#MEINEBÜCHEREI (3): Rettet die Stadtteilbibliotheken! Ein Beispiel aus Sendling.

Als in München einige Stadtteilbibliotheken geschlossen wurden, gab es viel Widerstand. Warum sie wichtig sind, zeigt Gerhard Emmer am Beispiel Sendling.

21 Kommentare

Gerhard Emmer stellt heute seine Bücherei vor Ort vor – und rettet damit die Sendlinger Ehre! Herzlichen Dank dafür!
Text und Bilder: https://gerhardemmerkunst.wordpress.com/

Die Birgit glaubt nicht, dass der gemeine Sendlinger liest, geschweige denn eine Bücherei in seiner Neighbourhood hat. Kann ich als Ortsansässiger natürlich so nicht auf mir sitzen lassen. Seit Unter- und Mittersendling mehr und mehr der selbstverständlich auch in München um sich greifenden Gentrifizierung anheim fallen, schreitet auch die Alphabetisierung in diesen Vierteln dank hereindrängendem Bildungsbürgertum voran. Nichts Schlechtes, was nicht auch einen Funken Gutes in sich birgt… ;-))
Der Sendlinger veranstaltet keine Bauernaufstände und Mordweihnachten mehr, er hält sich weitestgehend vom Fernseher und von den immer weniger werdenden Eck-Kneipen fern, er greift stattdessen zum guten Buch. Dank der Sendlinger Stadtteilbibliothek, eine Gehminute vom sanierten und aufgepeppten Harras entfernt an der Albert-Roßhaupter-Straße* gelegen.
Die Highlights der Bibliothek sind ein schöner Lesegarten, den man im Sommer zum Schmökern in der Sonne nutzen kann, eine respektable Hörbuch- und Reiseliteratur-Sammlung, eine extra Abteilung für Sendlinger und Münchner Geschichte sowie diverseste Programm-Angebote wie Buchvorstellungen durch die Bibliothekarinnen und die Vorleseaktionen der Lesefüchse e.V. München für Kinder.
Durch den Münchner Stadtbibliotheken-Verbund ist es jederzeit möglich, vor Ort nicht vorhandene Literatur oder anderweitige Medien aus der Zentralbibliothek im Münchener Gasteig (wäre einen eigenen Bericht wert! – schau ma mal…) oder aus einer der anderen Stadtteilbibliotheken zu bestellen.
Ich selbst nutze das Angebot gerne zur Ausleihe von Dokumentarfilmen und Sachliteratur.
Der Kontakt zum jederzeit hilfsbereiten und freundlichen Bibliotheken-Personal hat leider in den letzten Jahren durch die Installation der Ausleihe- und Rückgabe-Automaten abgenommen, was ich sehr bedauere.

Als im Jahr 2010 die Stadtteilbibliotheken in Solln und in der Au geschlossen wurden, gab es massive Bürgerproteste in München. Verständlicherweise, ist die Bücherei doch der zentrale Ort im Stadtteil für günstige Bildung, Information und Unterhaltung.
Weitere Streichungen im Etat der Stadt München und damit einhergehende Bücherei-Schließungen konnten verhindert werden, nicht zuletzt durch eine Initiative, die von Schriftstellern wie Carl Amery, Joseph von Westfalen und Konstantin Wecker unterstützt wurde.

Stadtteilbibliothek Sendling
Homepage: http://www.muenchner-stadtbibliothek.de/
Mailadresse: stb.sendling.kult@muenchen.de
Telefon: 089 7463 51-0
Albert-Roßhaupter-Straße 8*
81369 München
Öffnungszeiten: MO, DI, DO, FR 10.00 Uhr – 19.00 Uhr MI 14.00 Uhr – 19.00 Uhr.

*Die Straße ist nach dem bayerischen SPD-Politiker Albert Roßhaupter (1878 – 1949) benannt. Von November 1918 bis Februar 1919 war er Staatsminister für militärische Angelegenheiten im Kabinett des ersten bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner. Im Dritten Reich wurde er von 1933 bis 1944 wiederholt im KZ Dachau interniert. In den Kabinetten von Fritz Schäffer und Wilhelm Hoegner war Roßhaupter von 1945 bis 1947 bayerischer Arbeits- und Sozialminister.

21 comments on “#MEINEBÜCHEREI (3): Rettet die Stadtteilbibliotheken! Ein Beispiel aus Sendling.”

    1. Gibt es in der Schweiz auch Büchereien? 🙂 Dann her damit! Wäre doch schön, wenn wir hier auch etwas von den Nachbarn vorstellen könnten. Vielleicht gibt es ja Besonderheiten – für jedes ausgeliehene Buch eine Schokolade. Oder eine feine Uhr 🙂 (Witz).

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      1. Natürlich gibt es die.. 🙂 Nur ist mein „to do“ Stapel im Moment noch einige Lesestunden dick. Aber ich bin früher oft in die Stadtbibliothek in Aarau gegangen. Vor allem in meiner Teenie-Zeit. Das erste uferlose Lesen begann… 😉
        Mal schaun, hab mir schon überlegt, mal
        einen Bücherpass zu lösen, da ich wieder in der Umgebung wohne..
        Wenn du schon mal „vorschaun“ willst:
        http://www.stadtbibliothekaarau.ch/xml_1/internet/de/intro.cfm
        LG Iwan

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