Drah di net um, der Sensenmann geht um!

Es ist wie bei allen Krimis von Andreas Föhr: Der Leser ist ab der ersten Zeile drin im Geschehen. „Schwarzwasser“ entblättert sich in zwei Handlungssträngen.

4 Kommentare

 

Föhr_Schwarzwasser
Bild: Florian Pittroff

Florian Pittroff outet sich als echter Fan. Und meint: Der neue Wallner & Kreuthner – Krimi von Andreas Föhr ist wie die letzten auch: Echt überragend!

Als Kommissar Wallner die Nachricht erhält, man habe die Leiche eines alten Mannes gefunden, bleibt ihm beinahe das Herz stehen: Seit Stunden ist sein Großvater Manfred abgängig. Am Tatort angekommen, stellt Wallner erleichtert fest, dass Manfred wohlauf ist – er und Polizeiobermeister Kreuthner haben den Toten – Klaus Wartberg – entdeckt. Am Tatort findet sich auch eine verstörte junge Frau, die die Tatwaffe in der Hand hält. Schon bald stellt sich heraus, dass der Ermordete gar nicht tot sein dürfte. Ihn hat es nämlich nie gegeben. Wer also war der Tote wirklich? Was verbindet ihn mit der jungen Frau? Und warum musste er eine andere Identität annehmen?

Es ist wie bisher bei allen Krimis von Andreas Föhr: Der Leser ist ab der ersten Zeile drin im Geschehen. „Schwarzwasser“ entblättert sich in zwei Handlungssträngen. Diesmal sind 20 Jahre dazwischen. Zum einen befindet man sich im Jahr 1996 und es wird die Geschichte eines Strafverteidigers erzählt, der nicht so erfolgreich ist, aber es werden kann. Der 2. Erzählstrang sind die laufenden Ermittlungen in Miesbach. Föhr verknüpft beide Handlungsstränge gekonnt, spannend und logisch. Nach und nach entwickeln sich die Geschichte, dem Leser erschließen sich Kapitel für Kapitel die kleinen und großen Zusammenhänge.

Wie immer sind die Kapitel knapp gehalten und der Leser wird beständig weiter in die Geschichte hinein gezogen. Interessanter Kniff: Die Spannung mit einem kleinen Teaser am Ende des Kapitels richtig hochhalten. Noch dieses Kapitel und dann noch das nächste – und eh man sich versieht, hat man schon den halben Roman verschlungen.

Man denkt, man ist dem Täter auf der Spur – Täuschungsmanöver des Autors – ein Kapitel lese ich noch – aber dann –  und dann kommt noch eins. Selten einen Roman in der Hand gehabt, der mich so in den Bann gezogen hat: garniert mit witzigen Dialogen und trockenem Humor:

Mit einem Mal tauchten drei Gestalten wie aus einem Theaterstück vor ihm auf. Ein Mann in Lederhose und Lodenkotze, Gamsbart am Hut (…).Neben ihm eine Frau mit Pelzmantel-Imitat, unter dem sie ein glitzerndes Paillettenkleid trug (…). Und  schließlich – der Tod mit Sense in der Hand. Alle drei sahen Wallner an und schwiegen. „Ich hab mir Sorgen gemacht“, sagte Wallner zum Sensenmann.

Erneut ein raffinierter Plot! Die beiden Protagonisten, das Tegernseer Ermittler-Duo, Kommissar Clemens Wallner und Polizeiobermeister Leonhardt Kreuthner, sind in ihrem mittlerweile 7. Kriminalfall voll aufeinander eingespielt. Alle Personen sind grandiose Charaktere. Die Handlung ist klar, logisch und hat einige sehr überraschende Wendungen parat.

Die Kriminalromane von Andreas Föhr sind einerseits witzig und unterhaltsam, andererseits spannend und fesselnd,  sehr gut geschrieben und kommen – ganz wichtig – ohne grausige Brutalität aus. Ideale Sommerurlaubslektüre!

Text & Bild: Florian Pittroff
www.flo-job.de

Verlagsinformationen zum Buch:
https://www.droemer-knaur.de/buch/9253989/schwarzwasser

4 comments on “Drah di net um, der Sensenmann geht um!”

  1. Liebe Birgit, lieber Florian,
    danke für den Tip, vielleicht ist das entspannte Lektüre für den Urlaub. Auf jeden Fall gibt es bei der Onleihe 4 Hörbücher von Andreas Föhr. Das ist ja schoneinmal ein guter Anfang.
    Grüße aus dem zu sonnigen Berlin von Susanne

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      1. Liebe Birgit,
        ich denke, es ist etwas für heiße Tag und fürs Bilderrahmen. Ich werde das Buch hören, wenn ich für die Ausstellung in Nettersheim rahme.
        In Berlin soll es heute Nacht sehr gewittert haben, ich jedenfalls schlief tief und fest 😉
        Aber jetzt wird es langsam wieder heiß …. aber nur bis zu 28 Grad mit augsburger 26 Grad können wir zum Glück nicht mithalten.
        Liebe Grüße von Susanne

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