LESEZEICHEN von: Äsop

2015-04-25 09.20.10
Sieht so ein genervter Philosoph aus? Vielleicht. Bild: Birgit Böllinger

Der Überlästige und der Philosoph

Ein gewisser närrischer, abgeschmackter Stutzer, bekam den Einfall, einen Besuch bei einem Philosophen abzulegen. Er fand ihn in seiner Studierstube ganz allein und konnte sich nicht genug wundern, wie er ein so einsames Leben führen könne. Mein Herr, sagte der Philosoph, Sie betriegen sich sehr; denn ich befand mich, ehe Sie kamen, in sehr angenehmer Gesellschaft.

Die Fabeln von Äsop, ins Englische übertragen von Samuel Richardson (1689-1761), vom Englischen ins Deutsche dann von Gotthold Ephraim Lessing.

7 thoughts

    1. Liebe Martina,
      Du hast Recht: Äsop ist vor allem durch seine Tierfabeln bekannt.
      Den Philosophen habe ich heute ausgegraben, weil ich eigentlich grippal zuhause bin und mich auf einen ruhigen, erholsamen Tag mit mir selbst eingerichtet habe – aber nach der Briefbotin, dem Paketboten (beides ja eher erfreuliche Besuche) standen dann auch noch Christliche Erweckungsprediger vor der Tür. Da kam mir der Philosoph in den Sinn 🙂

  1. Ja, das ist aber auch wahr! Wir sollten uns selbst gegenüber schon das Empfinden einer guten Gesellschaft haben. Wenn wir allein sind, ist das gut zu bemerken, in Gesellschaft mit anderen merken wir es ja nicht.

    Gute und baldige Genesung!
    Liebe Grüße aus der Silbenkemenate,
    Silbia mit sich allein

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