Das herbstliche Blätterrascheln möge beginnen – Herbstlesen in Nord und Süd.

Bringen Literaturfeste die Menschen zum Lesen? Ich denke schon. Und habe den Göttinger Literaturherbst und das Münchner Literaturfest fest im Kalender.

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Pünktlich zur Frankfurter Buchmesse darf man als Feuilletonleser mit den entsprechenden Abgesängen in den sogenannten Leitmedien rechnen: Auf das Buch, auf das Lesen, auf das Kulturgut Literatur allgemein. In diesem Jahr klingen die Prognosen besonders düster – seit Jahren haben die Verlage mit sinkenden Verkaufszahlen zu kämpfen.

In der Frankfurter Allgemeinen fragte Sandra Kegel gar: „Ist das Buch am Ende?“ Ein kritisches Wort findet die Journalistin dabei auch zu den Aktivitäten rund um das Medium Buch:

„Der intellektuelle Resonanzraum schrumpft stetig – und weicht dem Raum für Events. Statt selbst zu lesen, besucht das Publikum lieber spaßige Veranstaltungen in Literaturhäusern oder bei Lesefesten, die längst nicht mehr nur in Großstädten ausgerichtet werden. Damit ist die Literatur im Unterhaltungssegment angekommen, wo sie mit Comedy-Auftritten, Zaubershows und Facebook konkurriert.“

Ist das tatsächlich so? Meine Erfahrung mit Literaturfesten ist eine andere: Interessante Diskussionen, Gespräche mit anderen Lesern, Austausch und Diskurs findet man dort im besten Falle. Und nimmt in der Regel Leseanregungen mit. Es sind weniger die „großen“ Namen, die mich locken, sondern die Lust, Neues zu entdecken, wie ich es beispielsweise in diesem Frühjahr in Zwickau und in Ulm erlebte.

Göttinger Literaturherbst vom 13. bis zum 22. Oktober

Und vor allem im Herbst verbinden sich Lesezeit und Lesefeste aufs Beste, auch abseits der Frankfurter Buchmesse. So lockt ab dem 13. Oktober der Göttinger Literaturherbst nach Niedersachsen, natürlich mit renommierten Schriftstellerinnen und Schriftstellern wie mit dem frisch Buchpreis-gekürten Robert Menasse, seinem österreichischem Landsmann Christoph Ransmayr, mit Natascha Wodin, die mit „Sie kam aus Mariupol“ Aufsehen erregte, aber auch mit Vertretern der unterhaltsamen Literatur wie Jan Weiler und Sven Regener.

Hervorzuheben ist der neue Programmschwerpunkt „No Limits! – Literatur kennt keine Grenzen“. Gemeinsam mit dem Migrationszentrum Göttingen werden Angebote für Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, und für Interessierte gemacht, die Sprach- und andere Grenzen überwinden sollen.

Der Göttinger Literaturherbst ist das größte Literaturfestival Niedersachsens und mit seiner Gründung im Jahr 1992 das älteste durchgehend veranstaltete Literaturfestival im deutschen Sprachraum. Allein im vergangenen Jahr kamen über 15.000 Besucher zu den Veranstaltungen.

Das ganze Programm findet sich hier:
https://www.literaturherbst.com/

Literaturfest München vom 15. November bis zum 3. Dezember

Tief im Süden startet das Literaturfest München traditionell im November. In diesen Wochen geben sich deutschsprachige und internationale Autorinnen und Autoren quasi die Klinke in die Hand, das Programmheft hat inzwischen Taschenbuchformat. Mit dem traditionellen Lesungsformat geben sich die Veranstalter – der Börsenverein des Deutschen Buchhandels – Landesverband Bayern und das Literaturhaus München  in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München jedoch nicht zufrieden. Ebenso stehen Diskussionen, Symposien auf dem Programm, Performances, Konzerte und Ausstellungen, Schullesungen und tägliche Mitmach-Aktionen für Kinder und Jugendliche.

Eine besondere Empfehlung ist die „Münchner Bücherschau“ und vor allem der Markt der unabhängigen Verlage, der am letzten Wochenende des Literaturfestes im Literaturhaus München stattfindet. Dann heißt es „Andere Bücher braucht das Land“ – und entgegen der Annahme von der eigens zitierten Sandra Kegel finden sich hier jährlich Menschen ein, die Literaturveranstaltungen besuchen und Bücher lesen.

Zum Programm des Literaturfestes München:
http://www.literaturfest-muenchen.de/

 

 

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