#baybuch Die Shortlist und die bayerischen Buchpreisblogger

Nun ist sie offiziell bekannt: Die Shortlist zum Bayerischen Buchpreis 2017. Vorab eine kurze Einschätzung zu den drei nominierten Romanen.

11 Kommentare
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Bild: Birgit Böllinger

So, nun ist sie offiziell bekannt gemacht: Die Shortlist zum Bayerischen Buchpreis 2017, über die ich als Bloggerin in den kommenden Tagen gemeinsam mit Katharina Herrmann von 54books und Marius Müller vom Blog Buch-Haltung schreiben und auch diskutieren werde.

Am 7. November 2017 diskutiert die Jury des Bayerischen Buchpreises in München in Anwesenheit der Autorinnen und Autoren der nominierten Bücher über die sechs Titel und entscheidet live über die diesjährigen Preisträger. Der Jury gehören die Autorin und Kritikerin Thea Dorn, die Journalistin und derzeit leitende Redakteurin bei Deutschlandfunk Kultur Dr. Svenja Flaßpöhler und der Kulturredakteur des Bayerischen Rundfunks Knut Cordsen an.

Die nominierten Bücher – die Liste wird laufend aktuell ergänzt mit Links zu unseren Rezensionen – sind:

Kategorie Belletristik: 

 Kategorie Sachbuch:

 Während ich in der Kürze der Zeit noch keines der Sachbücher vollständig lesen konnte, habe ich die drei nominierten Romane bereits intensiver studiert. Ausführliche Besprechungen folgen demnächst.

Nur eine erste kurze Einschätzung meinerseits:

„Das Genie“ erzählt von einer interessanten Biographie, die durchaus „Romanpotential“ hat. Mir ist die Geschichte jedoch zu konventionell erzählt, streckenweise auch redundant und langatmig. Eigentlich ein Buch, das ich in meine Kategorie „Flutschbuch“ (gut lesbar, gute Unterhaltung, nicht mehr und nicht weniger) einordnen würde, wäre die Story für meinen Geschmack nicht eine Spur zu ausgewalzt.

„Das Floß der Medusa“ – stilistisch und konzeptionell herausragend, Fragen berührend, die zeitlos sind. Fragen nach dem Bestand von Idealen in katastrophalen Ausnahmesituationen, von den Grenzen der Menschlichkeit und Solidarität. Literarisch ein großer Wurf und mein Favorit, wäre da nicht:

„Justizpalast“: Stringent erzählt, mit feinem Humor, süffisant und ironisch, ein Lesevergnügen. Zudem hervorragend recherchiert und von aktueller Relevanz. Petra Morsbach berichtet über das Innenleben deutscher Gerichtsbarkeit, über die Verstrickungen von Justiz und Politik und zeichnet zugleich das Portrait einer Frau im Spagat zwischen beruflichem Erfolg und privatem Glück. Ein Gesamtpaket, für das ich dieses Buch an den Spitzenplatz meiner Shortlist stelle.

Weitere Informationen unter:
bayerischer-buchpreis.de

11 comments on “#baybuch Die Shortlist und die bayerischen Buchpreisblogger”

  1. Das Genie – bin mittendrin und stecken geblieben. Deine Einschätzung teile ich komplett. Kein Flutschbuch für mich, ob ich es fertig kriege? Weiß ich noch nicht. Das Floß der Medusa – will ich unbedingt lesen.
    Justizpalast klingt sehr interessant.
    LG, Bri

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      1. Schade! Jetzt habt ihr mir Das Genie madig gemacht. Darauf war ich gespannt, aber so bleibt mehr Lesezeit für was anderes. Bei den Sachbüchern plädiere ich für Goldsteins Blau. Er ist ein toller Erzähler!

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      2. Oh je … madig machen wollte ich nichts 🙂 Was zu den Pluspunkten des Romans zählt: Gute Recherche, Beschreibungen der wiss. Psychologie in den USA (Auftritt von William James), Milieubeschreibungen. Aber alles in allem auch zu viel reingepackt. Mit „Blau“ habe ich gestern begonnen, das hat was … wobei ich mir bei den Sachbüchern erhoffe, dass da eher Katharina die Bewertung für den Bayerischen Buchpreis übernimmt aus Bloggersicht 🙂

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  2. Ich persönlich drücke Klaus Cäsar Zehrer ganz fest die Daumen, weil er den Preis nach meinem Dafürhalten verdient hat. Ich muss aber zugeben, die anderen beiden Vertreter auf der Shortlist noch nicht gelesen zu haben. „Justizpalast“ hat sich bisher meiner Aufmerksamkeit entzogen und an „Das Floß der Medusa“ traue ich mich irgendwie nicht heran…

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    1. Ich fand „Das Genie“ jetzt eigentlich das schwächste der drei Bücher, aber das hängt natürlich auch immer mit persönlichen Vorlieben zusammen. Also an die Medusa kann man sich schon herantrauen: Sehr toll geschrieben, auch durch ganz eigenwillige Sprünge zwischen dem historischen Geschehen und der Moderne, aber mich hat als Leserin der Justizpalast einfach mehr angesprochen.

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    1. Ja, ich mag dieses Buch auch sehr: Sowohl unter dem Aspekt, den Du nennst, als auch als Einblick in die Justiz. Wie sehr Rechtspflege, Praxis und der Wunsch nach „Gerechtigkeit“ kollidieren, wie daran auch Menschen scheitern – das finde ich klasse beschrieben. Und angesichts der realen Zustände – an allen Ecken fehlen Richter und Justizpersonal, wird der Zeitdruck immer größer – auch ein sehr aktuelles, wichtiges Buch. Danke für den Link – ich lese Deine Besprechung dann intensiver, wenn ich meine Rezension geschrieben habe.

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      1. An „Justizpalast“ fasziniert mich, dass Morsbach tatsächlich alle denkbaren Facetten aufgreift, die unsere Gerichtsbarkeit hat, alle Facetten, die sich mit dem Begriff der Gerechtigkeit assoziieren, die von der Mühsal der Arbeit im Gericht erzählen und dem ständigen Ringen mit den widerstrebenden Parteien. Ein Roman, der über die Gerichtsbarkeit hinaus auch ein deutliches Licht wirft auf die – sich verändernden – Konflikte unserer Gesellschaft und dabei immer noch zwinkernden Auges und trotzdem messerscharf die menschlichen Abgründe beleuchtet. Mal schauen, ob der Roman beim baybuch ganz vorne landet, ich könnte das jedenfalls sehr gut verstehen.

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      2. Ja, was Du schreibst, zählt für mich auch sehr zu den Bonuspunkten dieses Romans (das hebe ich mir noch für die Besprechung auf). Ich bin schon sehr gespannt, wie Svenja Flaßpöhler, die, wie ich vermute, das Buch vorgeschlagen hat, argumentieren wird.

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