Österreichische Melange mit Eva Menasse, Christoph Ransmayr, Lili Grün und Albert Drach

Eine österreichische Melange aus aktuellen Büchern von Eva Menasse und Christoph Ransmayr, der wiederentdeckten Lili Grün und eine Erinnerung an Albert Drach.

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Am Wiener Naschmarkt. Bildquelle: http://www.pixabay.com

Die kluge Erzählerin: Eva Menasse

Über Jahre hinweg hat Eva Menasse skurrile Tiermeldungen aus Zeitungen und Zeitschriften gesammelt. Von Igeln, die in Eisbechern ersticken, von Schmetterlingen, die die Tränen von Krokodilen trinken und Raupen, die sich, wenn sie fressen, zum Opfer machen. Ihren acht Erzählungen im neu erschienenen Band „Tiere für Fortgeschrittene“ stellt sie je eine dieser Meldungen voran. Nicht immer wird der Zusammenhang zum Erzählten unmittelbar deutlich, doch die Grundaussage wird klar – mag die Natur auch noch so komplizierte Verhaltens- und Überlebensmuster im Tierreich vorgesehen haben, der Mensch schlägt sie alle. Mit einem glasklaren Blick schaut Eva Menasse quasi wie durch ein Mikroskop auf unsere Spezies. Die Protagonisten ihrer Erzählungen kommen alle aus dem Milieu der gut bis sehr gut situierten Mittelschicht, meist akademisch gebildet und kreativ tätig und überwiegend in Beziehungskrisen verfangen. Der geschiedene ältere Mann, der durch ein junges Paar in der Nachbarschaft über seine vergangene Beziehung zu reflektieren beginnt, der Regisseur, der zwischen vertrauter Ehe und Seitensprung pendelt, die Patchworkfamilien, in denen die Beziehungsgeflechte zwischen Vätern, Müttern und Kindern tatsächlich an einen Bienenstaat im Aufruhr erinnern.

Eva Menasse schaut wohlmeinend auf ihre Protagonisten, packt aber gerne auch den satirischen Stachel aus:
Micol, ein entzückend exaltiertes Wesen mit vielen Talenten, hatte es zu nicht mehr als einer wohlbestallten Ehe mit einem nach außen hin milden Mann gebracht. Sie war recht hübsch – wenn man den demonstrativ unfrisierten Typ mag – und blieb es tröstlich lange.“

MenasseWährend der überwiegende Teil der Erzählungen ganz pointiert das Tier Mensch unter die Lupe nimmt und Eva Menasse dessen Verhalten in den verschiedenen Stadien seines Kreislaufes – von der Brutpflege, der Aufzucht, über das Flüggewerden, Balzverhalten bis hin zum Ende – unter natürlichen Bedingungen studiert, ist die längste (und für mich schwächste) Story „Schafe“ eine Versuchsanordnung. Sie handelt von der Gruppendynamik einiger Künstler, die in einer Art Kolonie zusammengepfercht sind. „Schafe“ zeigt zugleich die Stärke und die Schwäche des Buchs: Das geschilderte akademische großstädtische Mittelstands-Milieu ist ein Ausschnitt aus Gottes reicher Tierwelt, es gleicht auch ein wenig einer Nabelschau einer bestimmten Schicht, deren Probleme nicht jeden Leser interessieren dürfte. Wer darüber hinwegliest, wird jedoch wunderbar unterhalten: Eva Menasse zeichnet ein kluges, satirisch-charmantes Bild des merkwürdigen Verhaltens moderner Großstädter.

Verlagsangaben zum Buch:
http://www.kiwi-verlag.de/buch/tiere-fuer-fortgeschrittene/978-3-462-04791-2/

Der Doyen der österreichischen Literatur: Christoph Ransmayr

Treibt die Figuren Eva Menasses der Wunsch nach Zugehörigkeit an, so wird die Hauptfigur in Christoph Ransmayrs jüngstem Roman „Cox oder Der Lauf der Zeit“ von einem anderen allzu menschlichen Wunsch getrieben: Dem Wunsch nach Überwindung der Zeit, dem Wunsch nach Unsterblichkeit.

RansmayrDer Uhrmacher Alister Cox, nur ganz ungefähr von Ransmayr einer tatsächlichen historischen Figur, dem Briten James Cox angelehnt, erleidet nach dem Tod seiner vergötterten Tochter eine fundamentale Sinnkrise. Selbst aus einfachen Verhältnissen stammend, hat er sich zum Automatenbauer der europäischen Königshäuser des 18. Jahrhunderts hochgearbeitet, spät erst geheiratet und ein Kind gezeugt. Dessen Tod zeigt dem kühl denkenden Ingenieur seine Grenzen auf: Nicht alles ist kontrollierbar, nicht alles kann gemessen werden. Ein Ruf an den fernen, unbekannten Hof des gottgleichen Kaisers von China kommt dem verzweifelten Mann daher gerade recht – eine Flucht ins Unbekannte. In Qiánlóng, dem Herrscher, der über Tod und Leben bestimmt, der den Lauf von Flüssen regulieren kann, Mauern errichtet, Städte gründet, andere vernichtet, trifft Cox im Grunde einen Gleichgestimmten, einem, der im selben Takt läuft, einer den der Wunsch nach Unsterblichkeit antreibt. Der Kaiser gibt Cox und seinen Mitarbeitern einen Auftrag, der nicht zu bewältigen scheint: Die Engländer sollen eine Uhr erschaffen, die die Ewigkeit misst.

„Er wollte weder Urteile noch Meinungen oder Expertisen zu einer Mechanik hören, die wie keine andere an seine Existenz rührte, schien diese Maschine doch mehr und mehr zum Zeichen und Symbol seines Daseins zu werden: Sie stand über den Zeiten der Sterblichen wie der Herr der zehntausend Jahre.“

In diesem Roman steckt so vieles, dass man ihn mehrmals lesen sollte und auch kann – nicht zuletzt auch deshalb, weil Ransmayrs hochpoetische, manchmal etwas altertümlich erscheinende Sprache für mich immer wieder ein Genuss ist. „Cox oder Der Lauf der Zeit“ erzählt von der Macht und den Grenzen der Kunst, erzählt von den Allmachtsphantasien, die Künstler und Kaiser gleichermaßen hegen, erzählt von den Grenzen, die auch wir Menschen, und seien wir noch so kreativ oder technisch begabt, nicht überwinden können. Zugleich ist greift auch dieser im historischen Setting angesiedelte Roman eines der durchgängigen Themen Ransmayrs auf: Die Reise als Weg der Läuterung, der Selbstfindung. Und das Buch beinhaltet einen kleinen Trost – wenn auch die Zeit nicht alle Wunden zu heilen vermag, sie kann sie immerhin lindern.

Verlagsangaben zum Buch:
http://www.fischerverlage.de/buch/cox/9783100829511

Eine wiederentdeckte Stimme aus Wien: Lili Grün

Spielten die ersten beiden Romane „Alles ist Jazz“ und „Zum Theater!“ in Berlin und im Theater-Milieu, so griff die Wiener Autorin Lili Grün 1936 auf ein Milieu zurück, das sie aus ihren Jugendjahren gut kannte. Ihr wohl letzter Roman „Junge Bürokraft übernimmt auch andere Arbeit…“ ist im Wien der Jahre nach dem 1. Weltkrieg angesiedelt. Die junge Susi Urban, eigentlich das etwas wilde und behütete Nesthäckchen einer Kaufmannsfamilie, muss den wirtschaftlichen und sozialen Abstieg der ihren miterleben: Der Vater fällt im Krieg, der größere Bruder gerät aus der Bahn, der Laden wird verkauft, und es beginnt für sie, die ältere, zickige Schwester und die hilflose Mutter ein täglicher Kampf um das Notwendigste. Ohne fundierte Ausbildung schlägt sich Susi mehr oder weniger tapfer durch verschiedene Stellungen, träumt im Kino von der großen Liebe, macht Erfahrungen mit schmierigen verheirateten Männern und oberflächlichen Studenten und erlangt am Ende eine klein-große Einsicht: Sie muss ihren eigenen Weg gehen.

„Wir sehen ihr noch lange, lange nach, der kleinen Susi Urban, die hier mit der roten Straßenbahn davonfährt, um in das ernste, gefahrvolle Leben zu kommen, das Leben einer alleinstehenden, arbeitenden Frau. Wenn sie tüchtig ist, wird sie das Glück finden. Nicht das ganz große Glück, vielleicht nur ein bescheidenes, kleines, auf das jeder Mensch im Leben Anspruch hat.“

LiliNach ihrer Wiederentdeckung mit den beiden oben genannten Romanen und dem Band „Mädchenhimmel!“ wurde Lili Grün oftmals mit Irmgard Keun und Mascha Kaléko verglichen – der nüchterne, oft kokett-freche Ton, die Thematik der „Neuen Frau“ in der Weimarer Republik, die Schilderungen einer Welt zwischen Büroalltag und Nachtleben, zwischen Emanzipation und dem Traum vom großen Glück, der Sound der neuen Sachlichkeit. Mit ihrem letzten Buch, das zu ihren Lebzeiten „nur“ als Fortsetzungsroman im „Wiener Tag“ erscheinen konnte, schlug Lili Grün nochmals einen neuen Ton an – der Roman ist „wienerischer“ in der Sprache, das Milieu ist nicht das der Künstlerszene, sondern handelt von „einfachen“ Leuten, vor allem aber wird das Bild der Büro-Angestellten, das gemeinhin für das der emanzipierten Frau stand, kritisch hinterfragt.

Anke Heimberg, die engagierte Lili Grün-Herausgeberin, betont in ihrem Nachwort: „Doch erlebt die von Kind an mehr an der Hauswirtschaft interessierte und „häuslich“ orientierte Susi Urban die Berufstätigkeit und die damit einhergehende ökonomische Unabhängigkeit und Selbstbestimmung der Frauen ihrer Zeit nicht als Befreiung, sondern als individuelle Überforderung (…).“

Aber: „Gegen Ende des Romans nimmt Lili Grün das traditionelle Ideal der Frau als Hausfrau, Ehefrau und Mutter, das sie zeitweise als Gegenentwurf zum progressiven Bild der emanzipierten „Neuen Frau“ formuliert, wieder zurück. Möglicherweise in Hinblick auf die zur Zeit der Entstehung des Romans europaweit zu beobachtenden reaktionären gesellschaftlichen Entwicklungen der 1930er-Jahre und der zu erwartenden Auswirkungen u.a. auf das weibliche Geschlechterrollen-Verständnis, macht sie deutlich, dass die Zeit der „Aufbruchsphantasien“ zwar vorbei, am bereits Erreichten aber unbedingt festzuhalten ist.“

Warum dieser Roman, der so charmant-leicht daherkommt, damit zugleich auch immens modern und aktuell ist, muss ich somit vielleicht nicht mehr eigens betonen …

Die Wiederentdeckung von Lili Grün ist dem AvivA-Verlag und Herausgeberin Anke Heimberg zu verdanken, „Junge Bürokraft übernimmt auch andere Arbeit…“ erschien 2016.

Verlagsangaben zum Buch:
https://www.aviva-verlag.de/programm/junge-b%C3%BCrokraft-%C3%BCbernimmt-auch-andere-arbeit/

Einer, der wiederentdeckt werden sollte: Albert Drach

Der Autor und Anwalt Albert Drach (1902 – 1995) gilt gemeinhin als einer, der allenfalls noch von Literaturwissenschaftlern und einer engen Liebhabergemeinde gelesen wird. Sehr schade wäre das. Denn der schreibende Rechtsanwalt entwickelte einen ganz eigenen Stil, geprägt durch seinen Beruf, einen trockenen, nur auf den ersten Blick spröden „Protokollstil“, der durchdrungen ist von feinster Ironie. Als sein Hauptwerk gilt „Das große Protokoll gegen Zwetschkenbaum“, verfasst 1939, erschienen erst 1964. Der Unglücksrabe Schmul Zwetschkenbaum, ein umherziehender Talmud-Schüler, gerät in die Fänge der österreichischen Justiz. Was ihm dort geschieht, geschieht ihm in erster Linie, weil er Jude ist – so ist der Roman eine intelligente, schonungslose Abrechnung mit dem Antisemitismus, der sich zugleich der Sprache der österreichischen Justiz bedient.

DrachFür Drach-Einsteiger sei jedoch „Das Goggelbuch“ empfohlen, eine Erzählung, die 1942 entstand, als Albert Drach, der vier Jahre zuvor aus Österreich vor den Nazis geflohen war, sich in Frankreich befand und befürchten musste, dass ihn der „Teufel“ in Gestalt der braunen Schergen auch dort aufspüren würde. Erzählt wird die Geschichte des Xaver Johann Gottgetreu Goggel, der im 16. Jahrhundert zwei sinistren Herren dient, nach oben katzbuckelt, nach unten tritt, und auf seinem Weg durch halb Europa jedwede Untat begeht. Eine Posse, die zahlreiche Volten schlägt, ein Strudel von Ereignissen folgt  – am Ende spuckt ein Spiegel den gewissenslosen Opportunisten Goggel „frisch und neu wie eine unbefleckte Jungfrau“ wieder aus. Auch in dieser Erzählung fand Albert Drach zu einer ganz eigenen Sprache – protokollhaft, ironisch, aber auch – der erzählten Zeit angemessen – derb und direkt.

„Der Hauptmann fragt ihn um seine Nation und erfährt, dass er ein Deutscher ist. Er meint nun, dann bleibe er besser hier, wenn er ein richtiger Kerl sei, hier seien viele Landsleute, soferne es ihm nämlich gleich sei, für welchen Fetzen Fahne er fechte, er brauche deshalb noch lange nicht protestantisch zu werden. Goggel sieht das bald ein, zumal es ihn besser dünkt, für den Feind zu kämpfen, als bei diesem gefangen zu sein.“

Goggel selbst singt das „Trutzwetterlied“:

Und kotzt das Wetter mir bös ins Maul
Und furzt gar furchtbar und wuchtig der Sturm,
Krau ich ihm die Augen mit den Eisen vom Gaul,
Wind ich ihm in den Hintern den Kolben als Wurm.
Hurrah!

Und die Moral von der Geschicht`? Goggel sprich Opportunisten fallen immer wieder auf die Füße – sei es zur Zeit der Glaubenskriege, sei es zur Zeit des Nationalsozialismus, sei es heutzutage …

Verlagsangaben zum Buch:
https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/das-goggelbuch/978-3-552-05548-3/

 

12 comments on “Österreichische Melange mit Eva Menasse, Christoph Ransmayr, Lili Grün und Albert Drach”

  1. Dem kann ich mir nur anschließen! Besonders der Ransmayr Roman hört sich an, als müsste er dringend von mir gelesen werden. Ich fand es schon bei „Die Schrecken des Eises und der Finsternis“ einfach erstaunlich, wie er historische Fakten zu einer so poetischen fiktionalen Erzählung verflechten kann.

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    1. Da erinnerst Du an den anderen ganz großartigen Roman von Ransmayr -stimmt, auch bei Cox ist das so. Poetisch – übrigens auch trotz der Brutalität, die dem Buch zum Teil vorgeworfen wird. Da meine ich, man liest oftmals viel schlimmeres, und zum anderen zählte ein Leben in diesen Zeiten nicht viel.

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  2. Interesante Zusammenstellung und dazu dann noch das Bild vom „Bärenmühlendurchgang“ durch den ich regelmäßig gehe, wenn ich beispielsweise vom MUSA oder der Wien-Bibliothek nach Hause gehe.
    Eva Menasse lebt ja schon einige Jahre in Berlin und versucht jetzt wie in in Leipzig auf dem blauen Sofa hörte, der Kinder wegen die deutsch österreichische Doppelstaatsbürgerschaft zu bekommen.
    https://literaturgefluester.wordpress.com/2017/03/13/tiere-fuer-fortgeschrittene/
    Ihr Halbbruder Robert war aber, glaube ich, eine Zeitlang regelmäßig im Cafe Sperl zu finden, das auch nicht sehr weit vom Naschmarkt entfernt ist.
    Christop Ransmayr ist für mich ein Oberösterreicher und ich glaube sehr viel auf Reisen, ich habe ihn aber schon öfter in Wien lesen gehört.
    Lily Grün und Albert Drach leben nicht mehr und dann gibt es ja noch die vielen anderen Österreicher, von denen einige ja auch auf der deutschen Buchpreisliste stehe und den österreichischen Buchpreis gibt es ja jetzt auch.
    xhttps://literaturgefluester.wordpress.com/2016/10/15/der-buchpreis-und-tendenzen-der-oesterreichischen-gegenwartsliteratur/
    Während ich das schreibe, höre ich, wahrscheinlich zum „Tag des Buches“ eine Sendung in Ö1 zum Thema Lesen
    http://oe1.orf.at/programm/463638

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  3. Ransmayr ist sehr zu empfehlen! Obige Ausgabe hatte ich auch gelesen und ich empfand seinen Schreibduktus so was von passend zum Thema Zeit; ein wirklich wieder gelungenes Buch.
    Ich möchte von ihm unbedingt auch noch das Buch „Die letzte Welt“ empfehlen, zu obigen Vorschlägen ergänzen. Auch in der Geschichte, in der es sich u.a. um Ovids Verbannungsort dreht, zeigt Ransmayr, welch ein Erzähler er ist.

    Und morgen werde ich Eva Menasse bei den Tübinger Büchertagen live sehen und hören. Gerade zu dem vorgestellten Buch von Dir, liebe Birgit. Bin sehr gespannt!

    Der letzte Titel ist neu für mich. Da muss ich natürlich reinschnuppern, wenn Du es in diese Reihe stellst. LG von mir.

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    1. Ransmayr ist ein großartiger Erzähler – „Die letzte Welt“ war mein Einstieg in seinen Kosmos und seither lese ich von ihm, was ich in die Finger bekomme. Mich hat das hochnäsige Urteil von Biller im Literarischen Quartett fast schon persönlich geärgert – er mäkelte herum, das sei in einer „Alte-Männer-Sprache“ geschrieben… Na, diesen Schreibduktus, den muss man erst mal können …

      Und, hast Du Eva Menasse erlebt? Ich finde, sie ist eine sehr sympathische Persönlichkeit – und wie ging es Dir mit ihrem Erzählband? Herzliche Grüße, Birgit

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      1. Das mit der Schublade „Alte-Männer-Sprache“ kenne ich gut; vor einigen hatte ich Wilhelm Genazino kennen – und schätzen gelernt. Seinem Schreibduktus wurde auch das Altherrenhafte nachgesagt. Naja! Mir gefällt es sehr, dass man anhand eines Schreibstils schon erahnen kann, welcher Autor dahinter steckt. Ähnlich wie bei der Musik – schon beim ersten Ton hört man sehr oft sofort heraus, wer der Interpret ist.

        Ja, Eva Menasse habe ich live erlebt. Ihre Lesung fand in einem sehr schönen Innenhof bei sonnigstem Wetter statt. Und vor großem Publikum. Sie kam sehr sympathisch rüber! Und las u.a. aus obig genannten Erzählband „Schafe“ und dann noch die Geschichte mit den „Enten“. Ihre Sprache ist absolut tadellos und wunderwunderschön. Ihre Beobachtungen bis ins Detail beschrieben treffen voll ins Schwarze! Nur den „roten Faden“, den fand ich während der dreiviertel Stunde Lesezeit nicht. Ob es daran gelegen haben mag, dass sie die Kapitel nicht bis zum Ende gelesen hatte? Ich weiß es nicht. Ich entschloss, kein Buch von ihr zu kaufen; allerdings werde ich es mir über unsere hiesige Bibliothek/ Fernleihe besorgen, denn lesen möchte ich es schon. Viele liebe Grüße, janette

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      2. Das mag ich auch – Genazino hat natürlich auch einen hohen Wiedererkennungswert, eine eigene Melodie.
        Zu Eva Menasse: Ja, die Sprache finde ich auch sehr schön, aber mir geht es manchmal ähnlich wie Dir mit ihren Erzählungen (das war auch bei Qausikristalle so) – ein wenig frage ich mich dann stehts, worauf sie hinaus wollte…

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