Blogparade: Schreiben gegen Rechts

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Man wird das wohl mal sagen dürfen, sagen sie.
Und sprechen das lange Unsagbare aus.
Man wird das wohl mal sagen dürfen.
Eine Ouvertüre für lange Unterdrücktes.
Gesänge voller Ressentiments.

Der Hass
macht sprachlos.
Fassungslos.
Doch erst nehmen sie uns die Worte,
dann die Sprache,
dann die Freiheit des Denkens.

Man wird das wohl mal sagen dürfen:
Meine Sprache nehmt ihr mir nicht.

Deswegen auch: Nicht schweigen. Gegenrede erheben. Mit Argumenten kontern. Und Schreiben gegen Rechts, eine von Anna Schmidt ausgerufene Blogparade.

 

 

 

17 comments on “Blogparade: Schreiben gegen Rechts”

    1. Guten Morgen, Petra. „Lügenpresse“, Politiker symbolisch aufhängen, Hasstiraden: Mir graut es wirklich vor der sprachlichen und symbolischen Verrohung, zudem die brennenden Flüchtlingsheime, tatsächliche Gewalt – all das kann man nicht stillschweigend hinnehmen. Und daher hat es mir sehr gefallen, dass diese Blogparade ausgerufen wurde – man muss Zeichen setzen, jeder wie er kann.

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      1. Ja, die sprachliche Verrohung , die Hass,- und Hetzkommentare und der offene Aufruf zu Rassismus und Gewalt sind schwer auszuhalten.
        Vor allem hier im Internet besitzt das eine Eigendynamik, die es anonymen und fremdenfeindlichen Gruppierungen leicht macht, ihren geistigen Müll abzusondern.
        Auch fremdenfeindliche Parteien/Bewegungen erhalten durchs Internet ja leider einen enormen Auftrieb. Ja, man muss dagegenhalten, … schreibend, demonstrierend, Zivilcourage zeigend, Hände reichend, – wie auch immer. Es hilft und wir sind mehr!!

        Gefällt 5 Personen

  1. Guten Morgen, liebe Birigt, dein Text ist klasse, weil er den Leuten vom Mund abgelesen ist. Man wird das ja wohl noch sagen dürfen: nee darf man nicht und auch nicht denken! Hierzu hat Käthe Knobloch ebenfalls einen wunderbaren Artikel geschrieben, noch vor der Blogparade…

    Herzliche Grüsse vom Grauberg
    Ulli

    P.S. gestern habe ich meine Urlaubsbücher bestellt, u.a. das Reclam-Gedichtebuch, das Ulla Hahn herausgab, ich freu mich schon sehr, dann werd ich auch in den Ferien mit dir verbunden sein und beim laufen ja sowieso 😉

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    1. Liebe Ulli,
      mittlerweile geht es mir so, dass ich schon ein schlechtes Gefühl bekommen, wenn jemand ansetzt mit „Man wird ja mal sagen …“: Weil das bedauerlicherweise oft auch Menschen sind, von denen ich nicht gedacht hätte, dass sie so denken…

      Wie schön, dass Dich die Stechäpfel in den Urlaub begleiten – da werden wir bei Deinen Ferien ja innerlich ganz viel zu schwätzen haben, gell?

      Gefällt 1 Person

  2. Ich tue mich noch schwer, „rechts“ gedanklich zu fassen zu kriegen. Es scheint, als wüchsen plötzlich rechte Adern in allen möglichen Leuten, tatsächlich müssen sie dann plötzlich was sagen, was man so und auch anders wirklich nicht gerne gehört hätte. Es ist eine Verrohung, und die gab es ja schon einmal genau aus der Ecke. Aber was daran ist „rechts“? Die Enge, die Wut, das Besitzdenken, die Angst? Im Grunde doch alles Zustände, die jede/r kennt. Ist es „rechts“, wenn ich mein Mitgefühl vergesse. Meinem Herzen nicht mehr traue? Panische Zukunftsangst bekomme? Ist es dieses schmutzige Benehmen, braun – ? Ist es das, dieses Gefühl, trotzig auf die Kacke zu hauen mit der Einstellung, ihr könnt mich alle mal?

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    1. Enge, Wut, Besitzdenken, Angst: Vielleicht kennt das jeder – oder fast alles davon. Manches ist mir, obwohl ich keine „Heilige“ bin, fremd: Die Wut auf „Schutzsuchende“, das Fehlen jeglicher Empathie beispielsweise. Dennoch ist jemand, der diese Wut fühlt, deswegen vielleicht noch nicht rechts. Ich kenne Menschen in Baden-Württemberg, die wählen jetzt wieder grün, sind aber gegenüber ihren polnischen Nachbarn (weil sie sich diffus bedroht fühlen), zu den ärgsten rassistischen Ausfällen fähig. Sind die deswegen rechts? Nein, JETZT NOCH nicht. Eine Freundin von mir fragte mich – lange vor Paris und Köln – ob mir die Masse junger Männer, die nun ins Land kämen, keine Angst machten. Ich habe das nicht verstanden damals. Und auch jetzt, nach Paris und Köln: Nein, mir macht das keine konkrete Angst. Ist meine Freundin deswegen rechts? Nein, JETZT NOCH nicht.
      Warum dieses JETZT NOCH nicht? Rechts sind eindeutig einige Parteien, die antidemokratisch, antiliberal, autoritär, nationalistisch agieren. Rechts sind auch einige derer Vordenker. Und denen gelingt es, diese Ängste, Vorbehalte, Vorurteile, die bei mehr Menschen, als wir vielleicht annehmen, vorhanden sind, diese also zu mobilisieren. Diese Parteien fischen immer mehr, wie es so schön heißt, in der „bürgerlichen Mitte.“ Mit Erfolg. Und das macht mir Angst – weil es faschistischen Bewegungen immer wieder gelingt, unentschlossene Massen zu mobilisieren, die Mitläufer einzufangen, die Unentschlossenen und Ängstlichen zu sich zu ziehen.
      Und mich macht wütend: Diese Frechheit, das Selbstbewußtsein, das manche an den Tag legen, wenn sie wissen, sie dürfen nun Dinge sagen, die vor zwei, drei Jahren noch unsagbar waren. Die meinen, sie hätten jetzt das „Recht“ gepachtet. Die die Oberhoheit über den öffentlichen Diskurs haben wollen, wie Wolfgang Schnier es in seinem Beitrag so klug ausdrückte – mit einer kurzen Erläuterung zum Rechtspopulismus: https://wolfgangschnier.wordpress.com/2016/03/01/gegen-die-feinde-der-freiheit/

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  3. Im dritten Teil seines Gedichtes „HOWL“ – richtet sich Ginsberg an Carl Solomon, einen seiner Freunde, mit dem er lange Zeit gemeinsam in der geschlossenen Psychiarie verbracht hat.

    Solomon darüber:

    “I’m with you in Rockland
    where you accuse your doctors of insanity and plot the Hebrew socialist revolution against the fascist national Golgotha
    I’m with you in Rockland
    where you will split the heavens of Long Island and resurrect your living human Jesus from the superhuman tomb
    I’m with you in Rockland
    where there are twenty-five thousand mad comrades all together singing the final stanzas of the Internationale”

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  4. Eigentlich macht es mich sehr sprachlos, was nicht bedeutet, dass man mir die Sprache genommen hat, noch mir mein demokratischer Gerechtigkeitssinn abhanden gekommen ist.
    Zu vielen braunen Aussagen allerdings friert mir selbst das süffisante Lächeln im Gesicht ein.
    Gute Idee … viel Erfolg.

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