LESARTEN: Birgit, warum bloggst Du?

Im aktuellen BÜCHERmagazin wurden Blogger über ihre Leidenschaft befragt. Guter Anlass, um darüber nachzudenken, was man da eigentlich so treibt.

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IMG_5523Während das Feuilleton Buchblogger wahlweise immer noch belächelt oder beäugt, hat die Redaktion vom BÜCHERmagazin die Welt der bloggenden Leser schon früh entdeckt und begleitet. Immer wieder werden hier Literaturblogs vorgestellt oder gibt es Rezensionen durch Blogger, so beispielsweise regelmäßig von Hauke Harder vom „Leseschatz“.

In der aktuellen Ausgabe sind Hauke, Tilman Winterling von 54books, ich und einige weitere Blogger, Vlogger und Bookstagrammer in Interviews verewigt: Redakteurin Elisabeth Dietz befragte uns zu unserer Leseleidenschaft, warum und wieso wir bloggen, was uns daran Spaß macht und was nervt.

Solche Interviews sind immer ein ganz guter Anlass, das eigene Tun zu reflektieren: Warum sitzt man eigentlich an den freien Tagen morgens am Laptop und haut in die Tasten? Was erwartet man sich selbst vom Blog? Und wird man da nicht auch von einer Art Profilneurose angetrieben? (Okay: Die letzte Frage wurde nicht gestellt – zu meinem Glück).

Was ich mit bestem Gewissen beantworten konnte – am Bloggen genieße ich, neben dem Austausch mit anderen und den freundschaftlichen Kontakten, die seither entstanden sind, am meisten, dass ich beim Schreiben über Bücher immer noch etwas Neues über das Buch selbst und im besten Fall dann auch über mich erfahre.

Und wieso bloggt ihr? Und welche Rolle spielen Literaturblogs eurer Meinung nach „Im Netz der Buchmenschen“? Blogs, das ist inzwischen klar, sind als Multiplikatoren in der Buchbranche nicht mehr wegzudenken – genauso wenig wie andere Trends im digitalen Raum, die im aktuellen BÜCHERmagazin vorgestellt werden. Das Heft hat in dieser Ausgabe einen Schwerpunkt auf diesen Entwicklungen – da geht es um Lesekreise, auch im Digitalen, um digitale Bibliotheken und vieles anderes mehr.

Natürlich kommen auch die „analogen Leser“ nicht zu kurz – eine meiner Lieblingsrubriken ist die „Interpretationssache“, bei der Dr. Björn Hayer regelmäßig Gedichte analysiert.

 

14 comments on “LESARTEN: Birgit, warum bloggst Du?”

  1. Ich liebe den Austausch, das über die Lektüre Reden – leider kommt das häufig aber zu kurz. Da wäre dann wohl ein Lesekreis besser, der würde mich aber zeitlich wieder zu sehr fremdsteuern. Außerdem lese ich gründlicher, seit ich blogge – und das gibt mir sehr viel. Denn wenn ich darüber nachdenke, wie ich meine Begeisterung oder auch meine Kritik in Worte fassen soll, so dass das bei anderen Menschen ankommt, was mir bei der Lektüre durch den Kopf ging, dann erweitert das meine Leseerfahrung ungemein. Ich setze mich mehr mit den Texten auseinander, kann Analogien besser ziehen, entdecke Strukturen besser. Dass das anderen Menschen vielleicht gefällt, was ich da mache, ist ein wunderbarer Nebeneffekt, aber nicht der Hauptantrieb – denn wie eingangs schon erwähnt, mir geht es ja vor allem um den Austausche. LG, Bri

  2. Ich bin froh, dass Du bloggst – warum, ist mir egal! Nein, im Ernst: es gibt so unterschiedliche und so laute Stimmen da draussen (Stichwort Profilneurose…), da ist es immer wohltuend und bereichernd, Deine kultivierte Seite zu besuchen.
    Und Glückwunsch zum Interview!! Da gehört ja auch was dazu, überhaupt ausgewählt zu werden.

  3. Für mich erfüllt das Bloggen eine Selbstvergewisserungsfunktion und hat auch den Charakter eines Lesetagebuchs. Darüberhinausgehend ist es diese faszinierende Mischung aus Mitteilungsdrang und der Chance auf Gelesenwerden, die dem ganzen einen besonderen Reiz verleiht. Natürlich ist diese Chance nicht besonders groß und dementsprechend sind auch die Notizhefte kein reichweitenstarker Blog geworden. Dafür ist dann in meinem Fall aber auch eindeutig ein privates Hobby, für das ich keinen sonderlichen Marketingehrgeiz entwickeln müssen möchte. In der Zeit schaue ich lieber bei anderen Blogs vorbei, hier zum Beispiel!

    1. Lieber Norman,
      auch wenn Dein Blog unter „klein, aber fein“ figuriert, möchte ich ihn nicht missen. Zumal Du einfach Bücher besprichst, die sonst kaum bis nirgendwo in der Bloggersphäre besprochen werden und zudem Geschichtswerke kenntnisreich vorstellst. Es sind diese „Nischen“, die ich schätze – und von daher bin ich auch dankbar für deinen „Mitteilungsdrang“, da ich bei Dir schon einige Male Anregungen fand, insbesondere zu „den Manns“.

  4. Liebe Birgit, Bescheidenheit ist eine Zier, aber der Blick auf die ersten Zeilen des Interviews haben mich natürlich neugierig gemacht, was du der Journalistin erzählt hast. Gibt’s das noch irgendwann zu lesen?

  5. Ich möchte inzwischen meinen Blog nicht mehr missen. Er gibt mir eine Möglichkeit zu schreiben und virtuell mit Gleichgesinnten zu kommunizieren. Durch meinen Blog und das Lesen andere Buchblog habe ich ganz neue Bücher und Autoren für mich entdeckt, die ich sonst niemals kennengelernt hätte. Ich liebe das Lesen und darüber zu schreiben.
    Und wenn ich ganz ehrlich bin, finanziert mir mein Blog inzwischen meine größte Sucht. Mein persönlichen Budget für Bücher ist doch um einiges geschrumpft.
    Durch deinen Beitrag liebe Birgit habe ich mir direkt mal das Büchermagazin gekauft. Bin gespannt auf dein Interview darin.
    LG Kerstin

    1. Liebe Kerstin,
      danke für deinen Kommentar! Ja, auch das mag ich am Bloggen: Die Entdeckungen bei anderen. Das hat meinen Lesehorizont auch unglaublich erweitert. Herzliche Grüße, Birgit

  6. Liebe Birgit,
    das frage ich mich auch immer wieder, was treibt mich nach 10 Jahren (am 24.3.2019 ist es soweit) weiterhin an, regelmäßig zu bloggen.
    Und wenn ich so sitze und überlege, dann ist es wohl immernoch das Werkverzeichnis, der Ausstausch und die Kunst generell. 🙂
    Auch ich sortiere mich (und meine Kunst) beim Schreiben.
    Einen schönen Wochenbeginn wünscht dir Susanne

    1. Liebe Susanne,
      der Blog ist für mich auch so eine Art Lesetagebuch und die Möglichkeit mich zu sortieren, zur Zeit habe ich aber leider kaum Zeit, auch nicht zum Lesen … Schönes Wochenende auch Dir, herzliche Grüße und bis bald, Birgit

      1. Liebe Birgit, ich habe schon bemerkt, dass du weniger in der Bloggerwelt unterwegs bist. Umso mehr freue ich mich auf unseren Sonntag in Leipig.
        Liebe Grüße von Susanne

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