Navid Kermani: Große Liebe (2014).

Wenn man selbst in den 80ern erwachsen wurde, dann erwischt einen dieses Buch. Alles drin: Che-Poster, Cardenal-Gedichte, Picasso-Taube.

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Augsburg (383)
Bild: Birgit Böllinger

Ein König reist durchs Land, in seinem Gefolge Minister, Generäle, Soldaten, Beamte, Diener und die Damen seines Harems. Am Wegrand sieht er einen alten, zerlumpten Mann kauern, einen Narren vielleicht. „Na, du würdest wohl auch gern ich sein“, ruft der König spöttisch von seinem Elefanten herab. „Nein“, antwortet der Alte, „ich möchte nicht ich sein.“

„Große Liebe“, Navid Kermani, Hanser Verlag, 2014.

Manchmal kann man machen, was man will, aber man kann seinem Ich nicht davonlaufen. Auch nicht seinem alten Ich. Ich hab das alte Ich seit mehr als 30 Jahren in einen Schuhkarton verstaut. Da liegen sie, die Devotionalien einer vergangenen Zeit:  Ein paar Buttons, Anti-Akw, Friedenstaube, ein paar verstaubte DDR-Taschenbücher und was man halt so hatte, Mitte der 80er Jahre. Ein Armreif. Ein Gedicht und eine Tuschezeichnung. Vier Fotos. Das, was übrig blieb, von der ersten Liebe. In eine Schachtel gesteckt, mit Klebeband umwickelt, abgestellt, nicht bereit, sie wegzugeben, aber seit drei Jahrzehnten auch ungeöffnet, gut verstaut. Und dann kommt eine Lebensphase, wo du merkst, es geht gerade nicht voran, Entscheidungen sind überfällig (die Antworten, vor denen man sich drückt), und alles, was geschieht, was Du tust, fühlt sich an wie Ausweichmanöver. Und es tritt ein Modus ein, der Rückwärtsgang heißt. Wie bin ich dahin gekommen? Wo komme ich her?
Und dann auch noch ein Buch, dieses Buch, und wie ein Springteufel hüpft das alte Ich aus der Kiste. Ich weiß noch nicht, ob es ein Sesam-öffne-dich wird oder die Büchse der Pandora ist.

Nein, das wird kein Text, der vergangenen Tagen nachweint, als man jung, wild und sonst noch was war. Das ist es nicht. Was war, das war und ist nicht wiederholbar. Den Zeiten trauere ich nicht hinterher. Aber wenn etwas nicht zu Ende gedacht ist, dann muss man es vielleicht nochmals vom Anfang her denken. Die Schachtel war geschlossen, die Geschichte darin ist es nicht.

Und überhaupt: Tage bin ich nun mit und um dieses Buch geschlichen. „Eigentlich“, ja eigentlich war ich nur ein wenig neugierig gemacht worden durch einen TV-Beitrag. Nur so, aufgrund des Titels und Klappentextes, hätte ich es mir niemals gekauft. „Große Liebe“, 80er Jahre, erste Liebe, Liebeskummer – meine Güte, danke, nein. Gut, dass man das hinter sich hat. Aber Navid Kermani  ist ein Springteufel. Der hat mich kalt erwischt. Jemand anderes mag diese 100 Seiten lesen und sich vielleicht denken: „Interessant“. Oder mit den Schultern zucken und es gelangweilt zur Seite legen. Oder wie das Feuilleton über die gelungenen Verknüpfungen von Liebesbetrachtung und Philosophie sinnieren. Mich hat es schlicht und einfach dreißig Jahre zurück katapultiert.

„Als ich vorgestern bei dem persischen Dichter Attar die Anekdote von dem Alten las, der nicht ich sein möchte, überfiel mich der Gedanke, daß eben darin, in dem Wunsch, sich loszuwerden, meine erste, niemals größere Liebe gegründet sei. Später nämlich, später, wenn man sich gefunden zu haben meint, will man sich doch oder wollte jedenfalls ich mich behalten, bestand ich auf mir und erst recht in der Liebe.  Der Leser wird einwenden, ein unbedarfter Junge sei nicht mit einem heiligen Narren zu vergleichen, der Ichverlust, den er als Pubertierender womöglich anstrebe – einmal beiseite gelassen, daß man die Pubertät gewöhnlich gerade im Gegenteil als eine Ichsuche beschreibt -, der Ichverlust grundsätzlich anderen Gehalts als auf dem mystischen Weg, gänzlich banal. In der Hoffnung habe ich gestern zu schreiben begonnen, daß ich den Leser widerlege.“

Die Geschichte klingt freilich auf den ersten Blick banal. Ist sie aber nicht – sondern klug, schön, intelligent erzählt.  15jähriger Junge, in einer protestantischen Kleinstadt, diese immerhin mit Gymnasium und Bahnhof, Mitte der 80er Jahre, verliebt sich in der Raucherecke in die 19jährige „Schönste“, einen anderen Namen bekommt sie nicht. Eine Woche, dann ist der Rausch vorbei. Die Atmosphäre – das volle Programm: Friedensdemos, Hausbesetzung, Birkenstock und Latzhosen, Räucherstäbchen und andere Rauchwaren, die Picasso-Taube und Che Guevara an der Wand, Ernesto Cardenal auf dem Bücherstapel. Jeder Satz ein déjà vu, jede Zeile erinnerungsträchtig, wenn man (ich) dieselbe Sozialisierung hinter sich hat.

30 Jahre später erinnert sich der Junge an sie, die „große Liebe“.

„Der Junge hingegen sollte nach kurzer Krankheit wieder die Schule besuchen, keine zwei Monate später gerade noch die Klasse bestehen, vier Jahre danach Abitur machen, studieren, eine Familie gründen, eine Ehre ruinieren und in den üblichen Bahnen heutigen Lebens fortfahren.“

„Ich habe geliebt, wahrscheinlich tiefer, jedenfalls über einen sehr viel längeren Zeitraum hinweg geliebt, ich habe auch heftiger gekämpft, mehr verloren als er und mindestens körperlich die Verzückung umfassender erlebt. Ich war durchaus nicht immer der Teilnahmslose, für den ich mich in Gefühlsdingen heute halte. Dennoch erkenne ich mich in dem Jungen nicht wieder, ist er nicht ich und die Verfremdung durch die dritte Person mehr als bloß ein literarischer Trick. Es wird einen Grund geben, warum Ibn Arabi ausdrücklich nur die frühe Verliebtheit als vergleichbar, als verwandt, als nicht nur den Symptomen nach übereinstimmend mit dem Ertrinken des Mystikers bezeichnete. Vielleicht sind wir gerade dort wir, wo wir es am wenigsten zu sein meinen.“

Da sitzt er, der Herr Kermani beziehungsweise sein alter ego, inmitten alter Briefe, den einen, den einzigen Brief der Schönsten noch vor sich herschiebend (wir werden nie erfahren, was darin stand) und spürt seinem verloren gegangenen Ich nach, erinnert sich an diesen Zustand zwischen  „Einschnürung“ und „Ausdehnung“, Grundzustände, die die Sufis mystischen Erfahrungen zuschreiben.

Der Kern dieser Beschreibung einer Woche ist: Die erste Liebe, sie ist zwangsläufig die große Liebe. Egal, wie kurz, wie schmerzhaft, wie schön, wie chaotisch sie war. Denn nur bei der ersten Liebe legst du/man/ich/sie/wir das Herz ganz offenherzig hin vor jemanden, ohne den ganzen Erfahrungsballast und die Panzerungen der kommenden Jahre. Wenn man Glück hat, geht jemand denn doch so sorgsam damit um wie „die Schönste“. Bei weniger Glück kommt jemand daher und schneidet das empfindliche Teil zu Partyhäppchen, unterspült von „Heart of Gold“ und anderen Songs im Jugendzentrum.
Und immer auch ist die erste Liebe die ganz große Nummer: Zwei gegen den Rest der Welt. Selbst wenn der Rest der Welt gegen die zwei nichts hat. Romeo und Julia, Heroes for one day.

Bisschen pathetisch? Wie anders als mit Pathos könnte man über die erste, die große Liebe schreiben? Navid Kermani greift dazu zu einem literarischen Kunstgriff – er, ein Orientalist, lässt die alten persischen Dichter wie Nizami und sufische Mystiker wie Ibn Arabi sprechen.

Über die Ekstase schreibt – nein, nicht Ibn Arabi, schreibt dessen Zeitgenosse Schehaboddin Sohrawardi, der 1191 im Kerker von Allepo starb: „Sie besteht darin, daß das Ich sein eigenes Wesen nicht mehr wahrnimmt, weil es zu tief in der Wahrnehmung des Gegenstandes seines Entzückens versunken ist. Wenn es das Bewußtsein von allem außer seinem Geliebten, auch vom Entwerden, verloren hat, dann ist dies Tilgung und Auslöschung.“

Und wozu das Ganze?

“Dem Sinn nach heißt es in der Mystik ebenfalls, in aller Mystik, daß wir vom Baum der Erkenntnis essen müssen, um in den Stand der Unschuld zurückzufallen. Reines Erleben und absolutes Bewußtsein verbinden sich jedoch nicht erst in den Erleuchteten oder den kurzen Momenten profaner Erleuchtung. In der ersten, der jugendlichen Verliebtheit werden wir nicht zu Kindern, sondern sind es noch halb, und schmecken doch schon zwei Sorten der Erkenntnis.”

Zwei Sorten der Erkenntnis.
Für die erste Liebe, die große Liebe bist du immer zu jung, zu unvorbereitet. Und: Was immer nach neuesten wissenschaftlichen, biologischen, psychologischen Erkenntnissen den Menschen bei der Partnerwahl beeinflussen mag – die erste Liebe ist es, die den Grundstein legt für alles weitere Erleben. Allein deshalb schon musst du sie irgendwann wieder aus der Schachtel holen.

35 comments on “Navid Kermani: Große Liebe (2014).”

  1. Liebe Birgit,
    das ist nicht nur eine lesenswert schöne Buchbesprechung, sondern auch ein hinreißender Text darüber, was Literatur vermag, wenn sie uns „eiskalt erwischt“. Und den Titel setz‘ ich gleich auf meine Wunschliste. Dir noch einen sonnigen Nachmittag. LG, Anna

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      1. Hallo Birgit,
        nun, mit fast einem Jahr Verspätung, habe ich das Buch endlich gelesen. Und: Deinem Text ist nichts hinzuzufügen. Auch mir purzelten dauernd Bilder und Erinnerungen von früher durch den Kopf, denen ich aber nur bedingt erlauben wollte, aus den Schachteln der Erinnerung zu schlüpfen. Kurzum, zu diesem Buch werde ich nichts schreiben, du hast alles gesagt. Und das ist auch gut so 🙂
        LG, Anna

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      2. Liebe Anna,
        das freut mich einerseits, dass Du so schönen über meinen Text schreibst und Dir das Buch offensichtlich auch gefiel. Aber schade dennoch, nichts bei Dir darüber zu lesen…Und, was ich selbstkritisch so jetzt, ein Jahr später, denke: Ich habe das aus einer sehr persönlichen Sicht beschrieben, der Aspekt dieser Verknüpfung von Moderne und alten Sufi-Texten etc. kam ein wenig zu kurz…aber da sollen die Literaturwissenschaftler ran. LG Birgit

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      3. Guten Morgen, Birgit, genau deshalb war ich auch nicht scharf darauf über das Buch zu schreiben 🙂 . Ich hatte keine Lust und keine Zeit für die – wie du sie nennst – Springteufel. Und warum bist du „selbstkritisch“, es ist doch toll, dass ein Buch das vermag, die Distanz zwischen Autor und eigenem Leben so auszuhebeln, wenn es einen im Wortsinn „betrifft“. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, finde ich schon, dass Kermani ein bisschen sehr idealisiert, die Gefühle trafen einen zwar mit nie gekanntem Wums, aber es steckten so viel Egozentrik, so viel Unreife darin, dass ich es ein bisschen merkwürdig finde, dass er behauptet, nie wieder so geliebt zu haben, nie wieder diese Tiefe empfunden zu haben. Als ob man danach quasi für die Liebe verloren sei.
        Dir jedenfalls einen gar nicht verlorenen Sonntag und liebe Grüße, Anna
        Die alten Texte fand ich sehr reizvoll, weil mir völlig unbekannt.

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  2. Die Besprechung macht mich neugierig. Allen voran deshalb, weil ich Deiner Kernthese nicht zustimmen mag. Ja, die erste große Liebe ist pathetisch, ja die erste große Liebe ist idealisiert und alles, was danach kommt, ist im Endeffekt die Suche nach der verlorenen Unerfahrenheit des Zustandes vor der ersten Erkenntnis mit dem Ziel, den ersten Moment der Erkenntnis wieder erneut erfahren zu können. Mir fällt dazu auch die These ein, dass die Verführung Adams durch Eva zum Biss in den Apfel vom Baum der Erkenntnis auch eine Metapher für die erste sexuelle Erfahrung sein kann, wozu das (attraktive) Weibchen das (im Prinzip paarungswillige aber unerfahrene) Männchen unerlaubterweise animiert habe. Wie dem auch sei: Die erste große Liebe ist vor allem eines, sie ist Kitsch, da ihr nachträglich etwas Idyllenhaftes angedichtet wird, das ihr so erst aus dem Blickwinkel nachfolgender Erfahrung zukommt. Die Erkenntnis, die man in späteren Jahren erlangt hat, verklärt den Blick auf die ersten Gehversuche.

    Ich habe anlässlich Deiner Besprechung hier eine Filmbesprechung bei mir drüben veröffentlicht, wo ich genauer auf den Zusammenhang zwischen der ersten großen Liebe und Kitsch eingehe. Schau mal hier: http://goo.gl/liumrC

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    1. Lieber Wolfgang,
      in Deinem Beitrag schreibst Du am Ende: „Dort nämlich findet die Liebe im Hier und Jetzt statt. Und dort gehört sie hin. Im Alltag vergessen wir das viel zu oft.“ D`accord. Aber wie die Liebe der Gegenwart aussieht, hat immer auch mit der eigenen Vergangenheit und den Erfahrungen zu tun. Darum geht es in dem Buch oder darum ist es mir mit diesem Buch so gegangen – idealisiert oder verkitscht wird da nichts. Kernthese ist: Die erste Liebe ist prägend, ob im Guten oder im Schlechten. Es geht also auch nicht darum, in den Zustand vor der Erkenntnis zu kommen, es geht nicht darum, um die verlorene „Unschuld“ wiederzugewinnen, sondern es geht um eine prägende Erfahrung und was Du später damit machst.

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      1. Nun, wenn ich von mir persönlich ausgehe, dann habe ich mehr als einmal die ‚erste große Liebe‘ gefunden, jedesmal auf einer anderen Reflexionsstufe, jedes Mal auf eine andere, neue Art und Weise. Ich möchte das nicht näher ausführen und Dich mit meinen privaten Angelegenheiten langweilen, aber ich habe die Vermutung, dass es diese ‚erste Liebe‘ nicht gibt, sondern es viele ‚erste Lieben‘ gibt, jeweils angepasst an die eigene Lebenswelt, an die eigene Reflexionsfähigkeit.
        Allerdings hast Du recht, alles was folgt, hat einen Anfang und Erfahrungen bauen aufeinander auf. Aber ich bin mir nicht sicher, ob man da einfache Kausalverknüpfungen zwischen A und B ziehen kann, also von einer Beziehung zur nächsten schließen kann/sollte. Ich glaube, damit würde man allen Beteiligten nicht gerecht.

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      2. Ja, jetzt nähern wir uns einander an. Ich gebe Dir in dieser Antwort in allem Recht – aber es zeigt eben auch, dass man über dieses Thema vielleicht grundsätzlich keine Pauschalaussagen treffen kann – also, so wie der Satz „Die erste Liebe ist Kitsch“ ebenso wenig auf jeden zutreffen muss wie „Die erste Liebe ist, was dich prägt“. Es kann hier weder Pauschalaussagen geben noch einfache Kausalverknüpfungen – letztendlich geht es ja immer um (eine) Geschichte(n) zwischen zwei Menschen. Es mag Ähnlichkeiten geben – mich hat der Kermani natürlich wegen gewisser Koinzidenzen gepackt – ist aber am Ende doch immer eine höchst individuelle (und private) Angelegenheit. Und insofern kann hier jede Buchbesprechung oder ähnliches auch nur unzulänglich ausdrücken, was jeder unter der ersten und den nachfolgenden Lieben versteht.

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    1. Das freut mich sehr. Und ja, ich glaube Du solltest Herrn Kermani nicht links liegen lassen – dieses war mein erstes Buch von ihm, ich habe jetzt noch „Das Buch der von Neil Young Getöteten“ nachgekauft.

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  3. Liebe Birgit,
    ich kann mir ja immer noch nicht vorstellen, warum ich aus der inahtlichen perspektive gesehen, das Buch lesen sollte – Jugendliebe, 80er Jahre, puh, völlig verstaubt, völlig verklemmt, völlig vergessen -, aber nach dem Lesen Deiner Besprechung geht es mir ein bisschen so wie der Dame im Restaurant neben Harry unnd Sally, die sich nach Sallys Schauspieldarbietung bei der Kellnerin genau das gleiche Gericht bestellt hat, das Sally gegessen hat. Vielleicht funktioniert es hier ja auch :-)?
    Viele Grüße, Claudia

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    1. Liebe Claudia,
      ich will das, was sie auch hatte…:-) Aber nach einigen Äußerungen und Zeilen, die ich von Deinem Blog meine im Hinterkopf zu haben, glaube ich nicht, dass das Buch Dir gefällt…vielleicht der nächste Salat in Sallys Restaurant 🙂 LG Birgit

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  4. Liebe Birgit, ein ganz großes Ja. Ja, genau! Will gar nicht viel schreiben, aber doch danke sagen: fürs Aufmerksam-Machen auf dieses Büchlein, fürs tagelange Herumschleichen damit und darum, fürs Teilen deiner Gedanken und Gefühle, fürs Hineinstupsen in eigene Zeiten der Selbstvergessenheit…! Ganz herzliche Grüße!

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  5. Liebe Birgit,

    Dein Text hat mich sehr berührt. Faszinierend, dass es immer wieder Bücher gibt, die tiefe Gefühle in uns auslösen können. Oft sind es gerade diejenigen, von denen wir es nicht erwartet haben und wir finden sie auch glücklicherweise dann, wenn wir gerade dieses eine Buch brauchen, um wieder einen Schritt weiter gehen zu können in unserem Leben. Mir ging das mit „Leben“ von David Wagner so. Obwohl die Thematik von vornherein schwer ist, hätte ich nicht gedacht, dass es mich emotional so aufwühlen würde.

    Über die Wirkung der ersten Liebe kann man sicher streiten – jeder hat da seine eigenen Erfahrungen. Allerdings kann ich gut nachvollziehen, wenn der Autor darüber schreibt, dass er nur noch schwer Zugang findet zu seinem früheren „Ich“, er aber darüber reflektieren möchte und es ihn nicht mehr loslässt.

    Du hast mich neugierig gemacht auf das Buch. Ich werde es lesen, sicher nicht unbedingt wegen der Liebesgeschichte. Mich interessieren diese Betrachtungen über die „Ich-Zustände“ in verschiedenen Lebensphasen und ich bin neugierig auf die Sozialisierungsgeschichte, die so anders ist als meine eigene.

    Ich wünsche Dir noch einen schönen Abend, Claudia

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    1. Liebe Claudia,
      herzlichen Dank für Deine Antwort und die Gedanken, die Du mit uns hier teilst.
      Das ist ja das „Wunder“bare an der Literatur – aber auch an anderen Kunstformen – dass ein Buch, ein Bild, ein Musikstück wie die Kafka`sche Axt wirken kann. Wenn es im richtigen Moment daherkommt – die Wirkung sagt ja nichts über die Qualität des Kunstwerkes aus. Das macht das natürlich auch manchmal schwierig, wenn eine Buchempfehlung mit gewissen Emotionen behaftet daher kommt – ein anderer mag das Buch lesen und sich denken: „Was soll`s.“
      Ich bin jedenfalls gespannt, wie es Dir mit Herrn Kermani ergeht.
      Ich wünsch Dir einen Sonnigen!
      Birgit

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  6. Ein kleiner Hinweis: In den radiotexten des BR (gibt es auch als Podcast) von 13.10.15 „Navid Kermanis: Ungläubiges Staunen“. Unbedingt empfehlenswert!

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    1. Ach quatsch … ! 🙂 (Aber auch herzliches Danke…) Deine Rezension ist eben anders – meine war seinerzeit schon sehr aus persönlicher Sicht, eher mal emotional – würde ich jetzt auch nicht ständig so machen. Und bei mir kam natürlich der Aspekt der orientalischen Dichter viel zu kurz. Freue mich aber sehr, sehr über so nette Worte 🙂

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