Tania Blixen: Jenseits von Afrika (1937).

Eine Liebeserklärung an Afrika: Das ist Tania Blixens bekanntestes Buch, ein hymnisches Sehnsuchtsbuch. Denn sie ist da längst „Out of Africa“.

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Bild: https://pixabay.com/de/users/PublicDomainPictures-14/

„Ich hatte eine Farm in Afrika …“

Es wird wohl vielen so gehen – kaum hört oder liest man diesen Satz, steigen beinahe schon ikonographische Bilder im inneren Kino auf. Die Farm. Die Löwen. Die Kuckucksuhr. Die Flüge über die Savanne. Meryl Streep und Robert Redford in Safari-Schick.

Doch häufig, wenn sich Hollywood daran macht, einen Bestseller zu verfilmen, erkennt man von der Romanvorlage wenig wieder. Eine werkgetreue oder zumindest werknahe Verfilmung wäre in diesem Fall zugegebenermaßen auch ein schwieriges Unterfangen gewesen. Manch einer, der sich nach dem Kinobesuch das Buch der dänischen Schriftstellerin Tania Blixen kaufte, wird wohl enttäuscht gewesen sein. Denn eine klassische Liebesgeschichte erzählte Blixen in dem 1937 erschienenen „Jenseits von Afrika“ nicht. Tatsächlich ging sie in ihrem Erinnerungsbuch kaum auf die Beziehung zwischen ihr und dem englischen Abenteurer Denys Finch Hatton ein, allenfalls kann sich der Leser diese Liebesverbindung aus Andeutungen und Reminiszenzen an gemeinsame Flügen und Löwenjagden erschließen. Und der ebenso leichtlebige wie lebenslustige Baron, im Film charmant verkörpert von Klaus Maria Brandauer? Er ist im Buch nicht mehr als eine Randnotiz.

Hollywood – genauer: Drehbuchautor Kurt Luedtke – bediente sich für den Film an mehreren Quellen, unter anderem aus Blixens Briefen, aus Biographien über die Schriftstellerin und aus ihren Novellen. So erst wurde aus vielen literarischen Puzzlesteinen ein Bild, ein Film, der das Buch erst richtig bekannt machte.

Wer sich aber von den cineastischen Bildern befreit, der wird einen biographischen Roman vorfinden, der einen mit ganz anderen Bildern und Themen gefangen nimmt. Das gedruckte Original ist eine Liebeserklärung ganz anderer Art. Tania Blixen schrieb dieses Buch – das sich formal keinem Genre eindeutig zuordnen lässt – als sie nach fast zwei Jahrzehnten wieder jenseits von Afrika in ihrer dänischen Heimat lebte. Fern von Kenia und seinen Bergen schwelgte Blixen in der Vergangenheit, verfasste ein Sehnsuchts- und Wehmutsbuch und hielt die Erinnerungen an ein Leben, das so ganz anders gewesen sein musste als jenes in Dänemark, zwischen den Seiten fest. Es ist ein beinahe lyrisch-hymnischer Rückblick auf eine Welt, aus der die Autorin hinausgefallen ist und die – das ahnt sie schon beim Schreiben – so bereits auch am Untergehen, im Wandel ist. Out of Africa.

„Ich hatte eine Farm in Afrika am Fuße der Ngong-Berge.“

So klar, nüchtern und präzise beginnt dieser literarische Zwitter zwischen biographischem Erzählen und poetischem Verklären. Es ist eine Liebeserklärung an eine Landschaft und eine Lebensform zugleich. Am traumhaftesten zu lesen ist dieses Buch dort, wo Tania Blixen scheinbar ungehemmt, aber sprachlich durchdacht und durchstilisiert, über die Berge, Weiten, Wälder Afrikas zu sprechen beginnt:

„Im afrikanischen Hochland ist die frühe Morgenluft so handgreiflich frisch und kalt, dass uns fortwährend dieselbe Vorstellung überkommt: Wir sind nicht auf der Erde, sondern im dunklen, tiefen Wasser, wir gehen auf dem Grund des Meeres. Es ist nicht einmal sicher, ob wir uns bewegen. Was da kalt gegen das Gesicht drückt, das sind die Strömungen des tiefen Wassers, und das Automobil sitzt vielleicht ganz still auf dem Meeresgrund, wie ein träger Zitterrochen, glotzt mit seinen zwei großen hellen Lampen vor sich hin und lässt die Unterwasserwelt Revue passieren.“

Was Blixen da Revue passiert lässt, das sind die Sensationen der Landschaft. Eindrücke einer überwältigenden Tier- und Pflanzenwelt, denen Tania Blixen auch noch Jahrzehnte später nachhängt, als hätten sich die Bilder für immer in ihre Netzhaut gebrannt:

„In den Savannen standen die alten krummen Dornbäume einzeln und für sich, und das Gras duftete würzig nach Thymian und Porst, manchmal so heftig, dass es in den Nasenlöchern brannte. Die Blumen, die man in der Steppe oder an den Schlingpflanzen der jungfräulichen Wälder fand, waren so winzig wie Dünengewächse, doch wenn die lange Regenzeit begann, erblühten viele verschiedene Arten von üppigem, schweren Lilien und verströmten einen betäubenden Duft. Nach allen Seiten war die Aussicht weit und unendlich. Alles in dieser Natur strebte nach Größe, Freiheit und hohem Adel.“

Freiheit, das macht das Buch jedoch auch deutlich, ist ein Zustand, den nur wenige Privilegierte erreichen können. Eine typische Vertreterin der Herrenvölker, die sich den afrikanischen Kontinent unterworfen hatten, ist Tania Blixen, die von 1913 bis 1931 in Britisch-Ostafrika lebt, nicht. Natürlich ist sie als Betreiberin einer Kaffeeplantage Nutznießerin und Vertreterin des kolonialen Systems. Andererseits jedoch bemüht sie sich aufrichtig und ernsthaft, mit der einheimischen Bevölkerung in Kontakt zu kommen, Lebensverhältnisse und Arbeitsbedingungen zu verbessern, zugleich aber auch die alten Traditionen zu würdigen. Und dennoch, liest man aufmerksam, so wird deutlich, dass die Annäherung nicht gelingt, dass die Hierarchien – hier die weiße Frau, dort ihre schwarzen Mitarbeiter – bestehen bleiben, dass in ihr selbst die Überzeugung einer scheinbar angeborenen Überlegenheit weiterlebt. In Nebensätzen klingt dies durch – beispielsweise wenn ein Afrikaner sie mit „Tieraugen“ anblickt, wenn das Verhalten der Menschen auf ihrer Farm beschrieben wird, als handele es sich um drollige Kindereien. Tania Blixen ist „out of Africa“ – strenggenommen war sie jedoch auch niemals darin.

Die Schriftstellerin Ulrike Draesner zeigt in ihrem klugen Nachwort zur aktuellen Manesse-Ausgabe das Widersprüchliche und Paradoxe, das den Zugang zu diesem Buch beinahe zwangsläufig prägen muss, auf.

„Brixen ist keine Britin, sondern innerhalb der weißen, männlich-britisch dominierten Gesellschaft selbst zweifach in der Minderheit. Sie pflegt ein anderes Verhältnis zu den Eingeborenen als der Klischeekolonialist. Afrika-Ost ist ein Sammelbecken für Menschen, die Geld machen wollen, doch ebenso für Träumer und Sucher, für aus ihren Heimatgesellschaften Herausgefallene. Solche Weltenwanderer bevölkern das Buch, werden darin aber auch mythisiert – die Farm erscheint als Refugium. Tiere und Menschen jeder Rasse und Art leben hier in Frieden, Ausgestoßene werden unterstützt, Kranke gepflegt: Ein sehr „heiliges“, überheiliges Bild entsteht.“

Ein überheiliges Bild, geprägt von der Verklärung die die Erinnerung an bessere Zeiten mit sich bringt. „Out of Africa“: Nach dem Tod von Finch Hatton und dem Verlust ihrer Farm kehrt Blixen 1931 zurück nach Dänemark. Nach Afrika kam sie nie mehr. Aber wie Ulrike Drasner so schön schreibt: „Das stimmt, wenn man die Biographie liest. An physisches Reisen denkt. Und doch ist es falsch. Sie schrieb dieses Buch.“

„Jenseits von Afrika“: Auch eines der ersten Bücher, die den Grundstock für eine mittlerweile recht umfangreiche Klassiker-Sammlung aus der Manesse Bibliothek bei mir bildeten. Ein vertrauter Anblick, die kleinformatigen, edlen Bücher in ihren weißen Schutzumschlägen – eine Gestaltung, die seit 1944 Bestand hat. Nun hat sich der Verlag zu einer radikaleren Umgestaltung entschlossen, einen Eindruck davon vermittelt das Video:

Die Argumente des Verlags sind verständlich: Man wolle vermitteln, dass die Klassiker im Programm auch heute noch viel zu sagen haben und Auskunft über die großen Menschheitsfragen geben, dafür erschien die bisherige, relativ strenge Gestaltung nicht mehr so gut geeignet. Da auch vermehrt Klassiker der Moderne ins Programm kamen, habe man die strikten Vorgaben der Reihengestaltung zunehmend als Einschränkung empfunden.

Das ist nachvollziehbar – auch wenn mein Sammlerherz noch etwas betrübt zuckt und das Gewohnheitstier in mir leise trauert. Ein wenig fühle ich mich – auch wenn die Bände in neuer Gestaltung nach wie vor qualitativ hochwertig gemacht sind und nun durch gestaltetes Vorsatzpapier, farblich abgestimmte Fadenheftung und Lesebändchen optisch ein rundes Bild ergeben – ein wenig fühle ich mich jetzt dennoch „Out of Africa“. Aber auch Tania Blixen wusste: The times, they are a- changin`.

Verlagsinformationen zum Buch:
https://www.randomhouse.de/Buch/Jenseits-von-Afrika/Tania-Blixen/Manesse/e523426.rhd

46 comments on “Tania Blixen: Jenseits von Afrika (1937).”

    1. Das deutet sich ja im Buch selbst auch schon an, dass Nairobi immer mehr in die Nähe der Farm rückte. Schön, dass sie noch erhalten ist – irgendwann erfülle ich auch meine Afrika-Sehnsuchtsneugier und schaue mir sie dann selbst an. Danke!

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  1. Dieses Buch von Tania Blixen mag ich sehr. Und ich habe eine alte Ausgabe von Manesse mit der ursprünglichen Gestaltung, die ich persönlich schöner finde als das neue Design. Aber – mit Sicherheit wird es auch viele Leser geben, die die peppigere Variante bevorzugen.
    Und auch ich möchte am Schluss ein englisches Zitat anführen: „Don’t judge a book by the cover“…

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  2. Herzlichen Dank für diese Rezension – und den Blick auf die neue Manesse-Klassiker. Ich empfand die „alte“ Reihe zwar als sehr schön, aber auch etwas antiquiert. Vermutlich hat sie jüngere Leser als „verstaubt“ abgeschreckt. Mal sehen, wie die neuen Bände ankommen…

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    1. Stimmt schon, die Reihe war optisch in die Jahre gekommen – den gestalterischen Sprung finde ich jedoch schon sehr gewagt. Aber vielleicht spricht das jüngere Leute mehr an. Ich hätte mir vielleicht gewünscht, dass sie sich nicht so sehr optisch an andere Reihen annähern – man wird sehen. Auf jeden Fall drücke ich dem Verlag einfach die Daumen, da er für mich unersetzlich ist …

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  3. Ich habe den Film mit ca. 20 gesehen – und danach gleich das Buch gelesen. Zugegeben, gehöre ich zu denen, die das Buch damals enttäuscht hat (da zu wenig romantisch :-). Danke deiner schönen Beschreibung werde ich jedoch einen neuen Ansatz starten. Liebe Grüße, Andrea

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    1. Liebe Andrea, ja da ging es uns (und anderen auch) wohl ähnlich. Man muss das Buch ganz getrennt vom Film lesen … Jedenfalls hat mich die Wiederlektüre jetzt auch motiviert, die Biographien über Tania Blixen zu lesen – eine besondere Frau, eine spannende Biographie. Herzliche Grüße, Birgit

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  4. Liebe Birgit,
    ich habe natürlich auch – damals – nach dem Film mit dem Buch angefangen, aber überhaupt nicht hereingefunden, denn es war ja doch so anders als der Film. Mir ging es vielleicht gar icht so sehr um die Liebesgeschichte als viel mehr um diese besondere Stimmung, die die opulenten BIlder des Farmlebens und seiner Probleme und der Landschaft kreiert haben. Und da es schon keine zusammenhängende Geschichte, eben kein Roman, gewesen ist, wusste ich damit auch nichts anzufangen. Nun, viele Jahre älter und eine ganz andere Leserin, machst du mich doch mit deinem tollen Beitrag zum Buch sehr neugierig. Wie ich es wohl heute lese? Auch ohne die Bilder noch so ganz unmittelbar im Kopf zu haben. „Jenseits von Afrika“ ist auf jeden Fall eines der Bücher, die ich unbedingt (bald) lesen möchte.
    Viele Grüße, Claudia

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    1. Liebe Claudia, mir ging es beim ersten Lesen ebenso, dass ich dachte: Huch, wo bin ich denn da hineingeraten? Und wahrscheinlich empfanden dies viele nach dem Film nicht anders – das zeigen ja auch die Kommentare hin. Zudem glaube ich – ich hoffe, das klingt jetzt nicht hochnäsig – dass man tatsächlich auch etwas Leseroutine braucht, um mit dieser anderen Form zurechtzukommen. Dieses Episodenhafte, manchmal fast schon Stückwerk, ist nicht jedermann/fraus Sache – aber inzwischen kann ich gerade dies auch genießen, auch die vielen Querverweise und gedanklichen Nebenwege der Autorin (die auch zeigen, dass sie eine sehr gebildete Frau war). Ich bin gespannt, wie Dir eine Lektüre heute zusagt. Herzliche Grüße Birgit

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  5. Der Film war ja überaus hach, und jedes Mal verdrückte ich an den gleichen beiden Stellen ein Tränchen. Dass das Buch sehr anders sei, hatte ich damals schon gehört und es dann auch nicht gelesen. Aber du beschreibst es so, dass ich es vielleicht doch mal … Denn, wie ich gerade zu meinem Entzücken feststellte, befindet sich unter jenen Bänden, die mir vor ein paar Jahren ein Freund schenkte (aus der Bibliothek seiner Eltern, die die Manesse-Bändchen sammelten) auch dieser Band, hurra! In alt und alles. Ja dann! Aber erst muss ich noch den Meaulnes lesen : )
    Liebste Grüße
    Petra

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    1. Meine Meinung zum kauzigen Meaulnes kennst Du ja. Ich hoffe nur, er verdirbt Dir nicht Dein Seelenheil 🙂 Da ist es sicher gut, dass Du Tania Blixen zum Kurieren schon da hast (übrigens wimmelt es in diesem Buch auch von Dandys). Herzliche und besorgte Grüße, Birgit

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      1. Ach, das kenn ich doch schon von Des Esseintes, der hatte noch ein paar Edelsteine draufgepackt. Das tat der Schildkröte natürlich gar nicht gut. Vielleicht hat der Meaulnes ja zu viel Gegen den Strich gelesen?

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      2. Jetzt hast Du mich glatt ertappt – habe ich doch den Meaulnes mit dem Des Esseintes verwechselt. Macht aber nichts, bis auf die Schildkröte. Irgendwie komme ich mit den französischen Männern nicht klar – den Meaulnes habe ich auch vor langem gelesen, ebenso verschwurbelt-verkopft empfunden, die sind mir oft zu kopflastig und lebensuntüchtig. Auweia – da werde ich jetzt viele Sympathien verlieren 🙂

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  6. Der Film, ganz klar, hinterließ einen prägenden Eindruck. Meryl Streep und dann auch noch Redford als Finch-Hatton … zum ersten Mal wurde mir klar, was ich manchen Männern neidete: ihre Freiheit, nein ihre selbst gewählte Unabhängigkeit. Das Buch, danach ein anderer Blickwinkel, wie Du es beschreibst und die Stimme von Tania Blixen, die Synchronstimme Meryl Streeps in meinem Kopf. Vor ein paar Jahren dann habe ich meinen Mann verdonnert, endlich desn Bilm mit mir anzusehen. Seine Worte hinterher: Du kannst doch sowas nicht mit mir ansehen, ohne Vorwarnung. Es hat ihn tief beeindruckt. Zeit, das Buch wieder zu lesen und da macht mir die der graue Herbst hier, gar nichts mehr aus. DANKE.

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      1. Danke – heute scheint die Sonne wieder. Nicht nur die Freiheit, sondern diese innere Unabhängigkeit … die einerseits sehr verlockend wirkt, anderersseits einen auch einsam machen kann, nicht muss, kann.

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  7. Liebe Birgit, vielen Dank für diese ausführliche Rezension! Der Film hat mir sehr gut gefallen, hätte bei mir aber völlig falsche Erwartungen an das Buch geweckt. „Jenseits von Afrika“ rutscht deshalb allerdings nicht von der Wunschliste, eine Liebeserklärung an Afrika lese ich sogar noch lieber als eine klassische Liebesgeschichte.
    Ich wünsch dir einen entspannten Feiertag mit viel Lesezeit!

    Liebe Grüße
    Isabella

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  8. Liebe Birgit,
    ich habe das Hörbuch gerade ausgeliehen und werde es zur Einstimmung unserer Afrikareise hören.
    Ich finde das Nachwort von Ulrike Draesner gelungen, es tröstet, dass es die physischen Reisen nicht bedarf sondern das imaginäre Reisen zu Orten, an denen man war möglich sind.
    Liebe Grüße auch von Micha sendet Susanne

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    1. Liebe Susanne, ja, beim Lesen musste ich an eure nächsten Reisepläne denken. Und am liebsten hätte ich sofort angerufen: Nehmt mich mit!!! Für die Afrikareise ist das eine schöne Einstimmung – und ich freue mich jetzt schon auf die Bilder, die ihr mitbringt. Herzliche Grüße an euch beide! Birgit

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      1. Liebe Birgit,
        es sind noch eine Menge Vorbereitungen zu treffen, die aber auch Spaß machen. Die Technik Afrika tauglich zu machen, damit wir auch wirklich schöne Bilder mitbringen, Impfungen, Schlafsack, Reiseführer ….
        Einen schönen Sonntag senden dir Susanne und Micha

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  9. Allein die Vielzahl der Kommentare zu deinem Beitrag spricht Bände von der Wirkung dieses „Ich hatte eine Farm in Afrika…“. 😉 Ich habe eine Zeitlang viel von Tania Blixen gelesen und mochte auch ihre Erinnerungen an Afrika sehr. Den Zauber der Landschaften, die sie beschreibt, kann man ja heute noch erleben. Natürlich war sie ein Kind ihrer Zeit. Nirgends kommt das für mich stärker zum Ausdruck, als wenn sie von „meinen Kikuyu“ spricht.

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    1. Ja, die Erinnerungen sind etwas besonderes und wecken schon beim Lesen auch Afrika-Sehnsüchte. Ganz akut denke ich aber soeben an „Babettes Gastmahl“ und mache mich ans Kochen 🙂
      Deine Bemerkung zu „meinen Kikuyu“: Ja, da kommt natürlich heraus, dass sie eben, wie Du schreibst, ein Kind ihrer Zeit war. Das Buch allerdings als rundum kolonialistisch zu verdammen, wie es da und dort auch schon geschah, halte ich für falsch – man muss die Zeitumstände werten, ebenso aber auch ihr Bemühen, aus dem althergebrachten Mustern auszubrechen bis hin zu ganz deutlicher Kritik am Umgang der Kolonialherrschaften mit der eingeborenen Bevölkerung.

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  10. Liebe Birgit! Dieser Film ist seit seinem Erscheinen mein allerliebster und wird es wohl auch bleiben – warum auch immer. Normalerweise bin ich wenig an Liebesfilmen oder Schmachtfetzen interessiert, aber dieser traf mich gleich ins Herz. Ja, „Ich hatte eine Farm in Afrika“, das Flugzeug, die Sonnenuntergänge, die Musik…Seufz! Deswegen habe ich mich nie an das Buch herangetraut. Normalerweise geht es mir andersherum, Bücher, die ich mag, schaue ich nie als Film. Jetzt habe ich mir das Buch aber bestellt. Du hast mich ermutigt und erinnert. Dass es ganz anders als der Film ist, kommt mir sehr entgegen. Ich werde berichten. Danke erstmal und viele liebe Grüße! Petra

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    1. Liebe Petra, ja, Literaturverfilmungen meide ich auch meistens – man kann fast nur enttäuscht sein, weil ein Film sowieso die ganze Welt eines Buches nie erfassen kann. Es gibt die Ausnahmen, wo Buch und Film dann aber zu jeweils ganz eigenständigen Kunstwerken werden oder wo man manchmal durch den Film nochmals einen Zugang zum Buch erhält. Nun, bei „Jenseits von Afrika“ sind Film und Buch eigentlich schon zwei ganz verschiedene Dinge – ich bin gespannt, was Du schreiben wirst. Viele Grüße, Birgit

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  11. Liebe Birgit, da schmelze ich schon beim Lesen Deiner Rezension dahin. Ich habe natürlich auch erst den Film gesehen. Meine Mutter hatte sich damals das Buch auf Deutsch gekauft, aber direkt nach dem Film hat es uns beide nicht vom Hocker gehauen. Dann waren mein Mann und ich 2008 in Afrika, und unser Safari-Guide zitierte beim Beobachten der Tiere manchmal aus dem Buch. Das hat mich total weggehauen. Als wir zurück kamen, musste ich mir das Buch sofort kaufen, diesmal auf Englisch, und ich habe es geliebt. Noch heute ziehe ich es gerne aus dem Bücherregal (zumindest hoffentlich bald wieder) und lese mir einige der Landschafts- und Tierbeschreibungen durch. Schnelle Hilfe, wenn ich mal wieder urlaubsreif bin. 😀

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    1. Liebe Peggy, das ist interessant, dass es dann auch der Überprüfung vor Ort Stand hält …Aber ich denke, das ist genau der Punkt: Wer den Film sah, wird enttäuscht sein vom Buch, wenn er eine Liebesgeschichte erwartet – wer sich aber auf die Natur- und Landschaftsbeschreibungen einlassen kann, der schmilzt tatsächlich dahin…

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  12. Liebe Birgit, was für eine gehaltvolle und schöne Rezension! Wie gesagt, ich habe Dich grade erst gefunden und bin begeistert von den Schätzen hier…
    Das ist auch einer meiner Lieblingsfilm, der mich irgendwie sehr geprägt hat. Das Buch, welches Genre auch immer (der Punkt hat mir auch gefallen in Deiner Besprechung!), fand ich teilweise schon auch zeitgebunden und fragwürdig, aber trotzdem wunderschön. Ebenso wie ihre Erzählungen, die wieder komplett anders sind.
    Falls sich jemand noch mehr mit Tania Blixen beschäftigen will: es gibt eine sehr gute Biographie von Judith Thurman.

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    1. Noch einmal danke – das macht mich ja ganz verlegen … und danke für den Tipp zur Biographie, die schaue ich mir an. Ja, bei den Erzählungen gibt es einige, die ich sehr mag – natürlich auch die von Babettes Festmahl, die ja ebenfalls sehr schön verfilmt wurde, ich erinnere mich aber auch dunkel an die eine oder andere, die ich eher verdrängt habe – ich müsste sie mal wiederlesen… Liebe Grüße, Birgit

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