John Steinbeck schreibt an seinen verliebten Teenagersohn (1958).

Augsburg (293)Dear Thom:

We had your letter this morning. I will answer it from my point of view and of course Elaine will from hers.

First — if you are in love — that’s a good thing — that’s about the best thing that can happen to anyone. Don’t let anyone make it small or light to you.

Second — There are several kinds of love. One is a selfish, mean, grasping, egotistical thing which uses love for self-importance. This is the ugly and crippling kind. The other is an outpouring of everything good in you — of kindness and consideration and respect — not only the social respect of manners but the greater respect which is recognition of another person as unique and valuable. The first kind can make you sick and small and weak but the second can release in you strength, and courage and goodness and even wisdom you didn’t know you had.

You say this is not puppy love. If you feel so deeply — of course it isn’t puppy love.

But I don’t think you were asking me what you feel. You know better than anyone. What you wanted me to help you with is what to do about it — and that I can tell you.

Glory in it for one thing and be very glad and grateful for it.

The object of love is the best and most beautiful. Try to live up to it.

If you love someone — there is no possible harm in saying so — only you must remember that some people are very shy and sometimes the saying must take that shyness into consideration.

Girls have a way of knowing or feeling what you feel, but they usually like to hear it also.

It sometimes happens that what you feel is not returned for one reason or another — but that does not make your feeling less valuable and good.

Lastly, I know your feeling because I have it and I’m glad you have it.

We will be glad to meet Susan. She will be very welcome. But Elaine will make all such arrangements because that is her province and she will be very glad to. She knows about love too and maybe she can give you more help than I can.

And don’t worry about losing. If it is right, it happens — The main thing is not to hurry. Nothing good gets away.

Love,

Fa

John Steinbeck ist einer der amerikanischen Schriftsteller, die ich mag – auch wenn es viel Gemeckere an seiner literarischen Qualität gibt. Aber ich mag, was seinen Büchern innewohnt: Menschlichkeit. Er war, davon bin ich überzeugt, ein liebenswürdiger Mensch. Davon spricht auch dieser Brief, den er an seinen Sohn Thom geschrieben hat. Der Junge war offensichtlich das erste Mal heftig verliebt und suchte den Rat des Herrn Papa.
Gefunden habe ich diesen Brief bei „brain pickings“. Eine informative und gut gemachte Internetseite über die amerikanische Literatur. Man darf sich allerdings nicht daran stören, wenn sich unter den berühmten Vätern, die an ihre Kinder schreiben, auch ein Ronald Reagan findet.

John Steinbeck is one of the American writers that I like – even if there is plenty bleat about its literary quality. But I like what his books dwells: humanity. He was, I am convinced, an amiable man. Of this also speaks the letter he wrote to his son Thom. The boy was obviously deeply in love for the first time and sought the advice of Mr. Papa.
I’ve found this letter in „Brain Pickings“. An informative and well-done website about American literature. However, one must not be bothered if you also find a Ronald Reagan among the famous fathers who write to their children.

Veröffentlicht von

Das Literaturblog Sätze&Schätze gibt es seit 2013. Gegründet aus dem Impuls heraus, über Literatur und Bücher zu schreiben und mit anderen zu diskutieren.

8 thoughts on “John Steinbeck schreibt an seinen verliebten Teenagersohn (1958).

  1. Da sprichst Du was Wahres an: Manchmal ist die Grundhaltung eines Autoren wichtiger als Qualitätsschwankungen seiner Werke – mir haben John Steinbeck und Tennessee Williams zum Beispiel mehr mitgegeben als Jonathan Franzen je könnte.

    Gefällt 1 Person

    1. Ich würde sogar für mich behaupten, dass mir die Grundhaltung an erster Stelle steht (oder das, was als Charakter und Person durch das Werk schimmert). Célines Reise an die Ende der Nacht so ein Beispiel: Ein wahnsinnig guter Roman. Aber auch kalt. Zu Franzen kann ich nicht viel sagen, er erscheint mir zu glatt.

      Gefällt mir

      1. Ja, zu kontrolliert und unpersönlich, so geht mir das jedenfalls. Bei Musikern gilt für mich übrigens das gleiche: Einen Tom Waits zum Beispiel liebe ich eben auch, obwohl er einst diesen scheußlichen „One From the Heart“-Soundtrack verzapft hat, völlig uneingeschränkt.

        Gefällt 1 Person

  2. So einen Vater hätte man gern gehabt zu diesem einschneidenden Erlebnis. Und dann dieser wunderbare Schlusssatz:
    „Don’t worry about losing. If it is right it happens – The Main Thinge is not to hurry. Mitging good gets away. “
    Da zeigt er dem Sohn das unweigerliche Drama der ersten Liebe gleich mit auf, auf geradezu tröstliche Weise. Schön!
    Liebe Grüße
    Kai

    Gefällt 6 Personen

    1. Ging mir ebenso beim Lesen. Dachte ebenfalls an meinen Vater. Die Weisheit, die er mir mitgegeben hätte, hätten wir uns überhaupt Briefe geschrieben oder über solche Themen unterhalten, wäre eher sehr praktischer Natur gewesen.
      Und mir giefel auch so die aufbauende Moral am Schluss. Es kommt, was kommt, aber alles hat sein Gutes.

      Gefällt 3 Personen

  3. sehr schöne und liebevolle worte eines vaters an seinen verliebten sohn. den schlusssatz und diesen satz: „Girls have a way of knowing or feeling what you feel, but they usually like to hear it also.“ mag ich besonders.
    aber am besten gefällt mir seine einsicht, dass elaine (ich denke mal, das ist die mutter des sohnes) ihm mehr helfen kann, als er es getan hat. ich finde, er hat seinen sohn gut auf die liebe vorbereitet.
    vielen dank fürs teilen!
    liebe grüße, kimi

    Gefällt mir

    1. Hab ich gerne gemacht…da kann man sich als Vater ein Beispiel nehmen. Leider habe ich den Brief des Sohnes selber nicht gefunden, das wäre noch runder gewesen. Elaine war Steinbecks zweite Frau, Thom stammte aus der ersten Ehe. Dass da aber zwischen Sohn und Stiefmutter eine gute Beziehung wohl entstanden ist, spricht ja auch für diese Familie.

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s