Lesezeichen von: Arno Schmidt

2015-04-23 11.01

„Setzen wir, daß man vom 5000. Tage an leidlich mit Verstand zu lesen fähig sei; dann hätte man, bei einem green old age von 20000, demnach rund 15000 Lesetage zur Verfügung. (…) Sagen wir, durchschnittlich alle 1 Tage ein neues Buch – dann ergibt sich der erschreckende Umstand, daß man im Laufe des Lebens nur 3000 Bücher zu lesen vermag! Und selbst, wenn man nur 3 Tage für eines benötigte, wären`s immer erst arme 5000. Da sollte es doch wahrlich, bei Erwägung der Tatsache, daß es bereits zwischen 10 und 20 Millionen Bücher auf unserem Erdrund gibt, sorgfältig auswählen heißen. Ich möchte es noch heilsam=schroffer formulieren : Sie haben einfach keine Zeit, Kitsch oder auch nur Durchschnittliches zu lesen : Sie schaffen in Ihrem Leben nicht einmal sämtliche Werke der Hochliteratur.“

Arno Schmidt in „Julianische Tage“ – dort setzte er die Lebenszeit auf 70 Jahre an. Lesezeit damit: 70 Jahre minus 5000 Tage. Er selbst starb 65jährig (1979).

Und wie viele Bücher habt Ihr schon gelesen? Durchschnitt, Kitsch und alles mit reingerechnet?

Veröffentlicht von

Das Literaturblog Sätze&Schätze gibt es seit 2013. Gegründet aus dem Impuls heraus, über Literatur und Bücher zu schreiben und mit anderen zu diskutieren.

34 thoughts on “Lesezeichen von: Arno Schmidt

  1. »Und wie viele Bücher habt Ihr schon gelesen? Durchschnitt, Kitsch und alles mit reingerechnet?«
    Rechne ich mit ca. 40 Büchern im Jahr bei 30 Lesejahren sind das etwa 1200.

    Und nun sollte ich mal nachrechnen, wieviele Bücher ich kaufe o_O

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  2. Schade um die vielen Bücher, die einem davonlaufen, mit jedem Tag! Besonders jetzt wo Romane unter Tausend Seiten selten geworden sind. Sechs Tausend ist doch die Richtlinie! Deshalb bin ich froh um jeden vernünftigen Vorkoster guter, mittlerer und kitscheiger Literatur. Auch wenn jeden einen anderen Blick hat und man auch überrascht werden kann. Positiv wie negativ. Ich habe mir das Ziel gesetzt, auf mindestens 3001 Bücher im Leben zu kommen.

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    1. Ja, es schreckt mich eben auch, wenn mich ein Tausendundeine-Seite-Buch interessiert: Die viele Zeit, die ich NICHT dafür habe.
      Und ich bin ebenso dankbar über die Bloggerinnen, an deren Urteil ich mich bei der Auswahl auch ein wenig orientieren kann. Dennoch: Nach dem Buchpreisbloggen will ich wieder ein paar Klassiker bzw. moderne Klassiker (wieder)lesen…

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    1. Wenn er Dich langweilt…leg ihn ein Weilchen zur Seite. Das habe ich – wie unten geschrieben – geübt: Zurückstellen und abbrechen. Ich hab bislang noch nicht mal den vorletzten Franzen gelesen (aber gekauft). Weil es auch soviele gute Amerikaner gibt, die ich nur ungenügend kenne…

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  3. Wahrscheinlich ein paar tausend, seit ich blogge und die Bücherschränke regelmäßig frequentiere, sind es von den früheren fünfzig, jede Woche eines, an die hundertfünfzig bis hundertsiebzig pro Jahr geworden, mehr schaffe ich, glaube ich nicht.
    Es gibt sehr viele Bücher, was mich nicht so besonders stört, auch nicht, daß ich nicht alles lesen kann, ich tue, was ich kann und das ist eigentlich sehr viel, zumindestens bin ich damit zufrieden und eine strenge Auswahl, das les ich nicht, dafür ist mir meine Lesezeit zu schade, gibt es bei mir nicht und ich bin auch von den Nischenbüchern, Krimis, Chitlits, etcetera noch nicht sehr enttäuscht worden

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  4. Einerseits klingt das nach sehr begrenzten Möglichkeiten. Doch anderseits: wie viele Menschen können wir im Leben kennenlernen, die wir ebenso lieben und schätzen werden, wie doch recht viele gelesene Bücher. Oder fragen wir uns mal, wie viele Bücher und wie viele Menschen wir auf eine einsame Insel mitnehmen würden, wenn wir unbegrenzt wählen dürften.

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    1. Hmm….die Insel-Frage. Aber in Zeiten von Internet und W-Lan immer schwierig. Ich würde nur einen Menschen mit nehmen und mein Laptop mit einer Menge ebooks. Dann hätte ich endlich mal Zeit, die Klassiker zu lesen und würde nicht mehr von den Neuerscheinungen aus dem Konzept gebracht…

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  5. Wie viele Bücher? Keine Ahnung. Aber schlechte kommen erst gar nicht ins Zimmerchen, langweilige werden sofort aussortiert (zur Not – und wenn der Geschmack sich geändert hat, kann ich es ja später noch mal probieren). Anders als Herr Schmidt bin ich jedoch eine Zweit- und Drittleserin, d.h. ich wiederhole Lektüren, wenn ich mich mal in ein Buch verliebt habe. Und: ich denke nicht, dass es die Masse macht. Auch wenn es verlockend ist, sich ins Büchermeer zu versenken. Ein Buch zur richtigen Zeit – und nicht nur schnell weg gelesen – ein wahres Wunder manchmal.

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