesen und ihrer Lebensart trefflich abgeschaute Eigenheiten. Ich räume ein, dass Menschen, die der bayerischen Kultur entwachsen sind, nur wenig damit anfangen können, jedoch ist das weder ein Fehler der Autorin, noch gar der Nordfriesen, sondern allein ein Mangel an Kenntnisreichtum und auch an Empathie auf Seiten der bayerischen Rezensentin.
      Ich habe unlängst ebenfalls eine Rezension zu diesem wundervollen Buch veröffentlicht. Die liest sich ganz anders:

      Die Wucht eines großen norddeutschen Romans

      Genau ein halbes Jahrhundert hat es gedauert, bis jemandem eine gleichwertige erzählerische Glanzleistung gelungen ist wie Siegfried Lenz mit seinem Meisterwerk „Deutschstunde“. Dörte Hansen ist so etwas wie Lenz´ kongeniale Muse der Gegenwart. Dabei macht sie nicht etwa stilistische Anleihen beim Altmeister – im Gegenteil: Ihr betörender Duktus und ihre ausgefeilte Erzählstruktur sind ein ganz eigenständiges literarisches Erlebnis. Mit Lenz aber teilt sie eine originelle, traumwandlerisch sichere und dennoch sparsame Sprache und die in jeder Zeile spürbare Liebe zu allem, was sie zu erzählen hat.

      Und was ist das nun in der „Mittagsstunde“? Der Verlag sagt dazu:
      Die Wolken hängen schwer über der Geest, als Ingwer Feddersen, 47, in sein Heimatdorf zurückkehrt. Er hat hier noch etwas gutzumachen. Großmutter Ella ist dabei, ihren Verstand zu verlieren, Großvater Sönke hält in seinem alten Dorfkrug stur die Stellung. Er hat die besten Zeiten hinter sich, genau wie das ganze Dorf. Wann hat dieser Niedergang begonnen? In den 1970ern, als nach der Flurbereinigung erst die Hecken und dann die Vögel verschwanden? Als die großen Höfe wuchsen und die kleinen starben? Als Ingwer zum Studium nach Kiel ging und den Alten mit dem Gasthof sitzen ließ? Mit großer Wärme erzählt Dörte Hansen vom Verschwinden einer bäuerlichen Welt, von Verlust, Abschied und von einem Neubeginn.

      Alles richtig, und dennoch erzählt uns das Buch viel mehr. „Mittagsstunde“ ist vordergründig durchaus ein Roman über den unaufhaltsamen Wandel des dörflichen Lebens im rauen Land des Nordens. Es ist jedoch noch viel mehr: Dörte Hansen spannt einen packenden historischen Bogen – kenntnisreich, liebevoll, aber niemals rührselig – vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis in die Gegenwart, schildert einen Ausschnitt deutscher Nachkriegsgeschichte mit feiner Ironie, jedoch messerscharf, legt dabei auch das Innerste ihrer Figuren bloß, ohne sie zu verletzen. Tatsächlich geht es hier um den Untergang überkommener dörflicher Wirtschafts- und Sozialstrukturen, aber ohne diese zu verklären oder den Wandel gar zu beweinen. Vielmehr zeigt Dörte Hansen schonungslos die Beschränktheit der über Generationen in dörflicher Isolation lebenden Menschen, erzählt von deren erschreckender Bildungsfeindlichkeit und legt gnadenlos die archaischen Regeln des Zusammenlebens in diesem Mikrokosmos offen.

      Ein in jeder Hinsicht beeindruckendes Buch über menschliche Schwächen, über Fatalismus, über Schuld und Schulden, aber auch über die Lust am Leben und die Macht der Duldsamkeit. Dörte Hansen erzählt uns etwas über Vergänglichkeit, vorgeführt an den Menschen im fiktiven Brinkebüll, ein nordfriesisches Dorf, das genauso gut die ganze Welt sein könnte.

      Literatur zum Niederknien. „Mittagsstunde“ trifft mit der Wucht der großen Erzählung und berührt tief.

      H. Dieter Neumann

      1. Ja, sie trifft vieles wirklich richtig gut, aber manche Abschnitte wirken so dahin geworfen ohne sprachliche Nuancen. Die Beschreibung der Kieler WG war wirklich großartig. Vielleicht kenne ich diese dörflichen Strukturen zu gut, was dadurch auch ermüdend wirkt.

      2. Ein kurzer Nachtrag, um Missverständnissen vorzubeugen: Die von mir vermutete „fehlende Empathie“ der Rezensentin meint natürlich ausschließlich den Mangel einer solchen für das Wesen der Menschen im hohen Norden. Es fiele mir nicht ein, jemandem generell Empathie abzusprechen.

      3. Hmmhmm. Nachdem die „mangelnde Empathie“ durch eine Relativierung im nachfolgenden Kommentar etwas von ihrer Spitze verloren hat, sage ich als bayerischer Gemütsmensch: Ist in Ordnung. Und danke für die Veröffentlichung der Rezension, die sehr schön und sehr empathisch geschrieben ist. Natürlich kann ich als Südländerin es nicht vollständig nachvollziehen, wie sehr Dörte Hansen mit ihrem Roman in das Nordfriesenherz getroffen hat. Dass sie da einen bestimmten Sound und eine bestimmte Mentalität sehr gut trifft, diesen Rückschluss lassen die Kommentare vieler Nordlichter zu. Dennoch finde ich das „Nördliche“ mit zu dickem Pinsel aufgetragen: Da der Vergleich mit Siegfried Lenz und seiner „Deutschstunde“ im Raum steht – als ich diesen Roman oder die Erzählungen von Lenz las, da bekam ich einen Eindruck von Land und Leuten, ohne dass es zu sehr ins „Malerische“ ging. Ich hoffe, ich darf dennoch irgendwann mal wieder einen Nordseeurlaub buchen, auch wenn ich nun kritische Worte zur Mittagsstunde hatte. Viele Grüße aus Bayern.

  2. Ich hab ein bisschen gebraucht um rein zufinden. Als ich dann drin war, haben die Gestalten aber Gesichter bekommen und fingen an mich zu fesseln. Ich hab ein grosses Stück meiner Kindheit wieder gefunden, ich bin dort oben aufgewachsen. Ich fand die Klischees nicht schlimm, es war meine Heimat. Nichtsdestotrotz, Altes Land hat hohe Erwartungen geweckt und Mittagsstunde konnte da irgendwie nicht mithalten. Aber wer weiss, wenn sie ein drittes Buch schreibt, mit ihrer wunderbaren Sprache, dann wird es vielleicht wieder ein Knüller. Ich mag diese Sprache, weil sie malt damit Bilder in meinen Kopf.

    1. Liebe Kat,
      dass man sich da wiederfindet, kann ich gut nachvollziehen. Allerdings würde ich mir für ein drittes Buch wünschen, dass sie die wunderbare Sprache, die sie ja hat, nicht zu sehr ausreizt – das hat mich vor allem gestört, ich kam ihn keinen Lesefluss, ich fand vieles auch recht bemüht. Viele Grüße, Birgit

  3. Ihr habt mich neugierig gemacht, die Textbeispiele haben für mich eine Melodie und erzeugen urkomische Bilder in meinem Kopf. Ich bin mir nicht sicher, ob mir dieser Umstand für ein Buch reicht. Mal sehen.

      1. Doch, genau das ist der Fall! Mag aber sein, dass jemandem, der die nordfriesische Sprachmelodie und ihren hintergründigen, niemals boshaften Humor nicht vollständig aufnehmen kann, dies verborgen bleibt. 🙂

      2. Ich bediene einmal ganz bewusst „Klischees“: den Norden, seine Weite, den knorrigen, schweigsamen Menschenschlag, die windschiefen Bäume, die Küste zu mögen, das macht sicher den Zugang leichter.
        Ich mag den Norden, bin im Herbst und Winter auf meiner ostfriesischen autofreien Lieblingsinsel und sauge diese Stimmung auf, das Wetter ist dabei egal.
        Bücher von „dort oben“ lese ich daher sehr gern.
        Dagegen tue ich mich schwer mit Büchern aus den Bergen, dem Allgäu oder anderen süddeutschen Landschaften.
        Dörte Hansens Sprache hat mich in ihrem ersten Buch begeistert.
        Auf „Mittagsstunde“ bin ich gespannt.
        Lieben Gruß!
        Lo

      3. Liebe Lo,
        das denke ich schon auch, dass man je nach Geburtsort und Land einen anderen Zugang zu bestimmten Büchern hat – wenn man allein an die außereuropäische Literatur denkt, die uns doch oftmals fremd bleibt. Von daher kann ich gut nachvollziehen, dass eine Autorin, die so gut die Mentalität des Nordens wiedergibt, da auch auf Begeisterung stößt. Und natürlich ist sie nun keine reine „Regionalschriftstellerin“, „Altes Land“ und „Mittagsstunde“ haben Geschichten in sich, die auch übergreifend wirken können. Allerdings hat sie das bei ihrem zweiten Roman in meinen Augen etwas vernachlässigt und zu sehr die regionale Karte ausgespielt. Herzliche Grüße, Birgit

  4. Liebe Birgit,
    ich habe schon mit dem „alten Land“ – vielen anderen begeisterten Lesern zum Trotz – sehr gehadert. Nun wollte mich ein Mitleser meines Literarischen Quartetts zur „Mittagsstunde“ überreden. Aber schon die Geschichte, die er erzählte, hat mich nicht „angefixt“. Und so bin ich froh, bei dir auch einmal etwas Kritisches zu lesen.
    Viele Grüße, Claudia

    1. Liebe Claudia,
      das ist natürlich eine rein individuelle Sache: Aber mit männlichen Protagonisten auf Sinnsuche, die irgendwie keinen Plan haben und gerne prokastinieren, habe ich es grundsätzlich nicht so (mit Ausnahme der Alltagshelden bei Genazino und Gogol). Die Geschichte hätte dennoch Potential – ich habe jetzt durch Zufall zwei Romane gelesen, in denen es ebenfalls um Familienkonflikte über Generationen hinweg geht und Großeltern eine bedeutende Rolle spielen – aber ich finde, sie schöpft es nicht aus. Mir war das alles zu sehr an der Oberfläche.

  5. „Heilige Dreiwortigkeit“, wie herrlich! fand auch, dass der aufgedonnerte Beschreibungsfuror in Kitsch abdriftet – und von der Geschichte hab ich auch fast alles wieder sogleich vergessen. Blieb nix. (Der erste Roman gefiel mir noch sehr.)

  6. Liebe Birgit, ich stimme dir mit einem entschiedenen Teils-teils zu. Das ständige Bemühen um eine poetische Sprache wirkt tatsächlich irgendwann … bemüht. Was die Figuren angeht – ja, sie bleiben ein bisschen klischeehaft (auch die Kieler WG), vor allem, wenn man sie mit den differenzierteren Charakteren in „Altes Land“ vergleicht. Aber das hat mich nicht gestört, denn tatsächlich ist das Dorf der eigentliche Protagonist. Und außerdem: So ist es da oben ja wirklich. Was natürlich ein fragwürdiges Argument zur Beurteilung von Literatur ist. („Aber das war wirklich so!“ Muss man es deshalb auch so schreiben?)
    Mein Fazit: Es war trotzdem ein Lesevergnügen, aber ich bin auch gespannt, wo Hansens drittes Buch sich dann ansiedeln wird zwischen ihren beiden ersten.

    1. Liebe Christiane,
      ein entschiedenes Teils-teils ist immer gut 🙂 V.a. in Fragen der Literatur, in der es neben fachlichen Kriterien auch immer um den persönlichen Geschmack geht. Ja, sehr gute Unterhaltungsniveau mit Anspruch, das ist „Mittagsstunde“ schon – ein Vergnügen war es für mich nach dem „Alten Land“ durch die teilweise erzwungen wirkende Sprache jedoch weniger. Aber, wie du es schreibst, mir stellte sich halt auch die Frage: Reicht die gelungene, auch poetische Beschreibung von Lokalkolorit aus für einen wirklich hervorzuhebenden Roman?
      Und vielleicht bin ich auch deshalb so streng, weil der Roman so angekündigt wurde (zur Sendung von Denis Scheck, der natürlich auch nicht das Maß aller Dinge ist): „Ohne Kitsch, ohne Klischees und auch ohne Pathos, dafür sehr genau beobachtet, kenntnisreich und liebevoll beschreibt Dörte Hansen eine Welt im Vergehen.“ Kenntnisreich ja, liebevoll auch, aber sprachgewaltig und ohne Klischees?“ Finde ich jetzt nicht.
      https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/druckfrisch/videos/doerte-hansen-mittagsstunde-video-100.html

      1. Liebe Birgit, ja, „ohne Klischee“ stimmt definitiv nicht. Vielleicht ist wirklich das das Beste an dem Roman: dass er unterhaltend ist UND mit Niveau. So was gibt es, glaube ich, in der deutschsprachigen Literatur seltener als z.B. im Angloamerikanischen. In unserem Lesezirkel haben wir mal bei Anne Tylers „Die Reisen des Mr. Leary“ dieselbe gute Mischung gefunden.
        Danke für den Hinweis auf Scheck!

  7. Ich bin froh, dass ich hier mal ein paar kritische Worte finde, denn sonst wird das Buch überall hochgelobt. Ich habe „Altes Land“ nicht gelesen, sondern noch im Regal stehen, weil ich irgendwie nie so große Lust darauf hatte, habe mir dann aber trotzdem „Mittagsstunde“ besorgt und bin zweimal gescheitert. Ich habe das Buch zweimal abgebrochen, weil ich überhaupt nicht reingekommen bin, wollte es aber nochmal versuchen. (Wenn es dieses Mal nicht klappt, gebe ich auf.) Ich bin zwar auch Bayerin, habe aber einige Jahre im hohen Norden gelebt und doch konnte es mich nicht fesseln, nicht mit hineinziehen. Vielleicht sollte ich es erstmal mit „Altes Land“ versuchen. 🙂

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