#MeinKlassiker: Ist nichts so alt wie das Buch von gestern?

Bei der Flut von Neuerscheinungen – bleibt da noch Zeit für Klassiker? Blogger, Autoren und Lesende berichten hier von „ihrem“ Klassiker in einer neuen Reihe.

54 Kommentare

20160812_143633Fritz J. Raddatz klagte wenige Wochen vor seinem Tod in einem Interview mit der „Frankfurter Rundschau“:

„Was man wissen könnte, wird weggebürstet durch Schnelligkeit. Schnelligkeit taugt nicht für Kultur. Die braucht Zeit. Zeit, um die „Buddenbrooks“ zu lesen, zu verstehen, nachzulesen: Wie war das mit Tony und mit Herrn Grünlich? Das ist alles weg. Es ist ein ganz großer Radiergummi über das kulturelle Gedächtnis hinweggegangen. Jeden Tag wird mehr ausradiert.“

Man könnte das als Kulturpessimismus eines alten Mannes abtun. Doch wenn ich mein eigenes Tun als Literaturbloggerin selbstkritisch überdenke, schaue ich mit Bedauern auf die Stapel ungelesener Bücher, die von den Neuerscheinungen aus dem berühmten „SuB“ verdrängt werden: Das Neue lockt, das Alte bleibt liegen. Proust, die ganzen großen Russen, auch die klassische Antike – ihre Lektüre verschiebe ich immer wieder auf den unbestimmten Tag, an dem ich einmal „Zeit und Muse“ für sie haben werde.

Im Rad der Neuerscheinungen, das sich immer schneller dreht – jedes Jahr werden noch mehr Bücher „produziert“ – geht mir jedoch manchmal der Blick für das Wesentliche verloren: Der Blick auf das, was ein „gutes Buch“ bewirken kann. Der Blogger Wolfgang Schnier stellte dazu diese Überlegungen an (zum Beitrag geht es hier):

„Ein gutes Buch lässt uns nicht so zurück wie es uns vorgefunden hat, es bewegt etwas in uns und verändert uns. Es richtet uns auf, würden die Aufklärer sagen, wenn es solche denn noch geben würde. Nach einem guten Buch sind wir nicht mehr die selben wie zuvor — und das wirft die Frage auf, ob es eine permante Bewegung geben muss, ein ständiges ‚Vorwärts‘?“

Welche Bücher, welche Romane, welche Dramen können uns diese Erfahrung vermitteln, die so oft mit dem Axt-Zitat von Herrn Kafka umschrieben wird? Das kann natürlich auch ein Debütroman sein, eine Neuerscheinung – doch „Klassiker“, um diesen Begriff einmal so pauschal zusammenzufassend in den Raum zu stellen, haben diese in sich liegende Kraft bereits entwickelt, Menschen geprägt, sogar Generationen begleitet. Doch verschwinden sie tatsächlich aus unserem Gedächtnis, werden sie ausradiert, wie Raddatz annimmt? Und was können sie uns heute sagen – sind sie noch lesbar und zeitgemäß, diese Geschichten von Mord und Totschlag, Odysseen, Ehebruch und Revolution? Kann man den „grünen Heinrich“ überhaupt noch aushalten in seiner Unentschlossenheit, den Männern ohne Eigenschaften und letzten Mohikanern folgen oder mit Mr. Bloom durch Dublin streifen? (Ich meine natürlich: Ja).

Im Gegensatz zum Feuilleton sind Literaturblogger nicht dem ständigen Aktualitätszwang verpflichtet – darin liegt auch eine Chance, immer einmal wieder einen Klassiker aus dem Regal hervorzuholen, sie den Lesern – so sie ihn noch nicht kennen – näherzubringen. Ich habe daher einige lesende und schreibende Menschen (Blogger, Schriftsteller, Verleger, Literaturschaffende und Literaturliebhaber) gebeten, mir von ihrem persönlichen Favoriten zu erzählen und über Bücher zu schreiben, die sie seit Jahren, wenn nicht gar Jahrzehnten begleiten, denen sie eine besondere Bedeutung zuschreiben, die sie als Klassiker bezeichnen würden.

Ein Dutzend Menschen habe ich angefragt – ein dutzend Zusagen bekommen! Überwältigend – und ein Signal dafür: Klassiker sind, zumindest bei lesenden Leuten, immer noch „frisch“. Die Beiträge werden hier im Laufe der nächsten Wochen und Monate in einer losen Reihe veröffentlicht – erkennbar an dem Hashtag #MeinKlassiker. Und – da ich nach einigem Austausch mit den Autorinnen und Autoren die zeitliche Grenze etwas erweitert habe – es wird eine ganz attraktive, abwechslungsreiche Reihe werden: Von der Aufklärung über die Weimarer Zeit bis zu den modernen Klassikern der Nachkriegszeit, aber auch über den deutschen Tellerrand hinaus. Wie eng dabei manch einer von den Autoren mit „seinem Klassiker“ verbunden ist, zeigt der Beitrag, mit dem die Reihe #MeinKlassiker morgen startet: Ich hatte kaum die Anfrage gestellt, schon waren die Idee und der Artikel da. Der Auftakt wird standesgemäß sein – mit einem der klassischsten, neurotischsten Helden, den die Literaturgeschichte kennt. Klassiker oder nicht Klassiker, das ist da keine Frage – mehr verrate ich nicht.

Ich würde mich freuen, wenn auch euch Leserinnen und Lesern diese Reihe gefällt, wenn ihr euch eventuell animiert fühlt, selbst über euren Klassiker zu schreiben – ich freue mich über weitere Beiträge hier auf dem Blog (Email: b.boellinger@gmx.de) oder auf weiteren Blogs -, oder wenn die Idee unter #MeinKlassiker weitergetragen wird.

„Das Richtige ist: das intensive Buch. Das Buch, dessen Autor dem Leser sofort ein Lasso um den Hals wirft, ihn zerrt, zerrt und nicht mehr losläßt – bis zum Ende nicht, bis zur Seite 354. Lies oder stirb! Dann liest man lieber.“
Kurt Tucholsky

 

54 comments on “#MeinKlassiker: Ist nichts so alt wie das Buch von gestern?”

  1. Ich denke auch oft, ich muss mehr Klassiker lesen. Momentan zieht es mich eher zu den Klassikern des 20. Jahrhunderts als zu „alten“ Klassikern, aber dann denke ich, oh Gott, ich habe noch keinen einzigen russischen Klassiker gelesen! Ich habe mir vorgenommen, bei der Auswahl des jeweiligen nächsten Buches ein bisschen mehr zwischen den Zeiten zu springen. Wenn es um meine persönlichen Klassiker geht, muss ich gestehen, dass es sich dabei nicht unbedingt um Hochliteratur handelt. Mit Ausnahme von „Jane Eyre“ und „Wuthering Heights“. Bücher, die mich geprägt haben, sind „Die unendliche Geschichte“ und, ja, „Die Nebel von Avalon“. Außerdem „Der Herr der Ringe“.
    Ich bin gespannt auf die Beiträge im Rahmen dieser Aktion!

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    1. Marcel Reich-Ranicki sagte in einem Interview zu seinem Kanon: „Die Aufgabe, die Literatur vor allem hat: Sie soll den Menschen Freude, Vergnügen und Spaß bereiten und sogar Glück. “ Nachzulesen hier: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-19438065.html Klar, wenn es um reine Unterhaltungsliteratur geht, wird er dann schon strenger. Aber in dieser Reihe hier soll es auch gar nicht ausschließlich um „kanonische“ Werke gehen – ich wollte keine akademische Liste abgeklappert haben. Zumal es „den Kanon“ ja auch nicht gibt. Was also ist ein Klassiker? Über die Definition kann man sich natürlich auch trefflich streiten – sicher wird ein Buch nicht dadurch zum Klassiker, weil es ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Sondern weil es auch allgemeingültiges vermittelt – und da könnte man nun durchaus auch Die unendliche Geschichte und den Herrn der Ringe in Betracht ziehen …(Ich halt eh nichts von dieser akademisch-strengen Unterscheidung zwischen E- und U-Literatur) LG Birgit

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  2. Da freue ich mich auch über diese Aktion. Ich bin kein Blogger, aber leite seit Jahren einen Lesekreis und da schaue ich natürlich auch mehr auf die aktuellen Bücher. Aber mindestens einmal im Jahr lesen wir gemeinsam einen „Klassiker“ ( von „Die Wahlverwandtschaften “ bis „Fabian“). Momentan lese ich mit Begeisterung die Neuausgabe von Falladas „Kleiner Mann, was nun“. Dieses Buch kommt im Dezember auf meine Liste der Buchempfehlungen für Weihnachten. Bin gespannt, welche Bücher hier vorgestellt werden.

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    1. Liebe Ruth, das freut mich, dass Du als Nicht-Bloggerin dich meldest! Klar, es ist verständlich, dass die aktuellen Bücher einfach mehr Aufmerksamkeit bekommen im Alltag, das geht mir ja ebenso. Aber gerade zum Stichwort Fallada: Viele Verlage „kümmern“ sich ja auch löblicherweise um ihre Klassiker, um die Erinnerungskultur. Fabian und Falladas kleinen Mann findest Du hier schon auf dem Blog als Rezensionen – aber ein anderer Fallada wird jetzt auch in der Reihe nochmals vorgestellt, worüber ich mich als virtuelle Hausherrin auch sehr freue 🙂 Liebe Grüße Birgit

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  3. Was für eine wunderbare Idee! Mein Blog ist ursprünglich gestartet, um viel zu Klassikern zu schreiben. Immer wieder habe ich mich von Neuerscheinungen locken lassen (auch hier waren viele lesenwerte Bücher dabei), aber die Klassiker im Hinterkopf behalten. Vor ein paar Wochen habe ich dann eine persönliche Leseliste zusammengestellt, das verschafft Überblick und motiviert auch unheimlich. Seit dem habe ich tatsächlich wieder mehr ältere Bücher zur Hand genommen.
    Zusammenfassungen, die in aller Kürze Bücher, die „man gelesen haben muss“ beschreiben, um dem gestressten Heute-Menschen eine Literaturdruckbetankung zu geben, finde ich übrigens ganz grausig. Ich bin ganz deiner Meinung: Die großen Russen, Manns oder auch Lyrik brauchen Zeit. Da geht es nicht um die Masse der gelesenen Bücher, sondern ums Erlebnis. Ich freue mich auf die Beitragsreihe und wünsche viele begeisterte Leser!

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    1. Von solchen Zusammenfassungen halte ich auch wenig – also, diese Instant-Lesegebrauchsanleitungen. Ein Kanon im Sinne von Reich-Ranicki dagegen ist schätzenswert als Orientierungshilfe oder Leitfaden – obwohl man, wenn man liest, im Laufe seines Leserlebens so oder so auf das eine oder andere Buch stößt. Und, wie der Beitrag in der Reihe am Dienstag vielleicht zeigt: Manches hätte Klassikerformat, gelangt aber nicht in „Kanon“-Ehren, da ja auch solche Aufstellungen von Menschen mit ihren ganzen Vorbehalten und Vorurteilen gemacht werden …
      Ich freue mich jedenfalls sehr, auf Deinen Blog gestoßen zu sein – und wenn Du Lust und Zeit hast, die Reihe hier durch einen Beitrag zu bereichern, dann gerne!

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      1. Vielen Dank, das würde ich gern! Wenn du magst, schreib mir gerne, wie du dir den Beitrag vorstellst und vielleicht, welche Klassiker schon „vergeben“ sind, dann stöbere ich in meinem Stapel gelesener Bücher.

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  4. Liebe Birgit,
    mein liebster Klassiker ist Hemingsways Alter Mann und das Meer, ich lese immer wieder Seiten dieses Buchs. Im Moment höre ich von Thea Dorn Die Unglücksseligen, knapp 19 Stunden und genial gesprochen von Bibiana Beglau. Ich werde sicher in meinem Blog berichten.
    Liebe Grüße von Susanne

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    1. Liebe Susanne,
      die Unglückseligen – das ist auch so eine Neuerscheinung, die mich verlocken könnte … aber ich habe entschieden, dieses Jahr keine neuen Bücher mehr zu kaufen.
      Wegen Hemingway maile ich Dir noch.
      Liebe Grüße und einen schönen Sonntag wünscht Dir Birgit.

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      1. Ich habe die Unglücksseligen heute morgen im Bett zuende gehört und fühle mich gerade ein wenig alleingelassen. Kennst du dieses Gefühl am Ende eines Buches? Ich werde es mir nächsten Monat auf jeden Fall als gebundenes Buch kaufen, um nocheinmal Stellen visuell nachzulesen.
        Liebe Grüße und auch dir einen schönen Sonntag von Susanne

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      2. Liebe Susanne,
        ja, wenn an richtig in ein Buch eintaucht, dann ist das so ein komisches Gefühl, ein kleiner Moment der Verlassenheit – das spricht für die Unglücksseligen, es scheint Dir sehr gefallen zu haben!

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  5. Wunderbar! Auf diese Reihe freue ich mich schon. Ich lese seit ein paar Jahren fast ausschließlich Klassiker. Unter den vielen „neuen“ Büchern picke ich mir im Jahr höchstens eine Handvoll heraus, nicht viele „geben“ mir etwas. Das eine oder andere aktuelle Highlight entgeht mir vermutlich, aber nach den meisten Büchern kräht nach einem Jahr kein Hahn mehr. Mir ist „Abgehangenes“ lieber. 😉
    Liebe Grüße, Silke

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    1. Liebe Silke,
      danke für Deinen Kommentar – ja ich sehe das auch an der Blogstatistik: Oft werden Romane, die im Jahr zuvor noch als „Meisterwerk“ oder eben „erstklassig“ (drunter geht es oft nicht mehr im Marketingsprech) angepriesen werden, im Jahr darauf kaum mehr aufgerufen. Von den Titeln, die ich im vergangenen Jahr als Buchpreisbloggerin mitbesprochen habe, ist nur einer, der öfter noch angesehen wird – der Rest dümpelt im einstelligen Bereich in der Statistik. Natürlich bezieht sich das nur auf meinen Blog, aber ich denke, das lässt schon auch Rückschlüsse auf das Allgemeine zu. Erschreckend auch, wie viele der neuen Bücher ganz schnell auf den Ramschtischen landen -selbst ein preisgekrönter Roman wie „Kruso“ von Lutz Seiler.
      herzliche Grüße zum Sonntag, Birgit

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  6. Das klingt nach einer spannenden Sache! Habe gerade in einem deiner Kommentare auch gesehen, dass es nicht nur um Werke aus dem klassischen Kanon gehen wird (soweit dieser als solcher überhaupt eingrenzbar ist). Das finde ich super.
    Der letzte Klassiker den ich gelesen habe, ist „Spiegel, das Kätzchen“ von Gottfried Keller und „Die unendliche Geschichte“. Es muss ja nicht immer gleich ein 1500-seitiger Tolstoi sein und auch unter der Kinder- und Jugendliteratur gibt es Klassiker. Wobei diese meiner Meinung nach viel zu selten den Stellenwert bekommen, den sie verdienen.
    Dein Post hat mich auf jeden Fall dazu motiviert, mir für 2017 das Ziel zu setzen mehr Klassiker zu lesen. Auch solche, die vielleicht nicht unbedingt von weißen oder männlichen Autoren verfasst wurden. Einfach, um auch einmal eine etwas andere Perspelktive zu gewinnen.
    Ich freue mich schon auf die Beiträge!

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    1. Danke für deinen Kommentar – das motiviert doch sehr! Unter Klassiker verstehe ich – und auch die Autoren, die jetzt erst einmal geschrieben haben – auch nicht unbedingt nur das, was in diesem oder jenem Kanon (MRR oder Raddatz-Zeit-Bibliothek) steht – sondern es geht um einen ganz persönlichen Zugang über Bücher, die einen schon lange begleiten. Würde mich sehr freuen, wenn das auch viele Leser zu bewegt, ganz tief in ihr eigenes Buchregal zu greifen 🙂

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  7. #MeinKlassiker ist eine wunderbare Idee! Schon schießen mir Bücher durch den Kopf – solche, die ich gelesen habe und die, die es wohl nie auf meinen Lesestapel schaffen. Angesichts der schieren Menge an Büchern, neuen und alten, die man nicht lesen kann – was sind die 60, die ich vielleicht im Jahr schaffe, gegen die 90.000 Neuerscheinungen allein im deutschsprachigen Raum jährlich? – könnte ich verzweifeln.
    Mich tröstet, dass einmal jemand geschrieben hat, in jedem Buch stecken die Werke, die der jeweilige Autor gelesen hat. Hilfreich in diesem Zusammenhang auch Pierre Bayard „Wie man über Bücher spricht, die man nicht gelesen hat.“
    Ich werde die Idee weiter in meinem Herzen tragen und vielleicht einen Beitrag dazu schreiben. Ich freue mich schon auf die Klassiker der Anderen.
    Gruß Erika

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    1. Liebe Erika, das ganze Dilemma hat Arno Schmidt ja auch einmal wunderbar in Zahlen gefasst: https://saetzeundschaetze.com/2015/10/05/so-many-books-so-little-time/

      Je mehr erscheint, desto mehr erzieht man sich als Leser vielleicht auch dazu, wirklich auszuwählen – nach Qualität, nach eigenen Neigungen usw.

      Jedenfalls freut mich Dein Zuspruch mehr – und wenn Du auch dazu einen Beitrag schreibst, das wäre wunderbar.

      Herzliche Grüße, Birgit

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      1. Danke für den Hinweis auf Arno Schmidt. Ich habe mir erlaubt, der Quelle nachzugehen und den Text meiner Leseliste voranzustellen. Ich hatte einen Literaturprofessor im Studium, den kurz vor der Pensionierung die Erkenntnis packte, wie wenig er noch lesen können wird in seinem Leben. Er saß an dem Morgen weinend am Pult. Wir waren 23 Jahre alt und konnten seine Verzweiflung nicht verstehen. Jetzt kann ich das schon eher. 😉

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  8. Wunderbare Idee, und ich bin gleich mal hängen geblieben. Kenne ich doch auch so gut das Gefühl „Wo sind in meinem Lesealltag nur die Klassiker geblieben“ und gleichzeitig den Eindruck, dass ich mich zu leicht von der Flut der Neuerscheinungen überrollen lasse. Wo sind sie hin, „die schönen Tage“, wobei ich schon bei „meinem Klassiker“ wäre, in denen ich in der Jugend die Klassiker des 20.Jh. rauf und runter, von Andersch bis zu den Zweigs gelesen habe, Petrarca, Shakespeare, Krieg und Frieden und Effi Briest, Neuerscheinungslisten für mich keinerlei Relevanz hatten.
    Nun sucht man darin doch immer nach den Leseerlebnissen, die bleiben. Oft sind sie selten. Ich hatte sogar mal ein Projekt, nach jedem neu erschienenen Roman einen meiner Klassiker wiederzulesen. Das ging nicht lange – zu dogmatisch, und da standen sie auch schon wieder, die Neuerscheinungen und buhlten laut um Aufmerksamkeit.
    Umso schöner finde ich deine Aktion hier und werde sie fleißig verfolgen. Herzliche Grüße, Petra

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    1. Liebe Petra,
      da haben wir eine ähnliche Leserbiographie – all die Titel die Du nennst, die habe ich auch in meinen 20ern verschlungen … und merke jetzt immer wieder, wenn ich ein Buch lese, das als Neuerscheinung viel Lob erhält: Oft sind die Leseerlebnisse nicht so intensiv, bleibt weniger hängen als bei einem der Klassiker, die irgendwie jahrelang nachwirken – gerade und besonders bei mir Stefan Zweigs Bücher, Joseph Roth, aber natürlich auch Fontane. Lieben Dank für deinen Kommentar!

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  9. Ich habe jetzt wieder die Odyssee auf dem Nachttisch liegen – und kann gar nicht genug davon bekommen. Wirklich kein Buch (haha, doch, der Ulysses von Joyce…) hat mich so umgehauen, in dem Sinn, dass ich mir vor der Lektüre gar nicht vorstellen konnte, wie toll das Buch ist. Von wegen also, „alter Schinken“. Ja, auf Deine Beiträge und die Deiner Gäste bin ich gespannt! Heute geht es ja schon los. Und Hamlet habe ich auch noch nie gelesen…

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    1. Homer ist bei mir auch noch ein blinder Fleck … ich hab Anläufe genommen, blieb aber nie konzentriert dabei. Mal sehen, vielleicht begebe ich mich auch auf Odysee (wenn ich hier viele Gastbeiträge bekomme, kann ich mehr lesen, hihi).

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